Keine Tore und ein Spiel auf recht überschaubarem Niveau – ein Fußball-Fest ist das Duell der Nachbarn, das es in dieser Form seit einem Jahrzehnt nicht mehr gegeben hat, nicht gewesen. Das hat Gründe. Und das sagen die Trainer dazu.
26.09.2026 · 01:42 Uhr
Gekämpft wurde im Derby um jeden Ball – so wie hier Marvin Hitzek (links) im Duell mit dem Klever Matteo Cagnazzo.
Foto: Markus van Offern (mvo)Goch · Keine Tore und ein Spiel auf recht überschaubarem Niveau – ein Fußball-Fest ist das Duell der Nachbarn, das es in dieser Form seit einem Jahrzehnt nicht mehr gegeben hat, nicht gewesen. Das hat Gründe. Und das sagen die Trainer dazu.
Im Derby der Fußball-Landesliga hat es am Freitagabend vor recht großer Kulisse im Hubert-Houben-Stadion keinen Sieger gegeben. Viktoria Goch und der 1. FC Kleve trennten sich vor knapp 1000 Zuschauern mit 0:0. Aber: Ein Team konnte sich nach einer Partie auf recht überschaubarem Niveau als Gewinner fühlen.
Der 1. FC Kleve feierte den Punktgewinn in einem Duell, das es in der Meisterschaft seit einem Jahrzehnt nicht mehr gegeben hatte, wie einen Sieg. Aus gutem Grund: Der Gast musste mit dem letzten Aufgebot antreten, nachdem kurzfristig in Niklas Klein-Wiele und Sam Jansen (beide erkrankt) zwei weitere Stammspieler ausgefallen waren. Deshalb war die Nullnummer ein Erfolg für ihn.
In der Startelf standen sechs Teenager – darunter in Jakob Riddermann und Niklas Breuer sogar zwei Akteure, die noch in der A-Jugend spielberechtigt sind. Auf der Ersatzbank saßen vier weitere Spieler des A-Junioren-Teams, das in der Niederrheinliga spielt. „Wir haben mit einer besseren U-19-Mannschaft gespielt. Ich bin stolz auf die Leistung, die das Team gezeigt hat“, sagte der Klever Trainer Umut Akpinar.
Sein Gegenüber machte dagegen keinen Hehl daraus, dass er überhaupt nicht zufrieden mit seiner Mannschaft war. „Das war keine gute Leistung von uns. Ich bin enttäuscht von der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind. In unserem Spiel haben das Feuer und die Intensität gefehlt“, sagte Wolze.
Die Aussagen der Trainer spiegelten wider, was sich kurz nach dem Abpfiff auf dem Rasen im Hubert-Houben-Stadion abgespielt hatte. Die Kicker des 1. FC Kleve bedankten sich bestens gelaunt vor der Tribüne bei ihrem Anhang für die Unterstützung.
Die Gocher Akteure gingen derweil enttäuscht vom Platz. „Wir hatten uns mehr erhofft, waren aber im Angriff nicht zwingend genug“, sagte Torjäger Levon Kürkciyan. Innenverteidiger Max Fuchs konnte der Partie nur eine positive Seite abgewinnen. „Wenigstens stand die Null endlich einmal“, sagte er. Die schwächste Abwehr der Liga war erstmals in dieser Saison ohne Gegentor geblieben.
Die Defensivabteilung der Viktoria wurde aber auch nicht vor allzu knifflige Aufgaben gestellt. Der 1. FC Kleve verdiente sich das Remis mit viel Laufbereitschaft, großem Kampfgeist und aufopferungsvoller Abwehrarbeit. Er hatte dabei im Zentrum mit den Innenverteidigern Elidon Bilali, überragender Akteur auf dem Platz, und Calvin Busch sowie Emil Oerding und Fabian Berntsen im defensiven Mittelfeld seine besten Kräfte.
Doch in der Offensive lief lange kaum etwas zusammen. Das wurde nach einer Stunde zwar besser. Da gab es den einen oder anderen guten Ansatz. Doch das Team erspielte sich keine zwingende Torchance, weil die Präzision und die Abstimmung in den Aktionen fehlten.
Die Viktoria hatte dagegen gute Gelegenheiten, den Siegtreffer im Derby zu erzielen. Der Mannschaft war zwar anzumerken, dass sie nach einem eher durchwachsenen Saisonstart nicht vor Selbstvertrauen strotzt. Und ihr fehlten das Selbstverständnis und das Tempo im Spiel, die das Team in der Hinrunde der vergangenen Saison ausgezeichnet hatten, als der Neuling lange in der Spitzengruppe mitgemischt hatte.
Drei bemerkenswerte Offensivaktionen gab es aber. Levon Kürkciyan scheiterte in der 23. Minute mit einem Distanzschuss am Klever Keeper Ahmet Taner. Jacob Falkhofen traf nur den Pfosten (39.). Und in der 88. Minute scheiterte Luca Palla mit einem Schuss aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Ahmet Taner. Keine Frage: Die Viktoria war näher dran an einem Erfolg.
Doch die junge Mannschaft des 1. FC Kleve hätte wiederum auch keine Niederlage verdient gehabt, weil sie bis zum Abpfiff unermüdlich um den Punkt kämpfte. Umut Akpinar wusste, welche Bedeutung dieses Ergebnis gerade für die Entwicklung der jungen Spieler im Kader hat. „Sie haben noch nie vor einer so großen Kulisse gespielt. Die Leistung, die sie gezeigt haben, ist umso beachtlicher. Und es ist wichtig, dass sie dafür mit diesem Ergebnis belohnt worden sind“, sagte der Trainer des 1. FC Kleve.
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