Spanien kürt sich verdient zum Fußballweltmeister. Der Titel ist der Lohn einer klaren Philosophie, die vom Kollektiv und einer eindeutigen Idee geprägt ist. Das stellt die Konkurrenz vor ein gewaltiges Problem.
Es dauerte geschlagene 20 Torschüsse und 106 Minuten, bis der Bann gebrochen war.
Als Nico Williams eine Flanke von Pedro Porro mit dem Kopf ablegte, zimmerte Ferran Torres den Ball unhaltbar ins Tor und machte damit Spanien zum 23. Weltmeister der Fußballgeschichte. Für die Iberer bedeutete der 1:0-Sieg (0:0) nach Verlängerung gegen Argentinien WM-Titel Nummer zwei nach 2010.
In East Rutherford schien es an diesem Sonntagabend nur eine Frage der Zeit, bis die Iberer den goldenen Treffer erzielen sollten. Auch wenn der Gegner Argentinien hieß – eine Mannschaft, die man nie abschreiben darf und die dazu noch Weltfußballer Lionel Messi in ihren eigenen Reihen hat. Letztlich siegten aber nicht die Mentalitätsmonster, sondern das beste Team des Turniers in Nordamerika.
Dieses Endspiel wird nicht aufgrund von zahlreichen spielerischen Highlights in die Historie eingehen. Von dem hohen Niveau, das es beim Duell Frankreich gegen Argentinien vor vier Jahren in Katar zu sehen gab, war es zeitweise weit entfernt. Immerhin aber hatte das Duell mit einigen Fouls und einer Menge Emotionen ausreichend Drama zu bieten.
Das Kollektiv ist die größte Stärke der Spanier.
Charlotte Bruch
Den Spaniern gelang es aber wieder einmal, eine Qualität an den Tag zu legen, die keine andere Nation bei diesem Turnier hat: die absolute Spielkontrolle zu besitzen. Argentinien brachte in 90 Minuten keinen einzigen Torschuss zustande, Lionel Messi blieb bis tief in die Verlängerung nahezu ohne Einfluss. Das Duell der besten Defensivmannschaft gegen die torgefährlichste Offensive entschied Spanien klar für sich.
Nach vorn war es beileibe kein Meisterwerk des neuen Weltmeisters, und dennoch reichte die Leistung für den Titel. Das Tor musste angesichts des Übergewichts zwingend fallen – besonders nach der Roten Karte für Enzo Fernández in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte. Hatte Argentinien zuvor wegen Messis gewohnt geringer Laufleistung bereits nur zu neunt verteidigt, fehlte fortan ein weiterer Spieler gegen den Ball. Das rächte sich spätestens beim Treffer durch Torres.
In den kommenden Jahren wird es für Argentinien und alle anderen darum gehen, ein Mittel gegen diese Spanier zu finden: Lösungen gegen einen enorm dominanten Spielstil, gepaart mit einem herausragenden Gegenpressing, dem aktuell keine Mannschaft gewachsen ist.
Dieser WM-Titel ist das Resultat einer klaren Spielphilosophie, die durch den spanischen Verband von klein auf vermittelt wird. Die schlechte Nachricht für die Konkurrenz ist dabei, dass dieser Erfolg nicht von einzelnen Spielern abhängt, sondern vom gemeinsamen Umsetzen einer Idee. Und das Kollektiv ist die größte Stärke der Spanier.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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