Nach monatelanger Prüfung und Bürgerbeteiligung hat sich das Begleitgremium zum Wiederaufbau der Dresdner Carolabrücke auf einen Entwurf festgelegt
Beim Wiederaufbau der Carolabrücke in Dresden fiel eine wegweisende Entscheidung. Am Dienstag stimmte das Begleitgremium mit 14 zu 12 Stimmen dafür, das Planungsteam Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG und Knight Architects mit der weiteren Planung zu beauftragen. Allerdings hat das letzte Wort darüber der Stadtrat in seiner Sitzung Anfang September.
Die Abstimmung fiel knapp aus: 14 Mitglieder des Gremiums, dem Stadträte aller Fraktionen, die Stadtverwaltung sowie auch externe Experten angehören, votierten für das deutsch-englische Team. Zwölf Mitglieder stimmten für das Planungsteam FHECOR Deutschland und TSSB Planungsgesellschaft. Das teilte die Stadt Dresden mit. Auf den Plätzen drei und vier folgen das Ingenieurbüro GRASSL mit gmp Architekten sowie Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mit DKFS.
In die Beratung flossen sowohl die Einschätzung eines Expertengremiums als auch die Ergebnisse der öffentlichen Bürgerbeteiligung ein. Beide Faktoren zusammen bildeten die Grundlage für die Empfehlung, die nun dem Stadtrat vorgelegt wird.
Das Begleitgremium ist kein Entscheidungsgremium im rechtlichen Sinne, sondern ein beratendes Organ. Ihm gehören alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen sowie Verkehrs-, Wirtschafts- und Umweltverbände und Kammern an.
Vier Entwürfe seit Mai geprüftDie Empfehlung des Gremiums weicht vom Ergebnis der Bürgerbeteiligung ab. Über das Online-Portal „carolaVOTE“ hatten sich zwischen dem 13. Juni und dem 28. Juli 2026 mehr als 25.800 Menschen beteiligt und ihren Favoriten benannt. Die Dresdner hatten sich genau für die umgekehrte Favoritenrolle beider führender Architekturbüros entschieden.
Dort lag der Entwurf von FHECOR und TSSB knapp auf Platz eins, gefolgt von LAP und Knight Architects. Die Entwürfe von GRASSL/gmp und Schüßler-Plan/DKFS folgten mit deutlichem Abstand auf den Plätzen drei und vier.
Die Dresdner mochten diesen Entwurf am liebsten.
© FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft
Die endgültige Entscheidung über die Weiterbeauftragung trifft der Dresdner Stadtrat am 3. September 2026. Ihm werden Bürger- wie auch Experten-Favoriten vorgelegt. Der empfohlene Siegerentwurf des Expertengremiums bildet jedoch die Grundlage für den Beschlussvorschlag in der Stadtratsvorlage.
Nach dem Stadtratsbeschluss soll das ausgewählte Team Ende September 2026 mit der Planungsstufe 2 beauftragt werden. Ziel ist es, Anfang 2027 einen genehmigungsreifen Entwurf vorzulegen. Dazu wird die Planung weiter konkretisiert und um erforderliche Anpassungen ergänzt.
Mit dem eigentlichen Bau der neuen Brücke kann nach den Ausschreibungen für die Baufirmen nicht vor 2028 begonnen werden. Mit der Eröffnung wird frühestens 2031 gerechnet.
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