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John Williams’ Filmmusik zu „Der weiße Hai“: Warum Steven Spielberg sie für einen Witz hielt

Дата публикации: 18-08-2026 10:57:20

Inzwischen ist er legendär: der Soundtrack zu Steven Spielbergs „Der weiße Hai“. Doch anfangs war Spielberg vom Score zutiefst enttäuscht. Wie hat Williams den Spieß umgedreht?

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Er war der erste Sommerkino-Blockbuster der Filmgeschichte: Steven Spielbergs „Der weiße Hai“. Aus dem Jahre 1975, aber immer noch ein Nervenkitzel vor den Meeresgöttern. Ikonisch freilich auch: die minimalistische Filmmusik des Komponisten John Williams („Star Wars“, „Harry Potter“) samt den dunklen Celli und den Kontrabässen: „Rrrrrrmmmm. Hooooooromm.“

Doch der Soundtrack kam anfangs gar nicht gut an. Ausgerechnet bei Spielberg persönlich. Der Meisterregisseur besuchte den Meisterkomponisten bei ihm zu Hause. Doch er bekam so gar nicht das serviert, was er erwartet hatte: Statt komplexer Orchestermusik kredenzte Williams Spielberg „einfach“ ein schlichtes Thema auf dem Steinway-Klavier.

„Ich dachte, er macht Witze“, sagt Spielberg in der Dokumentation „Music by John Williams“, zu sehen beim Streaminganbieter Disney+. Spielberg kam in Verlegenheit, denn Williams drängte ihn geradezu, er wollte ad hoc ein ehrliches Feedback. „Ich dachte, oh mein Gott, wir werden kein Orchester haben, sondern nur ein Klavier, an dem John ein paar simple Sachen macht“, so Spielberg weiter in der Doku.

„Der weiße Hai“: John Williams hatte den Masterplan

Tatsächlich kam in der ausgefeilten Version des Soundtracks ja doch noch einiges an Orchesterinstrumentarium hinzu. Neben den schon erwähnten extra tiefen Streichern auch Tuba und Bass-Ventilposaune. Williams hatte durchaus einen Plan, wie er in besagtem Dokfilm auch ausführt. Bloß Spielberg hatte ihn zunächst nicht verstanden.

„Stell dir vor, du bist komplett alleine, an einem dunklen Ort“, so Williams, „wo du kaum etwas sehen kannst. Es ist vollkommen still. Und das Erste, was du hörst, ist: Rrrrrrmmmm. Hooooooromm. Du spürst, dass etwas Gefährliches auf dem Weg zu dir ist. Alleine durch diese tiefen Töne in einer Atmosphäre, wo sie nicht hingehören.“

Spielberg und Williams: Meister des Selbst-Marketings

Das Konzept ist genial. Schließlich erkannte das auch Spielberg. Warum er nicht sofort sein Veto eingelegt hat, will Williams in der Doku von Spielberg noch wissen, sodass dieser es erklärt: „Weil du nicht aufgehört hast, zu sagen: ‚Hör es dir nochmal an.‘ Du hast es immer wieder gesagt. Und ich habe angefangen, die Brillanz dessen zu sehen, was du da geschaffen hast.“

Ergo: Weniger ist manchmal mehr. Wiederholung schärft den Blick und das Gehör. Und es reicht nicht, geile Ideen zu haben. Man muss auch wissen, wie man sie verkauft. Und davon verstehen die beiden Herren eben doch eine ganze Menge. Rrrrrrmmmm. Hooooooromm.

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