Der 1. FC Saarbrücken ging mit Rückenwind ins nächste Heimspiel. Nach dem deutlichen Auswärtssieg in Meppen kam jetzt Ingolstadt in den Ludwigspark. Hier lesen Sie den ganzen Spielbericht.
Saarbrücken · Der 1. FC Saarbrücken ging mit Rückenwind ins nächste Heimspiel. Nach dem deutlichen Auswärtssieg in Meppen kam jetzt Ingolstadt in den Ludwigspark. Hier lesen Sie den ganzen Spielbericht.
12.09.2026 , 18:57 Uhr
Beim Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken läuft es – und das sollte sich auch gegen den Angstgegner FC Ingolstadt (in 10 3.-Liga-Spielen nur ein Sieg) nicht ändern. Vielmehr wollte das Team von FCS-Trainer Argirios Giannikis an den 6:1-Kantersieg beim SV Meppen anknüpfen. Dafür hat der Trainer den genau gleichen Kader für das Spiel am Samstag nominiert, der auch den Erfolg im Emsland brachte. Sprich: Giannikis vertraute der gleichen Startelf wie gegen Meppen. Damit saß Stürmer Kai Brünker erst einmal wieder auf der Bank und Sturmjuwel Alexander Staff – gegen Meppen zur Pause ausgewechselt und vom Trainer nach der Partie kritisiert – durfte wieder von Beginn an ran.
Anders Gäste-Trainerin Sabrina Wittmann, die im Vergleich zur 0:3-Heimniederlage gegen Alemannia Aachen ihre Startelf auf zwei Positionen veränderte. Innenverteidiger Elias Decker gegen Aachen mit Rot vom Platz geflogen, wurde durch Lukas Fröde ersetzt. Dazu rutschte auch Keanan Bennetts für Yannick Deichmann (Bank) in die Startformation.
Vor dem Anpfiff richtete FCS-Stadionsprecher Christoph Tautz klare Worte an die saarländische Landesregierung, die plant, dass die Vereine zukünftig die Polizeikosten für ihre Spiele übernehmen sollen. Bislang übernahm der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Mehrkosten gerade bei Hochrisikospielen. Mit einem neuen Polizeigesetz will die saarländische Landesregierung die Möglichkeit schaffen, die Veranstalter finanziell heranzuziehen. „Wir erleben schon seit Jahren, wie weltfremd und übertrieben die Einsätze der Polizei rund um unsere Heimspiele sind“, erklärte Tautz: „Normale Fußballfans werden gegängelt und eingeschränkt.“ Dass die Vereine die Kosten zukünftig selbst zahlen sollen, „würde früher oder später dazu führen, dass die Ticketpreise ansteigen, viele Menschen ausgeschlossen werden, weil sie es sich nicht mehr leisten können“, sagte Tautz weiter: „Das kann nicht sein. Der FCS und die Fanszene machen diesen Schwachsinn nicht mit.“ Das Ganze wurde mit lautem Applaus und mehreren Spruchbändern „Wir zahlen nicht für euren Sicherheitswahn“ und „Fans und Vereine: Wehren wir uns“ beim Einlaufen der Mannschaften unterstützt.
Danach ging es um Fußball auf dem Rasen und dort erwischte der FCS ähnlich wie in Meppen den besseren Start. In der 2. Minute versuchte es Staff aus spitzem Winkel, doch FCI-Torhüter David Klein war zur Stelle. Drei Minuten später tanzte Kelsey Owusu auf dem linken Flügel Innenverteidiger Georgios Antzoulas aus und legte von der Grundlinie zurück auf Christian Kühlwetter, der die scharfe Flanke aber einen Meter am Tor vorbei setzte (5.). In der Anfangsviertelstunde waren die Blau-Schwarzen das klar tonangebende Team. Ein früher Führungstreffer für den FCS wie noch in Meppen blieb aber aus. Der FCI versuchte sich zu wehren, brachte aber wenig zustande. Und ging dennoch in der 27. Minute mit 1:0 in Führung. Auf der linken Seite agierte der FCS zu schläfrig.
Erst grätschte Kapitän Florian Pick ins Leere, dann ließ sich Philip Fahrner im Laufduell zu leicht abschütteln. Das Ergebnis: Nishan Velupillay legte von der Grundlinie quer, Niko Bretschneider versuchte, die Flanke zu klären, doch spielte die Kugel genau vor die Füße von Stürmer Lars Lokotsch, der aus 14 Metern gekonnt ins rechte Eck vollendete. Die kalte Dusche für die Saarbrücker. Wie in den vergangenen Heimspielen gegen Rot-Weiss Essen, Hertha BSC und Hansa Rostock musste der FCS wieder einem Rückstand hinterherlaufen.
Der FCI, durch das Führungstor aufgewacht, agierte nun besser. Erst setzte Lokotsch einen Distanzschuss aus 18 Metern neben das Tor (35.), dann parierte FCS-Keeper Matteo Bignetti einen Flachschuss von Frederik Carlsen zur Ecke (36.). Die Schanzer verdienten sich ihre Führung nachträglich. Der FCS hingegen musste sich von dem Gegentreffer erst einmal erholen, kam kurz vor der Pause aber wieder besser ins Spiel. Nach feinem Zuspiel von Mladen Cvjetinovic versuchte es Staff aus der Distanz, doch der Schuss des Stürmers wurde zur Ecke abgefälscht. Wenig später brannte es im Strafraum der Saarbrücker lichterloh. Nach einem Freistoß blieb der FCI dran, erkämpfte sich gegen Staff die Kugel und kombinierte in den Strafraum. Dort angekommen, gingen gleich mehrere Saarbrücker in den Zweikampf, mit Erfolg. Doch die Ingolstädter wollten ein Handspiel von Fahrner gesehen haben. Der Schiedsrichter Michael Näther entschied aber auf Stürmerfoul von Ingolstadts Vinko Sapinha, als er versuchte, den Ball vom Fuß seines Gegenspielers zu stochern. (45.). Danach ging es in die Pause.
Der zweite Durchgang startete ohne personelle Veränderungen und wieder erwischte der FCS den besseren Start. Nach einer Seitenverlagerung von Staff spielte Fahrner über Pick den Ball zu Kühlwetter. Der Stürmer verschaffte sich gegen Jonas Scholz etwas Platz und versuchte es aus 18 Metern. Doch sein Flachschuss flog knapp links am Tor vorbei (47.). Die Saarbrücker hielten den Druck hoch und drückten den FCI tief in die eigene Hälfte. Aber die Wittmann-Elf stand in ihrem 5-1-3-1-System sicher. In der 56. Minute reagierte Giannikis und wechselte doppelt.
Für Owusu und Kühlwetter kamen Brünker und Maurice Multhaup ins Spiel – und Brünker wäre fast sofort erfolgreich gewesen. Bei der anschließenden Ecke für den FCS hatten die 12.018 Fans im Ludwigspark (rund 100 Gäste-Fans) den Tor-Schrei schon auf den Lippen. Doch FCI-Torhüter Klein parierte den Kopfball von Brünker stark (57.). Drei Minuten später war der Ingolstädter Keeper wieder gefordert. Multhaup legte sich den Ball selbst in den Lauf vor und schoss die aufhüpfende Kugel volley aufs Tor. Doch Klein pflückte den Distanz-Versuch sicher weg (60.). Der FCI sah in dieser Phase Angriff um Angriff auf sich zurollen. Deswegen reagierte auch Wittmann und tauschte in der 61. Minute ebenfalls doppelt. Für Bennetts und Max Plath kamen Deichmann und Linus Rosenlöcher in die Partie (61.). Doch der FCS kam dem Ausgleich nun immer näher. Im Anschluss an einen Freistoß von Pick setzte Siemen Voet – in Meppen noch doppelt getroffen – den Ball aus sieben Metern volley über das Tor (63.).
Wie in Durchgang eins überstand der FCI aber die Drangphase des FCS in den ersten 15 Minuten und wurde seinerseits wieder aktiver. Der eingewechselte Rosenlöcher flankte in die Mitte zu Lokotsch, doch Voet klärte die Flanke per Kopf (66.). Wenig später war wieder Lokotsch im Fokus, der die Kugel im Strafraum sicherte und zurück auf den erst kurz zuvor eingewechselten Joseph Ganda legte. Doch der Abschluss flog rechts am FCS-Tor vorbei (71.). Dann tauschte Giannikis wieder doppelt. Für den glücklosen Staff kam Seung-Joon Lee ins Spiel. Dazu kam auch Calogero Rizzuto für Fahrner ins Spiel (72.). Kurz darauf die nächste dicke Gelegenheit für den FCS. Nach einem Schuss von Multhaup stand Lokotsch goldrichtig und köpfte den Ball vor der Torlinie weg (73.).
Der FCS drückte, doch hatte Mühe, sich klare Chancen herauszuspielen. In der 83. Minute versuchte es Pick aus der Distanz. Doch der harmlose Schuss war für Klein kein Problem. Zwei Minuten später war dann auch Schluss für Bretschneider. Für ihn kam Anton Bäuerle ins Spiel. Das FCS-Debüt für den Linksverteidiger (85.). Der FCI hatte seine Offensivbemühungen fast vollständig eingestellt und konzentrierte sich darauf, die knappe 1:0-Führung über die Zeit zu retten. Der FCS rannte an – ohne Erfolg. Die große Chance auf den späten Ausgleich verpasste Brünker nach Bäuerle-Flanke. Der Stürmer erwischte den Ball per Kopf nicht richtig und nickte die Kugel knapp rechts vorbei (90+2).
Damit müssen sich die Saarbrücker zum zweiten Mal in Folge zu Hause geschlagen geben. Der Start in die englische Woche misslingt. Doch viel Zeit die Niederlage zu verdauen bleibt nicht. Weiter geht es bereits am Mittwoch auswärts beim FC Preußen Münster (19 Uhr).