In deutschen Mobilfunknetzen wurden sensible Handy-Daten schon vor dem Abheben übertragen. Der Verfassungsschutz warnt vor Missbrauch.
In deutschen Mobilfunknetzen wurden sensible Handy-Daten schon vor dem Abheben übertragen. Der Verfassungsschutz warnt vor Missbrauch.
Ergänzung vom 28. August 2026
Bei der BR-Recherche gelang es den Verantwortlichen unter anderem bei Telekom und Telefónica (O2) die IMEI zu erhalten. Smartphone-Modelle und Betriebsversionen wurden bei Telekom und Vodafone geteilt. Nach den Hinweisen des BR haben Telekom, Vodafone und Telefónica technische Änderungen angekündigt beziehungsweise bereits umgesetzt.
1&1 teilt in einer Stellungnahme gegenüber Burda Media mit, dass die „in der Berichterstattung genannten Informationen“ nicht „im 1&1 Mobilfunknetz an die jeweiligen Endgeräte der jeweils anderen Gesprächsstelle übertragen“ werden.
Originalmeldung vom 27. August 2026
In deutschen Mobilfunknetzen hat es offenbar eine Schwachstelle gegeben. Noch bevor ein Anruf angenommen wurde, konnten sensible Informationen über das angerufene Smartphone an die Anruferseite übermittelt werden. Dazu zählten etwa Gerätekennungen, das Modell oder der Softwarestand. Aufgedeckt wurde das Problem durch eine Recherche des Bayerischen Rundfunks (BR).
Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter war von dem Datenleck betroffen. Bei einem präparierten Testanruf konnten Reporter die individuelle Kennnummer seines Handys auslesen. Gegenüber dem BR warnte Kiesewetter vor einem potenziellen „Einfallstor für ausländische Nachrichtendienste“. Er verlangte eine schnelle Aufklärung.
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Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) bewertet die entdeckte Lücke als sicherheitsrelevant. Solche Daten könnten gezielte Cyberangriffe erleichtern. „Nahezu sicher“, geht das BfV, „davon aus, dass fremde Nachrichtendienste entsprechende Informationen für ihre Zwecke nutzen“.
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Nach BR-Angaben wurde die Schwachstelle bei mehr als 70 Testanrufen in den großen deutschen Mobilfunknetzen nachgewiesen. Je nach Anbieter wurden dabei die IMEI, das Smartphone-Modell oder der aktuelle Softwarestand übertragen.
Die betroffenen Mobilfunkkonzerne reagierten nach den Hinweisen und nahmen technische Änderungen vor. Auch der Branchenverband GSMA informierte seine Mitgliedsunternehmen, damit die betroffenen Datenströme besser abgesichert werden. Seit wann die Schwachstelle bestand, ist bislang nicht bekannt.
Die IMEI (International Mobile Equipment Identity) ist eine 15-stellige Seriennummer, mit der sich ein Smartphone eindeutig identifizieren lässt. Nach Informationen des Portals „Hepster“ kann ein Gerät damit etwa nach einem Diebstahl gesperrt werden. Nutzer können die Nummer über die Eingabe von *#06# auf dem Handy anzeigen lassen.
Wie die „Tagesschau“ berichtet, sind Netzbetreiber nach dem Telekommunikationsgesetz verpflichtet, Kommunikations- und Metadaten zu schützen. Dazu zählt auch die IMEI.
In Deutschland gibt es Hunderttausende Mobilfunkantennen. Diese werden auch als Basisstationen bezeichnet, informiert „Techbook“. Diese Basisstationen haben beim Empfangen und Versenden von Daten bestimmte Aufgaben. Das Gebiet drumherum sind Funkzellen. Auf dem Land kann eine Funkzelle etwa mehrere Kilometer Reichweite haben. In bebauten Gebieten ist die Reichweite kleiner, dort stehen mehr Mobilfunkantennen.
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