Nieren, Speck, Porree und Tomaten ergeben ein herzhaftes Ragout, das früher in vielen Küchen selbstverständlich auf den Tisch kam.
Innereien wie Nieren, Leber oder Herz hatten es lange in der modernen Küche schwer: Dabei gehörten solche Gerichte für unsere Großeltern ganz selbstverständlich zum Speiseplan – nicht nur aus Sparsamkeit, sondern weil sie den kräftigen, besonderen Geschmack von Innereien einfach zu schätzen wussten.
Rezepte wie das Nierenragout sind heute vielerorts in Vergessenheit geraten, dabei lohnt sich gerade dieses Gericht, um sich noch einmal an den Geschmack von früher heranzutasten. Wer sich traut, wird überrascht sein, wie mild gut zubereitete Nieren tatsächlich schmecken können. Hier ist das Rezept aus Omas Lieblings-Kochbuch.
Der Trick beim Nierenragout liegt in der sorgfältigen Vorbereitung der Nieren: Sie werden längs halbiert, von den weißen Röhren befreit und erst dann in Stücke geschnitten. Genau diese Röhren (Harnkanäle) sind es, die für den strengen Geschmack verantwortlich sind, den viele mit Innereien verbinden – werden sie gründlich entfernt, wird das Fleisch deutlich milder.
Speck und Porree geben dem Ragout zusätzlich eine herzhafte Basis, während die frischen Tomaten am Ende für eine angenehme Säure sorgen. Wichtig ist außerdem, die Nieren nicht zu lange zu garen, damit sie zart bleiben und nicht zäh werden. Die kurze Garzeit von insgesamt etwa 20 Minuten reicht völlig aus, um das Fleisch durchzuziehen und gleichzeitig seine Zartheit zu bewahren.
Innereien sind heute unbeliebter als bei unseren Großeltern. Oma und Opa aßen gern Nieren und Leber, doch heute werden solche Gerichte seltener gekocht.
© Illustration: Berliner KURIER/KI
Zutaten für NierenragoutSie brauchen: 500 g Schweinenieren, 125 g durchwachsener Speck, 2 Stangen Porree, Salz, Pfeffer, edelsüßer Paprika, 1 l Fleischbrühe, 2 Tomaten, 1 EL Stärkemehl
Zubereitung: So wird das Nierenragout gekochtWaschen Sie die Nieren gründlich, halbieren Sie sie längs, schneiden Sie die Röhren heraus und schneiden Sie das Fleisch in Stücke. Lassen Sie den Speck aus und braten Sie die Nierenstücke darin an. Schneiden Sie den vorbereiteten Porree in Ringe und dünsten Sie ihn 5 Minuten mit. Würzen Sie mit Salz, Pfeffer und Paprika.
Füllen Sie mit der Fleischbrühe auf und garen Sie alles 15 Minuten auf kleiner Flamme. Überbrühen Sie die Tomaten mit kochendem Wasser, schälen Sie sie und schneiden Sie sie in Achtel. Erhitzen Sie sie im Nierenragout mit. Binden Sie alles mit dem angerührten Stärkemehl und schmecken Sie noch einmal ab.
Das Nierenragout kann einfach so mit Brot gegessen oder auch mit einer Beilage wie Salz- oder Petersilienkartoffeln serviert werden. Wer den Geschmack von früher ausprobieren will: Wir wünschen viel Vergnügen mit diesem besonderen Rezept aus Großmutters Zeiten!
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