Vor rund einem Jahr wurde der österreichische Investor René Benko wegen Schädigung seiner Gläubiger verurteilt. Das Verfahren musste in Teilen neu verhandelt werden. Nun wurde das Strafmaß erhöht.
22.09.2026

René Benko in einem Saal des Landesgerichts in Innsbruck. | Bild: picture alliance / APA-Images / EXPA / Johann Groder
Vor rund einem Jahr wurde der österreichische Investor René Benko wegen Schädigung seiner Gläubiger verurteilt. Das Verfahren musste in Teilen neu verhandelt werden. Nun wurde das Strafmaß erhöht.
In einem teilweise neu aufgerollten Prozess ist der österreichische Unternehmer René Benko zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landesgericht Innsbruck sah es als erwiesen an, dass der 49-Jährige seine Gläubiger geschädigt hat. Er habe einen Mietkostenvorschuss von 360.000 Euro für ein Anwesen in Innsbruck geleistet, obwohl es um sein Signa-Firmen-Imperium bereits sehr kritisch gestanden sei, so das Gericht.
Das Vorgehen Benkos bezeichnet man in Österreich als "betrügerische Krida" gemäß § 156 Abs. 1, 2 des Österreichischen Strafgesetzbuchs. Der vorgesehene Strafrahmen für das Delikt beträgt ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe. Der Begriff aus dem österreichischen Strafrecht ist vergleichbar mit den deutschen Insolvenzstraftatbeständen (§§ 283ff. Strafgesetzbuch).
Benko war bereits im Oktober 2025 zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Dabei wurde er in einem Teilaspekt der Anklage freigesprochen. Diesen Freispruch hatte der Oberste Gerichtshof dann aber aufgehoben. Es kam zu einer erneuten Verhandlung, bei der auch die Höhe des Strafmaßes neu festgelegt werden musste.
Konkret ging es um den Vorwurf, dass Benko eine Mietkostenvorauszahlung von 360.000 Euro für einen weiteren Wohnsitz geleistet hat, obwohl er kurz vor der Insolvenz stand. Benko bekannte sich als "nicht schuldig". Zum fraglichen Zeitpunkt sei er überzeugt gewesen, dass die Sanierung seiner Signa-Gruppe gelingen werde. Die Anmietung des Hauses – neben dem Wohnsitz in der Villa in Igls – sei auf Bitte seiner Frau erfolgt. Dort habe man den Kindern ein "normales Leben" und einen normalen Schulalltag ohne Personal ermöglichen wollen.
Benko, der weiter alle Vorwürfe bestreitet, sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Er hatte mit seinem Immobilien- und Handelsimperium Signa ein Milliarden-Vermögen aufgebaut. Steigende Zinsen und Baukosten sowie risikoreiche Zukäufe wie die der deutschen Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof trieben die Signa in die Insolvenz. Gegen Benko und andere Signa-Manager wird in mehreren weiteren Strängen ermittelt.
dpa/sts/LTO-Redaktion
Zitiervorschlag
Österreichischer Unternehmer verurteilt: . In: Legal Tribune Online, 22.09.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60945 (abgerufen am: 28.09.2026 )
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