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Deutscher Maler: Kunstszene am Golf: Richter gestaltet Pavillon in Katar

Дата публикации: 10-09-2026 12:12:34




Seine Werke haben Rekordpreise erzielt: Maler Gerhard Richter (94) ist einer der einflussreichsten Künstler der Welt. Im Golfstaat Katar soll nun ein von ihm entworfener Pavillon entstehen.



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Deutscher Maler Kunstszene am Golf: Richter gestaltet Pavillon in Katar

Berlin · Seine Werke haben Rekordpreise erzielt: Maler Gerhard Richter (94) ist einer der einflussreichsten Künstler der Welt. Im Golfstaat Katar soll nun ein von ihm entworfener Pavillon entstehen.

10.09.2026 , 14:12 Uhr

Gerhard Richter gehört zu den einflussreichsten Künstlern der Welt. (Archivbild)

Gerhard Richter gehört zu den einflussreichsten Künstlern der Welt. (Archivbild)

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der deutsche Maler Gerhard Richter (94) gestaltet einen Ausstellungspavillon im Golfstaat Katar. Das Bauwerk soll im November eröffnet werden. „Er ist ein großartiger Künstler“, sagte die Vorsitzende von Katars Museumsbehörde, al-Majassa bint Hamad Al Thani. Sie ist die Schwester von Katars Emir, trägt den Titel einer „Scheicha“ und stellte die Pläne in der Neuen Nationalgalerie in Berlin vor.

Richter gilt als einer der weltweit bedeutendsten Künstler, seine Werke erzielen auf dem Kunstmarkt seit Jahrzehnten Rekordpreise. Der gebürtige Dresdner lebt seit Jahrzehnten in Köln. Seine „Strip Paintings“ mit langen Farbstreifen inspirierten den neuen Pavillon.

Richter habe den Pavillon als frei stehendes Werk der Kunst und Architektur entwickelt, das eigens dafür ausgewählte Bilder und Skulpturen präsentiere, heißt es in der Ankündigung. Das sechseckige Bauwerk soll in der Hauptstadt Doha im Park des Museums für Islamische Kunst entstehen. Zum Budget wurden keine Angaben gemacht. Eröffnet werden soll der Pavillon zur Kunstausstellung Quadriennale.

Die Vorsitzende von Katars Museumsbehörde: al-Majassa bint Hamad Al Thani.

Die Vorsitzende von Katars Museumsbehörde: al-Majassa bint Hamad Al Thani.

Foto: Jens Kalaene/dpa

Golfstaat baut seinen Einfluss aus

Katar liegt auf der Arabischen Halbinsel und zählt dank enormer Vorkommen an Erdgas und Erdöl zu den reichsten Ländern der Welt. Die absolut regierte Monarchie wird geführt vom Herrscherhaus der Al Thani, aus dem auch der Emir Tamim bin Hamad stammt. Katar ist von der Fläche kleiner als Schleswig-Holstein, hat seinen politischen und wirtschaftlichen Einfluss in der Welt seit den 1990er Jahren aber massiv ausgebaut.

Ähnlich wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate treibt Katar auch die Szene für moderne und zeitgenössische Kunst voran. Katar beauftragte etwa den inzwischen verstorbenen US-Bildhauer Richard Serra wie auch Damien Hirst und Jeff Koons. Mehrere neue Museen wurden eröffnet oder sind im Bau, auch die renommierte Kunstmesse Art Basel fand im Februar erstmals in Doha statt. 

Investitionen in den Ankauf von Kunst

Treibende Kraft und einflussreichste Figur dabei ist al-Majassa, die Vorsitzende von Katars Museumsbehörde. Über den Staatshaushalt und Staatsfonds QIA wie auch mit Mitteln ihrer Familie hat sie Summen in den Ankauf von Kunst investiert, von denen das Museum of Modern Art in New York oder die Tate Modern in London nur träumen können. Sie kaufte etwa berühmte Werke von Paul Cézanne, Paul Gauguin und Mark Rothko.

Immer wieder kommt der Vorwurf auf, Katar wolle sein Image trotz der schlechten Lage der Menschenrechte durch Kunst reinwaschen. Ähnliche Kritik gab es schon, als das Land 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichtete. Angesichts der stark eingeschränkten Meinungsfreiheit in Katar bewegt sich die Kunst in einem Spannungsfeld zwischen Zensur und freiem Ausdruck. Befürworter einer Zusammenarbeit mit dem Staat Katar halten dagegen, dass Kunst auch soziale Veränderungen vorantreiben könne.

Al-Majassa entgegnete, bei Kultur gehe es schon immer um menschliche Entwicklung, Wissensaufbau, Austausch und Dialog. Sie warf die Frage auf, ob man auch westliche Staaten frage, ob sie ihr Image mit der Unterstützung der Kultur verbessern wollten. „Kultur war uns schon immer wichtig.“

© dpa-infocom, dpa:260910-930-664639/1

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