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Irankrieg: Risiko für Ölpipeline durch Saudi-Arabien steigt

Дата публикации: 11-03-2026 09:17:00

Mit der Straße von Hormus ist die wichtigste Route für Ölexporte aus der Golfregion weitgehend blockiert. Eine Pipeline quer über die Arabische Halbinsel wird zur Versorgungsader. Doch auch dieser Weg ist riskant.

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Mit der Straße von Hormus ist die wichtigste Route für Ölexporte aus der Golfregion weitgehend blockiert. Eine Pipeline quer über die Arabische Halbinsel wird zur Versorgungsader. Doch auch dieser Weg ist riskant.

11.03.2026, 10.18 Uhr

Infrastruktur unter Beschuss: Die Ölanlagen in Ras Tanura wurden bereits Ziel iranischer Angriffe
Infrastruktur unter Beschuss: Die Ölanlagen in Ras Tanura wurden bereits Ziel iranischer Angriffe

Infrastruktur unter Beschuss: Die Ölanlagen in Ras Tanura wurden bereits Ziel iranischer Angriffe

Foto: Newscom World / IMAGO

Die Blockade der Straße von Hormus versetzt den globalen Ölmarkt in Aufruhr, denn es gibt kaum eine Möglichkeit, Rohöl aus der Golfregion auf anderem Wege auf den Weltmarkt zu transportieren.

Eine Alternative gibt es allerdings, wenn auch eine unwägbare: die Pipeline, die quer durch Saudi-Arabien verläuft, vom Ölfeld Abkaik bei Ras Tanura am Persischen Golf bis zum Hafen von Yanbu am Roten Meer. Für Saudi-Arabien wird die Pipeline derzeit zur wichtigen Verbindung zu den Weltmärkten – und für Iran womöglich zum neuen Ziel für Angriffe. Schon in den vergangenen Tagen hatte das Land, das sich seit Ende Februar im Krieg mit Israel und den USA befindet, Anlagen der Ölinfrastruktur in Saudi-Arabien und anderen Förderländern am Golf attackiert.

Zwar ermöglicht die Pipeline zum Roten Meer in der aktuellen Kriegssituation, den Ölexport überhaupt aufrechtzuerhalten. Allerdings sind die Kapazitäten begrenzt und für den Dauerbetrieb unter voller Auslastung nicht erprobt.

Saudi-Arabien steigert Pipeline-Nutzung

Das 1200 Kilometer lange Leitungssystem besteht laut Internationaler Energieagentur (IEA) aus zwei Pipelines mit einer Kapazität von ursprünglich fünf Millionen Barrel pro Tag. Vor einem Jahr hatte der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco mitgeteilt, die Kapazität auf sieben Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen.

Aramco-Chef Amin Nasser sagte in dieser Woche gegenüber Journalisten, die Nutzung der Pipeline werde bereits hochgefahren, Saudi-Arabien könne dann etwa 70 Prozent der üblichen Rohöllieferungen exportieren. Saudi-Arabien produziert in der Regel etwa zehn Millionen Barrel Öl und exportiert sieben Millionen Barrel täglich.

So wird die Bedeutung der Pipeline für Saudi Aramco deutlich. Der weltweit größte Ölexporteur warnte vor „katastrophalen Folgen“ für die globalen Ölmärkte, sollte der Irankrieg den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus weiter behindern. Durch die Meerenge werden in ruhigen Zeiten etwa 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung transportiert. Der Ölgigant schickt den Großteil seines Rohöls normalerweise über diese Schiffsroute auf den Weltmarkt.

Angesichts voll laufender Tanks hat Saudi-Arabien Bloomberg zufolge bereits damit begonnen, seine Ölproduktion zu drosseln. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und der Irak haben wegen der Blockade ihre Produktion bereits reduziert.

„Größte Krise für die Öl- und Gasindustrie in der Region“

Aramco-Chef Amin Nasser

„Je länger die Unterbrechung andauert, desto dramatischer werden die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sein“, sagte Aramco-Chef Nasser vor Journalisten während einer Telefonkonferenz zu den jüngsten Geschäftszahlen. „Wir haben schon früher mit Störungen zu kämpfen gehabt, aber dies ist bei weitem die größte Krise, mit der die Öl- und Gasindustrie in der Region je konfrontiert war.“

Doch auch die alternative Exportroute durch die Pipeline gen Yanbu hat ihre Tücken. Einen Flaschenhals bilden etwa die Terminals in dem Hafen am Roten Meer. Es ist offen, ob die Anlagen imstande sind, die Menge an Rohöl, die die Pipeline transportieren kann, auf Schiffe zu verladen. „Yanbu wurde nicht als Hauptexporthafen Saudi-Arabiens konzipiert, daher werden die Infrastruktur und die Ladekapazität der Tanker den tatsächlichen Durchsatz wahrscheinlich begrenzen“, sagte etwa Baird Langenbrunner, Analyst bei Global Energy Monitor, vergangene Woche gegenüber Euronews.

Zweifel an der Logistik in Yanbu hat auch Richard Bronze, Mitbegründer der Beratungsfirma Energy Aspects. Es sei unklar, wie schnell das Rohölterminal Schiffe beladen könne und ob die Kapazitäten schnell und flexibel hochgefahren werden könnten.

Vor allem aber schwelt eine andere Gefahr: Händler, Käufer und Analysten befürchten, dass die Pipeline selbst zum Ziel Irans und seiner Verbündeten werden könnte.

Und selbst wenn das Öl über die Pipeline und die Terminals auf die Tanker gelangt, dürfte es noch nicht in Sicherheit sein. Denn das Rote Meer birgt wiederum die Gefahr von Angriffen durch iranische Verbündete im Jemen, die den Schiffsverkehr auch während des Krieges zwischen Israel und der Hamas in Gaza störten. Die militante Gruppe der Huthi, die große Teile des Jemen kontrolliert, griff in den vergangenen Jahren immer wieder Handelsschiffe massiv mit Raketen an. Drohungen vonseiten der Huthi gab es bereits, wenn auch in den vergangenen Tagen keine konkreten Vorfälle.

Die Tankerpreise für Ladungen aus Yanbu jedenfalls haben sich bereits mehr als verdoppelt, sagten Einkäufer und Händler der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach zögerten Reeder, durch die Region zu fahren.

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Der Umweg über die Ost-West-Pipeline und das Rote Meer hält Erdöl zwar grundsätzlich weiter verfügbar. Das ändert aber nichts daran, dass geringere Mengen, längere Routen, höhere Frachtraten und steigende Risikoprämien die Preise auf dem Ölmarkt antreiben.

cwi mit Nachrichtenagenturen

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