Fusion kann zum wichtigen Baustein für eine klimaneutrale und zuverlässige Energieversorgung werden. Das birgt enormes Marktpotenzial. Weltweit ist der Wettbewerb um erste kommerzielle Fusionskraftwerke entbrannt, darin hat Deutschland eine sehr gute Startposition. Marktführerschaft wird daraus aber nur, wenn der Aufbau industrieller Prozess- und Lieferketten sowie der Wissensaustausch zwischen Forschung und Industrie sofort beginnen. Dafür bietet der Fraunhofer Industrietag Fusion 2.0 die passende Plattform. Am 15. und 16. Oktober 2026 bringt er Akteure aus der Industrie, Forschung, Politik, Beratung sowie dem Energie- und Finanzwesen in Aachen zusammen.
© Markus Jürgens / Fraunhofer.Prof. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, eröffnete im Juni 2024 den ersten »Fraunhofer Industrietag Fusion« in München.
© Markus Jürgens / Fraunhofer.Prof. Constantin Häfner, Vorstand für Forschung und Transfer der Fraunhofer-Gesellschaft, bei seinem Keynote-Vortrag auf dem ersten »Fraunhofer Industrietag Fusion« in München.
Mit der Roadmap und der Einrichtung von drei Hubs, an denen die Fusionsforschung sich in den nächsten Jahrzehnten konzentrieren und Innovationsökosysteme schaffen soll, nimmt die »Mission Fusion« nun Fahrt auf. Ziel ist es, das Energiesystem vom Kohlenstoffkreislauf zu entkoppeln. Fusionskraftwerke wären eine optimale Ergänzung zur günstigen, aber volatilen Wind- und Solarenergie. Letztere wird in Zukunft das Gros des rasant steigenden globalen Strombedarfs decken. Für eine zuverlässige Versorgung sind jedoch auch konstant liefernde Energieanlagen gefragt. Daher wird das Markpotenzial auf viele hundert Fusionskraftwerke weltweit geschätzt.
Deutschland kann mit seiner starken photonischen und optischen Industrie, dem etablierten Miteinander von Grundlagen- und angewandter Forschung sowie seiner Fülle an industriellen Innovatoren eine entscheidende Rolle in diesem Zukunftsmarkt übernehmen. Dafür muss der Aufbau tragfähiger Prozess- und Lieferketten für Fusionskraftwerke sofort beginnen. Starke Innovationsökosysteme müssen zusammenfinden, um die Herausforderungen auf dem Weg zum Fusionskraftwerk zu lösen. Es braucht Technologiesprünge in Hochenergie-Lasertechnik und Optik, bei den Reaktormaterialien, neue hochautomatisierte Fertigungsverfahren sowie neue Ansätze für den Tritium-Kreislauf und die Injektion des Fusionsbrennstoffs aus den zwei Wasserstoffisotopen Deuterium und Tritium. All das bedarf hoher und riskanter Investitionen. Um die Risiken zu minimieren und den Entwicklungsaufwand zu refinanzieren, gilt es, Spinoff-Technologien in der Fusionsforschung zu identifizieren und schnellstmöglich in andere Märkte zu transferieren.
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