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Schuldenkrise spitzt sich zu: Der gewiefte Anleger wartet jetzt auf den Crash seines Lebens

Дата публикации: 25-09-2026 11:19:00

Schulden, hohe Zinsen, Nervosität: Ein Crash wäre hart. Für liquide Anleger könnte er zugleich die vielleicht größte Kaufchance ihres Lebens bieten.

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Die Schuldenberge der Staaten wachsen und damit auch die Nervosität an den Märkten. Ein Crash wäre für viele verheerend. Gut vorbereitete Anleger hingegen sehen darin die Chance ihres Lebens.

  • Im Video oben: Der gefährliche 302-Billionen-Euro-Schuldenberg der Welt

Droht nach Jahren immer neuer Staatsschulden nun die nächste große Finanzkrise? Die Schuldenberge wachsen weiter, zugleich bleiben die Zinsen hoch. Damit steigt der Druck auf die öffentlichen Haushalte und auch auf die Finanzmärkte. Ein großer Crash ist damit nicht garantiert – wird aber immer wahrscheinlicher.

Kommt es zum großen Einbruch, wären die Folgen für Wirtschaft und Verbraucher hart. Doch gewiefte Anleger wittern in einem großen Crash die Chance ihres Lebens. Wenn andere aus Angst oder Geldnot verkaufen, schlagen sie zu.

Die Nervosität steigt: Der Anleihemarkt sendet Warnsignale

Diese Logik gewinnt dieser Tage wieder an Aktualität. Die Verschuldung von Staaten, Unternehmen und privaten Haushalten ist weltweit auf Rekordniveau. Gleichzeitig sind die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen, dem wichtigsten Anleihenmarkt der Welt, stark gestiegen.

Börsenprofis wissen: Höhere Renditen verteuern Kredite, Hypotheken und Unternehmensfinanzierungen.

Auch das US-Finanzministerium bekommt die Unruhe am Anleihemarkt bislang nicht in den Griff. Anfang September weitete Finanzminister Scott Bessent die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen deutlich aus: Statt zuvor bis zu zwei Milliarden Dollar durfte das Finanzministerium pro entsprechender Transaktion nun bis zu sechs Milliarden Dollar zurückkaufen.

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Beim ersten großen Eingriff am 10. September nahm es Anleihen für rund 5,2 Milliarden Dollar vom Markt. Ziel war es, mehr Liquidität zu schaffen und den angespannten Handel zu stabilisieren.

Doch die erhoffte Beruhigung blieb aus. Am 24. September folgte der nächste Versuch: Diesmal kaufte das Finanzministerium langlaufende Anleihen für rund 4,1 Milliarden Dollar zurück – erneut weniger als die möglichen sechs Milliarden Dollar. Gleichzeitig stiegen die langfristigen Renditen weiter und eine Auktion siebenjähriger Staatsanleihen stieß auf schwache Nachfrage.

Das zeigt die Grenzen solcher Eingriffe: Rückkäufe können den Handel erleichtern, aber sie beseitigen weder die hohe Staatsverschuldung noch Inflationssorgen oder den daraus entstehenden Zinsdruck.

„Kaufe, wenn Blut auf den Straßen fließt“

Gerät ein Markt unter Druck, passiert meist dasselbe: Viele Investoren wollen oder müssen gleichzeitig verkaufen. Fonds brauchen Liquidität. Unternehmen sichern ihre Kassenbestände. Privatanleger bekommen Angst oder benötigen das Geld für andere Ausgaben.

Dann fallen die Kurse oft schneller, als sich die Lage einzelner Unternehmen tatsächlich verschlechtert.

Genau hier kommen antizyklische Anleger ins Spiel. Wer Geld auf der Seitenlinie hat und nicht verkaufen muss, kann kaufen, wenn andere dazu gezwungen sind.

Börsen-Legende Warren Buffett hat dieses Prinzip auf die bekannte Formel gebracht:

„Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und sei gierig, wenn andere ängstlich sind“.

Buffett schrieb diesen Grundsatz bereits 1986 in seinem Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway. Seither liefert die Börsengeschichte immer wieder Beispiele dafür, wie richtig Buffett damit lag.

Noch drastischer formuliert es ein alter Börsenspruch:

„Kaufe, wenn Blut auf den Straßen fließt.“ (Zitat wird der Bankiersfamilie Rothschild zugeschrieben)

Er wird häufig der Bankiersfamilie Rothschild zugeschrieben, historisch ist diese Urheberschaft allerdings nicht eindeutig belegt.

Gute Unternehmen gibt es plötzlich zu Rabattpreisen

Gemeint ist in beiden Fällen aber dasselbe: Die größten Chancen entstehen oft dann, wenn die Angst am Markt am größten ist.

Gute Unternehmen werden in Crash-Phasen plötzlich deutlich billiger – sind aber immer noch gute Unternehmen. Das ist ein bisschen so, als würde ein begehrter Neuwagen über Nacht 50 Prozent günstiger angeboten, obwohl sich an Motor, Ausstattung und Qualität nichts geändert hat.

Bei einem Auto würden viele wohl sofort zugreifen. An der Börse passiert oft das Gegenteil: Je stärker der Rabatt, desto größer die Angst. In dieser paradoxen Denkweise liegt die Chance für Anleger.

Das klingt einfach. In der Realität ist es brutal schwer. Denn niemand weiß, ob ein Kursverlust von 20 Prozent bereits die Gelegenheit ist – oder nur der Anfang eines Absturzes um 40 oder 50 Prozent.

Finanzkrise 2007/2008: Kaufchance und Katastrophe zugleich

Die Finanzkrise 2007/2008 zeigt diesen Widerspruch besonders deutlich. Der S&P 500 verlor vom Hoch 2007 bis zum Tief im März 2009 rund 57 Prozent.

Für Anleger, die damals genügend Geld und Zeit hatten, boten sich Preise, die Jahre später als außergewöhnlich günstig erschienen. Manche legten in dieser Phase den Grundstein für ein Vermögen, von dem sie noch Jahrzehnte profitieren sollten.

Wie gewaltig die Erholung ausfiel, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Am 9. März 2009 schloss der S&P 500 bei nur 676 Punkten. Schon vier Jahre später hatte er sein Vorkrisenhoch wieder erreicht. Ende 2019 stand der Index bei 3231 Punkten – fast fünfmal so hoch wie am Tief der Finanzkrise. Und dabei sind Dividenden noch nicht einmal eingerechnet.

Die Kehrseite der Medaille: Viele verloren alles

Doch diese große Chance hat auch eine Kehrseite. Was für gut vorbereitete Anleger günstige Gelegenheiten bedeutet, bedeutet für viele andere reale Verluste.

In der Finanzkrise 2008 gerieten Banken ins Wanken, Unternehmen strichen Stellen, die Arbeitslosigkeit stieg stark. Viele Menschen verloren Einkommen, Häuser oder einen großen Teil ihres Vermögens.

Gerade darin liegt der entscheidende Unterschied: Wer in einer Krise verkaufen muss, wird von fallenden Kursen hart getroffen. Wer dagegen genügend Reserven besitzt, kann dieselben Kursverluste zum Einstieg nutzen.

So entstehen in einer Krise zwei völlig unterschiedliche Realitäten: Für die einen vernichtet sie Vermögen – für die anderen kann sie die Grundlage für neues schaffen.

Vom Crash profitieren vor allem jene, die ihn aushalten

Das erklärt auch, warum vermögende Anleger Krisen häufig besser nutzen können. Sie verfügen eher über Rücklagen. Sie müssen ihr Depot nicht anzapfen, um laufende Kosten zu bezahlen. Und sie können warten.

Für andere gilt das Gegenteil. Wer seinen Arbeitsplatz verliert oder hohe Kredite bedienen muss, kann nicht einfach zusätzliche Aktien kaufen, nur weil diese gerade billig sind.

Die wichtigste Voraussetzung für antizyklisches Investieren ist deshalb nicht Mut, sondern finanzielle Stabilität und gute Vorbereitung.

Wer einen Börsencrash nutzen will, braucht vor allem drei Dinge:

  • ausreichend angesparte Liquidität außerhalb des Depots,
  • keinen kurzfristigen Zwang zum Verkauf,
  • und einen Anlagehorizont von vielen Jahren.

Fehlt einer dieser Punkte, kann aus der vermeintlichen Kaufchance schnell ein finanzielles Problem werden.

Börsen-Crashs sind ein riskantes Spiel

In einem großen Crash liegen an der Börse Fluch und Segen dicht beieinander. Für Anleger bleibt ein Crash deshalb ein riskantes Spiel.

Und selbst wenn die Kurse stark fallen, weiß niemand, ob der Tiefpunkt bereits erreicht ist oder der nächste Absturz noch folgt. Den Tiefpunkt treffen die wenigsten.

Die Lehre aus 2008 ist deshalb weniger, auf die nächste Krise zu warten. Entscheidend ist, auf sie vorbereitet zu sein, um aus fallenden Kursen eine Chance zu machen.

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