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LG äußert sich zu Vorwürfen bezüglich Smart-TV-Tracking

Дата публикации: 15-09-2026 04:10:00

LG hat auf die Untersuchung von Gamers Nexus zu Smart-TVs reagiert. Der Hersteller erläutert die ACR-Funktion, bleibt bei vielen Vorwürfen jedoch vage.

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TV-Hersteller LG hat sich inzwischen zu den von Gamers Nexus durchgeführten Untersuchungen an Smart-TVs des Unternehmens geäußert. Darin erläutert das Unternehmen ausführlich die Funktion der automatischen Inhalteerkennung (Automatic Content Recognition, ACR).

Alles in allem klingt die Stellungnahme defensiv und streckenweise lahm. So geht LG an etlichen Stellen nicht direkt auf die Vorwürfe der Forscher von Gamers Nexus ein, sondern schreibt drumherum. Das lässt Deutungsspielraum.

Zumindest sind die Erläuterungen zur automatischen Inhalteerkennung hilfreich für das Verständnis, wie Werbung am TV – nicht nur bei LG – heute funktioniert. So nutzt LG für ACR nach eigenen Angaben ausschließlich Audio-Schnipsel, also keine Videoaufnahmen. Hier lagen die Forscher von Gamers Nexus womöglich falsch, sie hatten erklärt, das TV mache auch Screenshots. Die erfassten Audioschnipsel würden außerdem über den internen Audio-Prozessor verarbeitet, nicht über einen Lautsprecher, erklärt LG in der Stellungnahme.

Davon war in den Untersuchungen allerdings auch nicht die Rede, stattdessen erklärten die Forscher, dass das TV die Audiodaten als Hashes verarbeitet und verschickt. Dabei handelt es sich um kurze Textschnipsel, die den erfassten Inhalt kennzeichnen. Anhand der Hashes lässt sich der am großen Schirm erfasste Inhalt erkennen.

Aktive Spracherkennung

Die Sprachinteraktion am TV würde nur aktiviert, sofern Nutzer die Mikrofontaste auf der Fernbedienung drücken oder die „benutzerfreundliche Freisprecheinrichtung“ nutzen, also das im TV eingebaute Mikrofon aktivieren. Auch dies entspricht den Abgaben von Gamers Nexus. Einer der Knackpunkte liegt woanders, nämlich wie lange das TV aufzeichnet, nachdem man das Freisprechmikrofon mit „Hi LG“ aktiviert hat. Den Zeitraum beziffern die Forscher auf 10 bis 15 Sekunden, der Hersteller räumt nun sogar eine Nachlaufzeit von bis zu 18 Sekunden ein. Ohne Spracheingaben ende die Session 10 Sekunden, nachdem Nutzer das Keyword (Hi LG) gesprochen oder die Mikrofontaste gedrückt hätten. Das deckt sich mit den Angaben von Gamers Nexus.

Nur vermeintlich eindeutiger äußert sich der Hersteller zum Vorwurf, das TV speichere im Offline-Modus keine Sprachdaten und sende diese nicht, nachdem es erneut mit dem Internet verbunden wird. „The TV does not continuously listen to, record, or store conversations in the home,“ heißt es in der Stellungnahme.

Das widerspricht zumindest in Teilen LG eigener Aussage, denn sofern ein Nutzer die Freisprech-Sprachsteuerung aktiviert, überwacht der Fernseher im Standby-Modus weiterhin akustisch den Raum. Erfasste Audioaufnahmen zur Erkennung des Aktivierungsworts würden dabei lokal verarbeitet. Sie würden aber sofort gelöscht und nicht an LG gesendet, erklärte der TV-Hersteller. Hier hatten die Forscher in ihren Experimenten anderes gezeigt – was stimmt, wissen wir nicht.

LGs Stellungnahme kann man aber auch als Umschreibung des Problems auffassen, denn Gamers Nexus hatte erklärt, die Daten für ACR würden übertragen, sobald das TV wieder mit dem Internet verbunden wird. Der feine Unterschied liegt in den Wörtchen „voice data“ („voice data is not stored for later upload“), anstelle der für die ACR aufbereiteten Hashes aus den Audiodaten.

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Umgebungsgeräusche aufzeichnen

Den Vorwurf, das TV würde auch Gespräche aus der Umgebung aufzeichnen, dementiert LG nur lahm. Wenn während eine Spracherkennungssitzung in der Nähe gesprochen würde, könnten diese Gespräche in den Resultaten der Spracherkennung auftauchen, heißt es. Diese Aufnahmen stünden nur in Verbindung mit der jeweiligen Sprachsteuerung und seien kein Hinweis auf fortlaufende Aufzeichnungen oder Aufnahmen von Gesprächen in der Umgebung des TVs.

Dass Gespräche im Hintergrund mit aufgenommen werden, haben die TVs ihren ausgezeichneten Mikrofonen zu verdanken, was ja erst einmal nichts Schlechtes ist. Die Forscher von Gamers Nexus hatten in diesem Zusammenhang aber auf die Gefahren hingewiesen, die sich durch die Aufzeichnung entstehen könnten, etwa wenn Eindringlinge das TV hacken würden. Darauf geht LG ganz am Ende seiner Stellungnahme ein. So sei kein vernetztes Produkt jemals vollständig vor Sicherheitslücken gefeit – was natürlich stimmt. Das Tor für Angriffe auf Smart-TVs scheint dank der ACR-Funktion allerdings ziemlich weit offen zu stehen.

ACR nur nach Zustimmung

Sehr wichtig ist LG der Hinweis, dass die Inhalteerkennung nur stattfindet, wenn die Nutzer ihr zugestimmt hätten. Und sie könnten ihre Zustimmung jederzeit im Menü widerrufen. Die Spracherkennung sei standardmäßig deaktiviert und würde nur funktionieren, wenn Nutzer die entsprechende Sprachinformationsvereinbarung akzeptiert hätten.

So weit, so richtig, das von der YouTube-Gruppe beklagte Problem lag jedoch an anderer Stelle. So hatte die Gruppe die Anzahl der Klicks gezählt, die nötig sind, um die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und weitere Vereinbarungen rund um ACR am großen TV-Schirm lesen zu können – stolze 2700 Klicks, 50.000 Wörter und eine Lesezeit von drei bis vier Stunden.

Wer die optionalen Vereinbarungen für ACR ablehne, könne die Kernfunktionen des TV weiterhin nutzen, also Streamen über die integrierten Apps, Live-TV schauen und über HDMI angeschlossene Geräte betreiben. Allerdings schließt LG zumindest hierzulande jegliche Sprachsteuerung aus, sobald man ACR ablehnt. Ob das TV eine finale Zusammenfassung aller getrackten Daten zu LGs ACR-Werbepartner Alphonso schickt, dazu äußerte sich der Hersteller nur indirekt. Man erfasse keine Screenshots, heißt es. Gamers Nexus hatte beklagt, das TV schicke nach der Ablehnung einen finalen „Screenshot“.

WLAN abschnorcheln

Die beklagte Verarbeitung von WLAN-Daten aus der Umgebung, die Erkennung angeschlossener Geräte und ACR seien separate Funktionen mit unterschiedlichen Zwecken, erklärte der TV-Hersteller: Die Geräteerkennung unterstütze die Verbindung mit externen Geräten, die WLAN-Daten aus der Umgebung dienten der ungefähren Standortbestimmung für ACR, und ACR identifiziere Inhalte aus unterstützten Quellen. Auch hier hätten Kunden die Wahl, welche Funktionen sie aktivieren wollen.

Gleiches gelte für die erhobenen und weitergeleiteten ACR-Informationen. Die reinen Audiodaten und Umgebungsgeräusche (also Gespräche in der Umgebung) würden nicht zu Werbezwecken an LG Ad Solutions weitergeleitet, erklärte der TV-Hersteller. Zur eingeschränkten Löschung von Nutzerdaten äußerte sich LG nicht.

(uk)

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