Erst schlugen sie ein lukratives Angebot von Microsoft aus, zwei Jahre später folgte das böse Erwachen. Eine spanische Familie wurde für ihr Grundstück enteignet, damit Microsoft dort ein Rechenzentrum bauen kann.
Erst schlugen sie ein lukratives Angebot von Microsoft aus, zwei Jahre später folgte das böse Erwachen. Eine spanische Familie wurde für ihr Grundstück enteignet, damit Microsoft dort ein Rechenzentrum bauen kann.
Der weltweite Boom von Künstlicher Intelligenz erfordert gigantische Rechenkapazitäten. Tech-Konzerne bauen dafür riesige Datenzentren, die häufig direkte und negative Folgen für die lokale Bevölkerung haben. Ein aktueller Fall aus der spanischen Region Aragon zeigt die teils drastischen Maßnahmen der Behörden. Dort wehrte sich Familie Garza gegen den Verkauf ihres Grundstücks an Microsoft.
Im Jahr 2024 bot das Unternehmen ihnen zunächst 25 bis 30 Euro pro Quadratmeter, die Eigentümer lehnten diesen Preis allerdings als zu niedrig ab. Knapp zwei Jahre später folgte laut der spanischen Tageszeitung „El Diario“ die Zwangsenteignung. Das Gelände in der Stadt Zaragoza wechselte für lediglich zwei Euro pro Quadratmeter den Besitzer.
Microsoft plant Investitionen von 2,9 Milliarden Euro in drei neue Rechenzentren in Aragon, die Anlage in Zaragoza soll auf 16,5 Hektar entstehen. „Sie sprechen von einem Vorzeigeprojekt für Aragon, aber letztendlich stand ein ausländisches Unternehmen im Vordergrund“, bemängelt Ex-Eigentümerin Ana Garza die Vorgehensweise.
Die Preispolitik sorgt dabei für massiven Unmut. Während der Konzern in der benachbarten Gemeinde La Muela bis zu 57 Euro pro Quadratmeter zahlte, lag die Spanne in Zaragoza zwischen zwei und maximal fünf Euro.
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Microsoft und die Kommunalregierung verteidigen das Vorgehen: Unabhängige Experten hätten die Grundstückswerte nach rechtlichen Standards ermittelt, sämtliche Preise wären „angemessen“. Familie Garza hat dennoch Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft und dem aragonesischen Umweltinstitut INAGA eingereicht. Sie kritisieren fehlende Einbindung und ein unbeantwortetes Gegengutachten.
Ein weiteres Problem ist der enorme Ressourcenverbrauch der Tech-Giganten. Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, dass viele neue Datenzentren in ohnehin trockenen Gebieten entstehen. Allein Google verbrauchte 2023 weltweit rund 24 Milliarden Liter Wasser. Etwa 23 Milliarden Liter davon entfielen auf die Rechenzentren. Das geht aus einem Klimaschutzbericht hervor. Microsoft kam im selben Jahr auf rund 7,9 Milliarden Liter Wasserverbrauch, so ein offizieller Bericht.
Zudem treibt der hohe Energiebedarf die Lebenshaltungskosten der Bürger in die Höhe. Das Energieunternehmen Georgia Power erhöhte 2024 die Strompreise für Haushalte um zwölf Prozent. Mit der Maßnahme sollten die höheren Kraftstoffkosten ausgeglichen werden, berichtet der Sender Fox damals.