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Soziale Medien und Onlinespiele: Wir müssen unsere Kinder bei digitalen Inhalten schützen

Дата публикации: 15-07-2026 11:57:02

Digitale Plattformen gefährden die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus fordern eine konsequente Regulierung.

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Von sozialen Medien und Onlinespielen bis hin zu generativen KI-Systemen haben digitale Umgebungen entscheidenden Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche. Die Kindheit wird weltweit neu geprägt durch digitale Technologien, die bestimmen, wie junge Menschen lernen, spielen und miteinander interagieren.

Unser digitales Umfeld verspricht nicht nur weitreichende Vorteile, sondern birgt auch gravierende Risiken für die Gesundheit und Entwicklung von Kindern. Unsere Verantwortung besteht darin, Erstere zu maximieren und Letztere abzuwenden. Es ist noch nicht zu spät, zu handeln, aber es ist zu spät für kleinschrittige Anpassungen.

Es gibt einen wachsenden globalen Konsens, dass digitale Umgebungen eine wirksame Regulierung, eine altersgerechte Gestaltung und stärkere Mechanismen zum Schutz der Gesundheit von Kindern erfordern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt dies.

Es braucht Lösungen, denn digitale Umgebungen sind nicht neutral. Wie sie gestaltet, reguliert und monetarisiert werden, bestimmt viele Aspekte unseres Lebens, nicht zuletzt unsere Gesundheit.

Schutz von Kindern ist kein Innovationshemmnis

So prägt etwa die wiederholte Konfrontation mit stereotypen, sexualisierten, gewalttätigen oder diskriminierenden Inhalten das Selbstverständnis von Kindern und ihr Verständnis der Welt um sie herum.

Aktuelle Erkenntnisse bringen eine übermäßige digitale Nutzung mit Problemen wie Angstzuständen, Depressionen, Schlafstörungen, erhöhter Aggressivität und, in schwereren Fällen, Suizidalität in Verbindung, insbesondere bei gefährdeten Jugendlichen.

Auch sexuelle Ausbeutung und Missbrauch im Internet nehmen weltweit zu. Das geht einher mit einem starken Anstieg von Material über sexuellen Kindesmissbrauch, KI-generierten Missbrauchsbildern sowie Deepfakes mit sexualisierten oder Mobbing-Inhalten. Diese haben tiefgreifende und dauerhafte Folgen für die psychische Gesundheit, das Vertrauen und die Sicherheit.

Kommerzielle Praktiken verstärken all diese Risiken. Viele Plattformen sind darauf ausgelegt, die Nutzerinteraktion zu maximieren, ohne einen ausreichenden Schutz von Kindern vor schädlichen Inhalten oder Funktionen zu gewährleisten.

ARCHIV - 15.04.2021, Hessen, Gießen: Eine Kriminaloberkommissarin sitzt in einem Büro vor einem Computer auf der Suche nach Kinderpornografie und Fällen von sexuellem Missbrauch. (zu dpa: «Deepfakes - Stabstelle plädiert für Blick auf Betroffene») Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Deepfakes mit sexualisierten oder Mobbing-Inhalten haben tiefgreifende Folgen für die psychische Gesundheit.

© dpa/Arne Dedert

Es ist unerlässlich, die Konfrontation mit ungesetzlichen oder verstörenden und expliziten Inhalten zu verringern. Doch erfordert das Kindeswohl mehr als nur die Abwesenheit von Schaden.

Angemessene Grenzen setzen

Es hängt von stabilen Beziehungen, angemessenen Grenzen, körperlicher Aktivität und Möglichkeiten für soziale Kontakte in der realen Welt ab. Die Risiken vervielfachen sich, wenn digitale Umgebungen eine gesunde Entwicklung stören, statt sie zu unterstützen.

Generative KI ist sowohl hinsichtlich der Risiken als auch der Chancen für das Wohlergehen von Kindern ein wichtiger Verstärker. Verantwortungsvoll eingesetzt können speziell entwickelte KI-Tools Bildung, Barrierefreiheit und Gesundheit fördern.

Unser digitales Umfeld verspricht nicht nur weitreichende Vorteile, sondern birgt auch gravierende Risiken für die Gesundheit und Entwicklung von Kindern.

Emmanuel Macron und Tedros Adhanom Ghebreyesus

Ihre langfristigen Auswirkungen auf die Erwartungen von Kindern in Bezug auf Beziehungen, Empathie oder Selbstregulierung sind jedoch unklar. Solange dies der Fall ist, ist ein Vorsorgeansatz kein Innovationshemmnis. Er dient dem Kindeswohl.

Digitale Umgebungen erfordern Regulierung, Transparenz, eine altersgerechte Gestaltung, stärkere Sicherheitsfunktionen und vertrauensfördernde Merkmale sowie Rechenschaftspflicht.

Jedoch müssen die wissenschaftlichen Erkenntnisse mit der technologischen Entwicklung Schritt halten – was unabhängige, über einen längeren Zeitraum angelegte Forschung über Einkommensgruppen und Regionen hinweg erfordert.

Mehr als alles andere müssen wir der heutigen Jugend zuhören. Junge Menschen sollten ihre eigenen Lebenserfahrungen einbringen, um bei der Gestaltung geeigneter Leitplanken mitzuwirken. Auch Eltern, Betreuer, Schulen und Gemeinwesen müssen in diesen Dialog einbezogen werden.

Kinder sind keine Versuchsobjekte

Dieser Prozess erfordert eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Industrie, Zivilgesellschaft und den Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens, die auf dem gemeinsamen Bekenntnis zur Nutzenmaximierung und Schadensminimierung beruht.

Mehr Transparenz, Datenaustausch, gesundheitsfördernde Gestaltungsentscheidungen und die Unterstützung wirksamer Sicherheitsstandards durch die Unternehmen, insbesondere für Minderjährige, sind unerlässlich. Die WHO kann ihre Rolle als Vermittlerin wahrnehmen und Einfluss auf die Festlegung von Normen und Standards nehmen.

Unsere Kinder und Jugendlichen sind keine Versuchsobjekte, kein Markt und keine Ware. Gemeinsam können und müssen wir digitale Umgebungen gestalten, die ihre gesunde Entwicklung schützen und fördern. Die Entscheidungen, die wir heute treffen, werden über Generationen hinweg nachwirken.

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