In Norwegen liegt die größte bekannte Lagerstätte für Seltene Erden innerhalb Europas. Bis 2028 soll ein Erschließungsplan vorlegen. Aber es gibt Probleme bei dem Projekt.
In Norwegen liegt die größte bekannte Lagerstätte für Seltene Erden innerhalb Europas. Bis 2028 soll ein Erschließungsplan vorlegen. Aber es gibt Probleme bei dem Projekt.
Etwa 150 Kilometer südwestlich von Oslo liegt der sogenannte Fen-Komplex. Schätzungen nach soll die Lagerstätte um die 15,9 Millionen Tonnen Oxide von Seltenen Erden beherbergen. Darunter auch Neodym und Praseodym, die unter anderem für verschiedene Technologien der Energiewende und für die Rüstungsindustrie wichtig sind. Das Projekt hatte sich aufgrund von Umweltbedenken verzögert – zum Beispiel sollten Anlagen zur Mineralverarbeitung in einem Waldgebiet entstehen – aber jetzt nimmt es Gestalt an.
Das Wichtigste in Kürze:
Konkret will die norwegische Regierung bis spätestens 2028 einen Plan zur Erschließung von Bergbauanlagen erstellt haben. Sie hatte die Planungsarbeiten erst im Frühjahr des Jahres 2026 von einer Kommune übernommen, inklusive der Prüfung alternativer Standorte für oberirdische Anlagen.
Ein Großteil der Mine soll „unsichtbar“ sein, sagt Rare Earths Norway (REN). Das Unternehmen besitzt die Abbaurechte und will sowohl den Abbau als auch die Zerkleinerung unter Tage durchführen. Einige oberirdische Aufbereitungsanlagen seien aber unvermeidbar.
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„Das Ziel ist es, bis spätestens 2028 – idealerweise jedoch schon früher – über einen Plan zu verfügen“, zitiert „Euronews“ die norwegische Industrieministerin Cecilie Myrseth. Der „Fen-Komplex“ soll langfristig dazu beitragen, die Lieferketten für kritische Rohstoffe in Europa und dem gesamten Westen zu stärken.
Das ist notwendig, weil innerhalb Europas aktuell keine Seltenen Erden abgebaut werden. Auch bei der Verarbeitung beginnt der Kontinent gerade erst damit, größere Kapazitäten aufzubauen. Aktuell ist die westliche Welt schwer von China abhängig, das sowohl einen Großteil der Kapazitäten beim Seltenerd-Abbau und bei der Verarbeitung kontrolliert.
Damit nicht genug, denn seit einiger Zeit liefert China diese Rohstoffe nur unter schwersten Restriktionen aus. Ein glatter Exportstopp ist es zwar nicht, aber die Hürden sind dermaßen hoch geworden, dass die Ausfuhren sich erheblich verzögern und im Westen schon ein Materialmangel besteht.
Laut Brian Hendrich, Marktanalyst bei Tradium, kommen zwar bei Neodym und Praseodym langsam größere Marktanteile aus den USA und aus Frankreich, diese sind aber gegenüber den chinesischen Importmengen „überschaubar“.
„Deutschland und Europa sind vor allem stark abhängig von nachgelagerten Produkten, da hier beispielsweise die Magnetfertigung noch kaum erfolgt“, erklärt Hendrich. Es werde noch dauern, bis die Mengen aus den USA und Frankreich großen Einfluss auf die Herstellung von Seltenerd-Produkten haben können.
Die Beschaffung dieser Seltenen Erden ist längst Chefsache. Rund um den Globus versuchen die Anführer der Industrienationen, sich Zugang zu diesen Rohstoffen zu sichern. Die Bandbreite ihres Einsatzes ist groß: Displays, Akkus, Festplatten, Solarzellen und Permanentmagneten brauchen allesamt kleine Mengen Seltener Erden.
In Europa soll der Critical Raw Materials Act dafür sorgen, dass sich die Beschaffung diversifiziert. Der Kontinent will weniger Rohstoffe von einzelnen Verkäufern beschaffen. Allerdings ist er eher als Rahmenwerk zu verstehen; Kritiker bemängeln, dass er nicht genügend direkte Handlungsempfehlungen gibt oder gar vorschreibt.
So oder so sind es Konzerne wie Rare Earths Norway, die den europäischen Bedarf künftig besser abdecken und damit für weniger Abhängigkeit sorgen können. Das Unternehmen hofft, den Abbau im Fen-Komplex noch vor 2036 aufnehmen zu können.