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Migration: "Wir haben ein Problem mit der Willkommenskultur"

Дата публикации: 30-07-2026 06:07:00

Insgesamt gibt es zwar noch Zuwanderung, aber netto wandern europäische Menschen ab. Sprache, Bürokratie und Wohnungsmarkt machen Deutschland nicht attraktiver. Dabei ist das Land extrem auf Zuwanderung angewiesen, sagt Ökonom Marcel Fratzscher.

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Insgesamt gibt es zwar noch Zuwanderung, aber netto wandern europäische Menschen ab. Sprache, Bürokratie und Wohnungsmarkt machen Deutschland nicht attraktiver. Dabei ist das Land extrem auf Zuwanderung angewiesen, sagt Ökonom Marcel Fratzscher.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland braucht Einwanderung, so lautet der recht breite Konsens unter Ökonominnen und Ökonomen. Doch auch wenn es momentan (Stand: 27.08.2026) noch Zuwanderung nach Deutschland gibt – sie ist deutlich rückläufig, hat das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft anhand der Daten von 2025 ermittelt.

Anzahl der Zuzüge nach und Fortzüge aus Deutschland von Juli 2021 bis Juli 2025 Zuzüge und Fortzüge nach/aus Deutschland von Juli 2021 bis Juli 2025

Abwanderung als Herausforderung

Insbesondere deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sowie Menschen aus den sogenannten neuen EU-Mitgliedsstaaten wanderten 2025 ab. "Es kommen immer noch Menschen nach Deutschland, das ist die gute Nachricht", sagt Marcel Fratzscher. Der Ökonom ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

"Ohne Zuwanderung würden wir schon jetzt schrumpfende Beschäftigungszahlen haben – und damit auch eine schrumpfende Wirtschaft."

Marcel Fratzscher, Ökonom, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

Praktisch alle Branchen seien auf Einwanderung angewiesen. Fratzscher nennt neben den Branchen für Hochqualifizierte unter anderem die Grundversorgung – in Supermärkten beispielsweise – und das Handwerk und sagt: "Es geht nicht nur um die Spitzenverdiener, sondern um alle Beschäftigten, auch mit geringeren Einkommen und Löhnen."

Deutschland ist offenbar nicht (mehr) reizvoll genug

Aus seiner Sicht sind vor allem zwei Faktoren dafür verantwortlich, dass die Zuwanderung nach Deutschland geringer wird:

  1. ein Attraktivitätsverlust Deutschlands
  2. eine schlechte Willkommenskultur in Deutschland

"Polen, Rumänien und Bulgarien haben aufgeholt", sagt der Ökonom und erinnert daran, dass die wirtschaftlichen Unterschiede, die Unterschiede bei Löhnen und Einkommen, innerhalb Europas geringer werden.

Die relativ schwer erlernbare deutsche Sprache, der stressige Wohnungsmarkt und die überbordende Bürokratie tragen zum Attraktivitätsverlust Deutschlands bei Menschen im Ausland bei.

"Die Stimmung gegenüber Menschen aus dem Ausland wird immer negativer. Studien zeigen: Wir haben ein Problem mit der Willkommenskultur."
Marcel Fratzscher, Ökonom, Deutsches Institut der Wirtschaftsforschung

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Marcel Fratzscher, Ökonom, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

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