In Syrien liefern sich Regierungstruppen schwere Kämpfe mit den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF).
In Syrien liefern sich Regierungstruppen schwere Kämpfe mit den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF). Amnesty International mahnt zur Einhaltung internationaler Menschenrechtsstandards. Der Schutz der Zivilbevölkerung und die Sicherung von Beweisen für begangene Gräueltaten müssen bei allen weiteren Schritten oberste Priorität haben.
Im Nordosten Syriens sind derzeit zwei Entwicklungen besonders besorgniserregend: Einerseits kommt es zu wiederholten Kämpfen zwischen den syrischen Regierungstruppen und den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), dem militärischen Flügel der kurdisch geführten Autonomen Verwaltung Nord- und Ostsyriens (AANES).
Andererseits haben die syrischen Behörden über einige Hafteinrichtungen und Lager im Nordosten des Landes die Kontrolle übernommen. Inhaftiert sind dort unter anderem vermeintliche Mitglieder der bewaffneten Gruppe Islamischer Staat (IS).
Faire Gerichtsverfahren sind notwendig"Die syrischen Behörden müssen in Abstimmung mit der AANES ein menschenrechtskonformes Prüfverfahren in den von ihnen kontrollierten Haftanstalten und Lagern durchführen", sagt Kristine Beckerle, stellvertretende Regionaldirektorin für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International.
"Sie sollten diejenigen identifizieren, die wegen Verbrechen nach dem Völkerrecht oder schwerer Verbrechen nach innerstaatlichem Recht strafrechtlich verfolgt werden sollten, diejenigen, die gegebenenfalls zurückgeführt und in ihren Herkunftsländern strafrechtlich verfolgt werden sollten, und diejenigen, die freigelassen werden sollten. Die Verfahren innerhalb Syriens müssen den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entsprechen und ohne Rückgriff auf die Todesstrafe durchgeführt werden."
Sicherheitskräfte der syrischen Regierung übernehmen das Gefangenenlager al-Hol, das zuvor jahrelang von der kurdisch geführten SDF-Miliz bewacht worden war (21. Januar 2026).
© NurPhoto via Getty Images
"Die syrischen Behörden und die AANES müssen dringend Beweise für die vom IS begangenen völkerrechtlichen Verbrechen sichern, einschließlich Informationen über Orte von Gräueltaten und Massengräbern sowie dokumentarische Beweise in den Haftanstalten", so Beckerle.
"Diese Beweise sind unerlässlich, um das Schicksal und den Verbleib der Syrer*innen zu klären, die dem Verschwindenlassen durch den IS zum Opfer gefallen sind, und um die Verantwortlichen für Völkerrechtsverbrechen, einschließlich Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, zu ermitteln und strafrechtlich zu verfolgen."
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Die wiederholten Kämpfe in Syrien haben verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Amnesty International fordert erneut alle an den jüngsten Kämpfen beteiligten Konfliktparteien auf, ihren Verpflichtungen im Rahmen des humanitären Völkerrechts nachzukommen und sicherzustellen, dass die Zivilbevölkerung nicht den Preis für einen weiteren politischen Zusammenbruch in Syrien zahlt.
Im Jahr 2024 berichtete Amnesty International über Zehntausende Männer, Frauen und Kinder, die in Gefangenenlagern und Einrichtungen im Nordosten Syriens festgehalten werden, darunter syrische, irakische und andere ausländische Staatsangehörige. Unter den Inhaftierten befinden sich sowohl Täter*innen als auch Opfer von Verbrechen, die vom IS begangen wurden, darunter auch Überlebende des Menschenhandels durch den IS, aber auch Personen, die keinerlei Verbindung zu der bewaffneten Gruppe haben.
Ungewisse Lage in den GefängnissenUnter den Gefangenen befinden sich möglicherweise auch Hunderte jesidische Überlebende sowie Angehörige anderer Minderheitengemeinschaften, die vom IS entführt wurden. 2025 forderte Amnesty International die syrische Regierung, die autonomen Behörden, die von den USA geführte Koalition und die UN auf, dringend überfällige Lösungen für die Krise zu finden.
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