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Das Telefon wird 150: Rückblick auf eine der wichtigsten Erfindungen der Technikgeschichte

Дата публикации: 14-02-2026 09:02:00

Patentstreit, technische Durchbrüche, Milliardengeschäfte und Hollywood-Flair – die Geschichte des Telefons ist unterhaltsamer als gedacht, von Alexander Graham Bell über Torwartlegende Sepp Maier bis zum iPhone 17.

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Weiterentwicklung: Moderne Smartphones können nach 150 Jahren Telefon-Evolution weit mehr als nur telefonieren

Weiterentwicklung: Moderne Smartphones können nach 150 Jahren Telefon-Evolution weit mehr als nur telefonieren

Foto: Iryna Veklich / Moment / Getty Images

Vor genau 150 Jahren begann die Geschichte des Telefons mit einem der wohl wertvollsten Patente aller Zeiten. Am 14. Februar 1876 reichte der britisch-amerikanische Wissenschaftler Alexander Graham Bell seinen Patentantrag für ein „Verfahren zur Übertragung von Sprache oder anderen Tönen durch telegrafische Wellen“ im US-Patentamt in Washington D.C. ein – und wurde so zum „Vater des Telefons“.

Nebenbei löste er damit aber auch einen bis heute umstrittenen Patentkrimi aus, baute das Fundament für einige Meilensteine der Technikgeschichte und legte den Grundstein für die Entstehung von AT&T, dem einstmals mächtigsten Kommunikationsmonopol der Welt. Unsere Bilderreihe zeigt, was genau Bell da ins Rollen gebracht und wie sich das Telefon über die Jahrzehnte hinweg immer weiterentwickelt hat.

Alexander Graham Bell und die Erfindung des Telefons
Der „Vater des Telefons“: Der Physiker Alexander Graham Bell lebte von 1847 bis 1922

Der „Vater des Telefons“: Der Physiker Alexander Graham Bell lebte von 1847 bis 1922

Foto: dpa

Bell ist heutzutage nicht nur für sein technisches Genie bekannt, sondern auch für seine juristische Skrupellosigkeit. Denn auch der Erfinder Elisha Gray reichte am 14. Februar 1876 eine vorläufige Patentanmeldung für einen Fernsprecher ein, allerdings zwei Stunden nach Bell und damit zu spät. Heute noch gibt es Diskussionen unter Historikern, ob Bell seine Idee damals womöglich bei Gray abgeschaut haben könnte.

Am 7. März 1876 erhielt Bell dann das Patent Nummer 174465  für die „Methode und den Apparat zur telegrafischen Übermittlung von gesprochenen und anderen Geräuschen durch elektronische Wellenbewegungen“. Erst drei Tage später, am 10. März, gelang es ihm erstmals, damit ein funktionierendes Telefonat durchzuführen. Allerdings nur, weil er dafür ein von Gray erdachtes und auf Flüssigkeit basierendes Mikrofon nutzte. Nichtsdestotrotz setzte sich Bell in dem Patentstreit gegen Gray durch, später auch vor Gericht. Und Gray war nicht der einzige Erfinder, der gegen Bell den Kürzeren zog.

Hatte schon 1861 eine gute Idee: Der Hesse Johann Philipp Reis erfand bereits 15 Jahre vor Bell einen Fernsprecher

Hatte schon 1861 eine gute Idee: Der Hesse Johann Philipp Reis erfand bereits 15 Jahre vor Bell einen Fernsprecher

Foto: dpa

Der deutsche Physiker und Erfinder Johann Philipp Reis hatte bereits 1861 – also 15 Jahre vor Bells Patentanmeldung – in Frankfurt am Main einen Fernsprecher präsentiert und mit dem Satz „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ bewiesen, dass seine Erfindung funktionierte. Bell soll die Konzepte von Reis gekannt haben, auch in diesem Zusammenhang werfen manche Experten dem US-Erfinder Ideenklau vor.

Konnte sich nicht durchsetzen: Dieses Foto von 1961 zeigt die Fernsprechanlage von Johann Philipp Reis

Konnte sich nicht durchsetzen: Dieses Foto von 1961 zeigt die Fernsprechanlage von Johann Philipp Reis

Foto: Richard Koll/ dpa

Das Problem des Reis-Apparats war aber, dass er nur in einer Richtung funktionierte. Man konnte also nicht auf das Gehörte antworten. Bells Telefon dagegen erlaubte einen direkten Austausch in beiden Richtungen.

AT&T, die Bell Labs und wichtige Grundlagenforschung

Aus Bells Start-up, der sogenannten Bell Telephone Company, entwickelte sich bald die American Telephone and Telegraph Company – oder kurz: AT&T. Dieser Konzern hielt über weite Teile des 20. Jahrhunderts das Kommunikationsmonopol in den USA. Schließlich griff die US-Regierung aber doch ein und so wurde AT&T 1984 zerschlagen.

Hören, sprechen und sehen zugleich: Der damalige AT&T-Präsident Walter Sherman Gifford testet in den Bell Telephone Laboratories einen Apparat für Videotelefonie – und das im Jahr 1927

Hören, sprechen und sehen zugleich: Der damalige AT&T-Präsident Walter Sherman Gifford testet in den Bell Telephone Laboratories einen Apparat für Videotelefonie – und das im Jahr 1927

Foto: PhotoQuest / Getty Images

Bis dahin arbeiteten die Bell Telephone Laboratories als Forschungsabteilung von AT&T allerdings an wichtiger Grundlagenforschung, bei der es um weit mehr als nur ums Telefonieren ging, und die im Laufe der Zeit zum Gewinn von elf Nobelpreisen führte.

Unter anderem wurden dort der Transistor sowie das Betriebssystem Unix erfunden. Letzteres gilt als eines der einflussreichsten Betriebssysteme der Computergeschichte und technischer Vorfahr von Systemen, die auch heute noch in Computern und Smartphones genutzt werden, zum Beispiel macOS und iOS von Apple.

Vom „Fräulein vom Amt“ zur Wählscheibe
Das Telefon breitet sich aus: In Berlin standen früh die ersten Fernsprecher, dieses Foto stammt aus dem Jahr 1928

Das Telefon breitet sich aus: In Berlin standen früh die ersten Fernsprecher, dieses Foto stammt aus dem Jahr 1928

Foto: Keystone-France / Gamma-Keystone / Getty Images

Zurück zur Entwicklung des Telefons selbst: Am 1. April 1881 entstand in Berlin das erste Telefonnetz in Deutschland. Zunächst mit nur 48 Teilnehmern, doch die Zahl der Anschlüsse wuchs schnell und 1885 waren es bereits 4300. Den Luxus eines Telefons musste man sich aber erst mal leisten können. Ein Anschluss kostete jährlich mindestens 200 Mark Benutzungsgebühr und damit so viel wie eine Zweizimmerwohnung im damaligen Berlin.

Nachdem bereits 1878 in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut die erste öffentliche Telefonzelle platziert worden war, stand ab 1881 auch in Berlin ein erster sogenannter Fernsprechkiosk. Daraus entwickelten sich später Telefonzellen mit Münzeinwurf, die lange Zeit an so gut wie jeder Straßenecke zu finden waren.

Das „Fräulein vom Amt“: Bevor man selbst Telefonnummern wählen konnte, musste man verbunden werden

Das „Fräulein vom Amt“: Bevor man selbst Telefonnummern wählen konnte, musste man verbunden werden

Foto: Hulton Archive / Getty Images

Weil man noch keine Telefonnummern wählen konnte, wurde man per Handschaltung verbunden. Das übernahmen hierzulande ab 1889 sogenannte „Fräuleins vom Amt“ – Frauen mit höherer Stimmlage waren wegen der schwachen Leitungsqualität schlicht besser zu verstehen.

Bitte nicht verwählen: Das Siemens-Halske Modell 27 aus dem Jahr 1927 funktionierte mit einem sogenannten Hebdrehwähler

Bitte nicht verwählen: Das Siemens-Halske Modell 27 aus dem Jahr 1927 funktionierte mit einem sogenannten Hebdrehwähler

Foto: DEA / A. Dagli Orti / De Agostini / Getty Images

Ebenfalls 1889 erfand der US-Amerikaner Almon Strowger den elektromechanischen Hebdrehwähler und legte die technische Grundlage für die Möglichkeit, direkt am Telefon eine Nummer zu wählen. 1913 ließ die Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske – ein Unternehmen, das später zur Siemens AG wurde – die erste Wählscheibe patentieren.

Anschließend bremsten Wirtschaftskrisen und zwei Weltkriege die Weiterentwicklung und den Ausbau des Selbstwahlsystems hierzulande zwar aus, doch aufzuhalten war die Verbreitung des Telefons nicht. 1955 entstand zwischen Lörrach im Südwesten Baden-Württembergs und Basel in der Schweiz die erste selbst wählbare Verbindung ins Ausland. 1966 wurden in der Bundesrepublik die letzten Ortsvermittlungsstellen mit „Fräuleins vom Amt“ stillgelegt.

Sportlicher Gastauftritt: Telefonzellen in Deutschland waren nach dem Zweiten Weltkrieg einheitlich gelb. Dieses Foto stammt aus dem Fernsehfilm „Gruzäfümfal“ von 1981, neben der Schauspielerin Hilde Berndt spielte auch die deutsche Torwartlegende Sepp Maier mit

Sportlicher Gastauftritt: Telefonzellen in Deutschland waren nach dem Zweiten Weltkrieg einheitlich gelb. Dieses Foto stammt aus dem Fernsehfilm „Gruzäfümfal“ von 1981, neben der Schauspielerin Hilde Berndt spielte auch die deutsche Torwartlegende Sepp Maier mit

Foto: United Archives / Getty Images

Anfangs trugen die Telefonhäuschen die Farben Gelb und Blau, ab 1934 dann Rot. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es sie sowohl in West- als auch in Ostdeutschland nur noch in Gelb. Da viele Menschen weiterhin keinen eigenen Anschluss im Haus hatten, waren die Telefonzellen oft die einzige Möglichkeit, um mit Verwandten und Bekannten zu telefonieren.

Erst mit Tasten, dann ohne Schnur
Drücken statt Drehen: Ab 1963 verbreiteten sich Tastentelefone in den USA, in Deutschland verbreitete sich die Neuerung erst in den 80er-Jahren

Drücken statt Drehen: Ab 1963 verbreiteten sich Tastentelefone in den USA, in Deutschland verbreitete sich die Neuerung erst in den 80er-Jahren

Foto: Bettmann / Bettmann Archive

Anfang der 1960er-Jahre entwickelte das AT&T-Tochterunternehmen Western Electric das sogenannte Mehrfrequenzwahlverfahren. Dabei aktivierte man per Tastendruck bestimmte Töne mit festgelegten Frequenzen und übermittelte so die Telefonnummern, die man wählen wollte. So ersetzten Nummerntasten die altbekannte Wählscheibe am Telefon – und man verwählte sich endlich nicht mehr so oft.

Noch kein allzu handliches Handy: Das DynaTAC 8000X war das erste Mobiltelefon von Motorola

Noch kein allzu handliches Handy: Das DynaTAC 8000X war das erste Mobiltelefon von Motorola

Foto: Tim Boyle / Bloomberg / Getty Images

Ab den 1980ern verbreiteten sich dann langsam Schnurlos- und sogar Mobiltelefone. 1983 brachte Motorola mit dem DynaTAC 8000X das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt. Das Modell wog circa 800 Gramm, war 33 Zentimeter lang und der Akku hielt beim Telefonieren nur knapp eine halbe Stunde. Kostenpunkt: 3995 Dollar.

Das Telefon erobert Hollywood
„Bei Anruf Mord“: Hollywoodstar Grace Kelly soll in diesem Alfred-Hitchcock-Klassiker umgebracht werden, während sie von einem Telefonanruf abgelenkt wird

„Bei Anruf Mord“: Hollywoodstar Grace Kelly soll in diesem Alfred-Hitchcock-Klassiker umgebracht werden, während sie von einem Telefonanruf abgelenkt wird

Foto: John Kobal Foundation / Getty Images

Auch im Film und Fernsehen waren Telefone immer öfter zu sehen. 1954 stand zum Beispiel in „Bei Anruf Mord“ (im englischen Original: „Dial M for Murder“) von Regisseur Alfred Hitchcock ein Telefon im Fokus, denn in dem Thriller sollte Margot Wendice, verkörpert von der Schauspielerin Grace Kelly, während eines Anrufs ermordet werden.

Ferngespräch: „E.T.“ möchte mit seiner außerirdischen Heimat telefonieren

Ferngespräch: „E.T.“ möchte mit seiner außerirdischen Heimat telefonieren

Foto: Mark Sennet / Getty Images

1982 will auch „E.T. – Der Außerirdische“ im gleichnamigen Film von Regisseur Steven Spielberg (79) „nach Hause telefonieren“.

„Wall Street“: Michael Douglas alias Gordon Gekko schreit am Telefon gern mal Freunde und Feinde an

„Wall Street“: Michael Douglas alias Gordon Gekko schreit am Telefon gern mal Freunde und Feinde an

Foto: 20thCentFox / Courtesy Everett Collection / IMAGO

Im Film „Wall Street“ sieht man 1987 auch den Börsenspekulanten Gordon Gekko immer wieder am Telefon , gespielt wurde er von Hollywoodstar Michael Douglas (81).

Der Aufstieg des Handys

Mit dem Global System for Mobile Communications (GSM) wurde in den 1990er-Jahren die technische Grundlage für digitale Mobilfunknetze eingeführt, 1992 folgte zudem der „Short Message Service“, also die SMS. Mobilfunkverträge wurden günstiger, Handys wurden immer kleiner, leichter und leistungsfähiger.

Das erste Smartphone: Der sogenannte Simon von IBM verfügte bereits 1994 über ein Touchdisplay, dieses Foto stammt aus dem Science Museum in London

Das erste Smartphone: Der sogenannte Simon von IBM verfügte bereits 1994 über ein Touchdisplay, dieses Foto stammt aus dem Science Museum in London

Foto: Rob Stothard / Getty Images

Mit dem IBM Simon Personal Communicator erschien 1994 sogar schon das erste Smartphone der Welt. Entwickelt wurde es vom IT-Unternehmen IBM und vertrieben von BellSouth, einer der sieben US-Regionalgesellschaften, die nach der Zerschlagung von AT&T im Jahr 1984 entstanden waren.

Das Simon verfügte bereits über einen Touchscreen, allerdings mit geringer Auflösung und – wie es damals noch üblich war – mit schwarz-weißem LCD-Display. Das erste Handy mit Farbdisplay war das Siemens S10 aus dem Jahr 1997.

Mobil ins Netz: Mit dem Nokia 9000 Communicator konnte man bereits 1996 von Unterwegs ins Internet

Mobil ins Netz: Mit dem Nokia 9000 Communicator konnte man bereits 1996 von Unterwegs ins Internet

Foto: Marc GANTIER / Gamma-Rapho / Getty Images

Der Nokia Communicator 9000 aus dem Jahr 1996 war das erste Handy auf dem Markt, das sogar über einen Webbrowser verfügte. Damit konnte man bereits E-Mails und Faxe versenden und natürlich im frühen Internet surfen.

Nicht mehr benötigt: 142 Jahre lang gab es Telefonzellen in Deutschland, inzwischen haben sie alle ausgedient

Nicht mehr benötigt: 142 Jahre lang gab es Telefonzellen in Deutschland, inzwischen haben sie alle ausgedient

Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Da immer mehr Leute Handys besaßen, wurden Telefonzellen langsam überflüssig. 1999 gab es deutschlandweit noch 170.000 Stück, im Laufe der Jahre nahm diese Zahl aber immer weiter ab. Im November 2022 wurden hierzulande schließlich alle Telefonzellen mit Münzzahlung deaktiviert und im Januar 2023 wurde auch die Zahlfunktion mit Telefonkarte eingestellt.

Vom ersten iPhone bis heute
Die legendäre iPhone-Präsentation: Der damalige Apple-Chef Steve Jobs stellte 2007 das erste iPhone vor

Die legendäre iPhone-Präsentation: Der damalige Apple-Chef Steve Jobs stellte 2007 das erste iPhone vor

Foto: PAUL SAKUMA/ AP

„Von Zeit zu Zeit kommt ein revolutionäres Produkt auf den Markt, das alles verändert.“ Mit diesen Worten eröffnete der damalige Apple-Chef Steve Jobs im Jahr 2007 die Präsentation des ersten iPhones . Tatsächlich läutete dieses Apple-Produkt einen Wendepunkt am Mobilfunkmarkt und die Herrschaft der Smartphones ein. Das Telefonieren wurde immer mehr zur Nebensache, stattdessen konnte man dank der Multitouch-Oberfläche auf seinem Handy alle möglichen Apps und Programme nutzen.

Moderner Fernsprechapparat: Das iPhone 17 ist die aktuelle Version von Apples Smartphone-Flaggschiff

Moderner Fernsprechapparat: Das iPhone 17 ist die aktuelle Version von Apples Smartphone-Flaggschiff

Foto: Shannon Stapleton / REUTERS

Heutzutage dominieren Unternehmen wie Apple, Samsung und Xiaomi den Smartphonemarkt. Samsung verkaufte zum Beispiel im vergangenen Jahr 230 Millionen Smartphones. Bei Apple waren es sogar 240 Millionen iPhones. Das bescherte der Marke mit dem Apfel zuletzt ein deutliches Wachstum: Der Apple-Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal um 16 Prozent und erreichte ein Rekordhoch von 143,8 Milliarden Dollar, dadurch stieg auch der Gewinn um 16 Prozent auf rund 42 Milliarden Dollar (umgerechnet knapp 35,2 Milliarden Euro).

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