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50 Milliarden Euro pro Jahr: Dieser Renten-Vorschlag trifft Millionen Witwen

Дата публикации: 08-08-2026 09:34:32

Witwenrente abschaffen? Wirtschaftsweiser Martin Werding sorgt mit seinem Renten-Vorstoß für Diskussionen. Millionen könnten betroffen sein.

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Dieser Vorstoß dürfte für heftige Diskussionen sorgen: Der Wirtschaftsweise Martin Werding fordert die Abschaffung der Witwenrente. Statt der bisherigen Regelung solle künftig ein anderes Modell greifen. Begründung: Die Leistung passe nicht mehr in die heutige Zeit und koste den Staat Milliarden.

„Die Witwenrente ist nicht mehr zeitgemäß, heute können Frauen selbst vorsorgen“, sagte das Mitglied des Sachverständigenrates Wirtschaft der „Rheinischen Post“. Mit seiner Aussage greift Werding eine der wichtigsten Hinterbliebenenleistungen in Deutschland an.

Fast 50 Milliarden Euro Kosten pro Jahr

Nach Angaben des Rentenexperten belastet die Witwenrente die Rentenkasse jährlich mit rund 50 Milliarden Euro. Das entspreche etwa einem Achtel der gesamten Rentenausgaben.

Stattdessen schlägt Werding ein sogenanntes Rentensplitting vor. Das Prinzip: Ehe- oder Lebenspartner teilen sich die während der gemeinsamen Zeit erworbenen Rentenansprüche. Die Rentenpunkte würden zwischen beiden Partnern aufgeteilt. Ziel sei es, die finanzielle Absicherung im Alter stärker an die individuelle Erwerbstätigkeit zu koppeln.

Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte über die Zukunft des deutschen Rentensystems ohnehin an Fahrt aufnimmt. Wegen des demografischen Wandels wächst der Druck auf die Sozialkassen. Immer weniger Beitragszahler müssen die Renten von immer mehr Senioren finanzieren.

Auch Mütterrente und Rente mit 63 im Visier

Doch bei der Witwenrente hört Werdings Reformkurs nicht auf. Der Professor für Sozialpolitik fordert außerdem, die sogenannte Mütterrente III wieder zurückzunehmen. Das könne den Bundeshaushalt um rund fünf Milliarden Euro entlasten.

Auch bei der Frührente sieht er Handlungsbedarf. Wer vorzeitig in den Ruhestand geht, müsse künftig höhere Abschläge in Kauf nehmen. Zudem sprach sich Werding dafür aus, die Zahl der Verbeamtungen zu reduzieren und Rentenreformen stärker auf die Altersversorgung von Beamten zu übertragen.

Besonders deutlich wird der Ökonom bei der „Rente mit 63“. Die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren sei aus seiner Sicht nicht zielgenau.

„Nicht Menschen mit gesundheitlichen Problemen profitieren davon, sondern Menschen, die überdurchschnittlich gesund sind und überdurchschnittlich hohe Renten haben“, argumentiert Werding.

Streit um Ost und West

Auch einer häufig geäußerten Kritik widerspricht der Rentenexperte. Die Behauptung, Ostdeutsche seien deutlich stärker auf die gesetzliche Rente angewiesen als Menschen im Westen, hält er für überzogen.

Nach seinen Angaben verfügen Paare im Osten durchschnittlich über Alterseinkünfte von 3174 Euro im Monat. Im Westen seien es 3795 Euro. Berücksichtige man jedoch die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten und die Kaufkraft, schrumpfe der Abstand deutlich.

Zudem hätten im Osten 21 Prozent der Beschäftigten keine zusätzliche Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rente. Im Westen liege der Anteil mit 18 Prozent nur geringfügig darunter.

Millionen könnten betroffen sein

Ob die Forderungen tatsächlich umgesetzt werden, ist offen. Klar ist jedoch: Die Debatte um die Zukunft der Rente wird schärfer. Gerade bei der Witwenrente dürfte der Widerstand groß sein. Schließlich verlassen sich Millionen Menschen in Deutschland auf die Hinterbliebenenleistung als wichtigen Baustein ihrer finanziellen Absicherung im Alter.

Für viele Betroffene ist daher schon die Diskussion über eine Abschaffung ein sensibles Thema. Für andere ist sie ein notwendiger Schritt, um das Rentensystem langfristig finanzierbar zu halten. Die politische Auseinandersetzung darüber dürfte gerade erst beginnen.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com

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