Deutsche Staatsanleihen bringen derzeit rund 3,5 Prozent Rendite. So hoch war die Verzinsung seit etwa 15 Jahren nicht mehr.
Die Renditen von Staatsanleihen sind stark gestiegen – auch bei sehr sicheren Papieren. Sollten Sie also investieren? Was Sie vorher wissen sollten.
Etwa 3,5 Prozent p. a. über zehn Jahre – und das bei einer sehr sicheren Geldanlage: Dem deutschen Staat Geld zu leihen, bringt momentan ordentlich Rendite. Und zwar die beste seit circa 15 Jahren. Trotzdem sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie investieren.
Gleich mehrere Ursachen sorgen für die höheren Renditen. Der wichtigste Grund sind die gestiegenen Energiepreise. Sie erhöhen die Sorge, dass die Inflation hoch bleibt.
Das wirkt sich doppelt aus. Steigt die Inflation, kostet Sie das Rendite. Dafür wollen Anlegerinnen und Anleger einen Ausgleich bei Geldanlagen mit festem Zins.
Durch die hohen Energiepreise erhöhen Notenbanken wie vergangene Woche die EZB und in dieser Woche auch die Fed die Leitzinsen. Das erhöht das Zinsniveau am gesamten Markt und auch neue Anleihen werden mit höheren Zinsen ausgegeben.
Ältere Anleihen mit niedrigerem Zins werden dann unattraktiver. Ihre Kurse fallen – und die Rendite steigt.
Moment: Die Kurse fallen, aber die Rendite steigt? Das klingt paradox, vor allem im Vergleich zu Aktien-ETFs. Die Rendite beschreibt bei Anleihen aber, wie viel Sie rausholen können, wenn Sie die Anleihe jetzt kaufen und dann halten, bis sie fällig ist.
Sinkt der Kurs, kaufen Sie günstiger ein. Und machen so am Ende mehr Rendite im Vergleich zu einem höheren Kurs – sofern Sie die Anleihe bis zum Schluss halten.
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Zwei weitere Faktoren lassen die Renditen auch steigen:
Die sinkenden Kurse wirken sich auch auf Anleihen-ETFs aus – denn auch deren Kurse fallen, wenn die Renditen steigen. Deshalb empfiehlt Finanztip solche ETFs nicht als Sicherheitsbaustein.
Wir finden: Ein guter Sicherheitsbaustein sollte möglichst keinen Schwankungen unterliegen. Setzen Sie dafür auf Tagesgeld, Festgeld oder auch einen Geldmarkt-ETF. Speziell mit Festgeld bekommen Sie im Regelfall sowieso höhere Zinsen als bei Anleihen drin sind:
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Bei Geldmarkt-ETFs spüren Sie solche Schwankungen deutlich weniger. Sie halten entweder sehr kurz laufende Anleihen oder bilden einen kurzfristigen Referenzzins der EZB nach. Deswegen spüren Sie die aktuellen Entwicklungen bei den Staatsanleihen in Ihrem Geldmarkt-ETF fast gar nicht.
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