Trade Republic erweitert sein Angebot um ein Anlagekonto für Ein-Personen-Holdings. Sie können liquide Mittel über das Fintech investieren oder Zinsen erhalten.
Trade Republic erweitert sein Angebot um ein Anlagekonto für Ein-Personen-Holdings. Sie können liquide Mittel über das Fintech investieren oder Zinsen erhalten.

xx (Bild: Shutterstock/C. Nass)
Trade Republic nimmt jetzt auch Firmenkunden ins Visier. Alleiniger Gesellschafter einer deutschen GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) können neben ihrem privaten Konto nun einen sogenannten Private Holding Account bei dem Fintech eröffnen und darüber das Gesellschaftsvermögen anlegen. Solche Gesellschaften werden nicht nur von Unternehmen genutzt, sondern auch von Privatleuten, die aktive Trader sind oder ihre langfristigen Investments darüber abwickeln.
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Dabei gelten die gleichen Konditionen wie für das Privatkonto, also auch Zinsen von aktuell 2,5 Prozent auf nicht investiertes Guthaben. Eine Obergrenze für verzinste Guthaben gibt es nicht. Allerdings wird das Geld nicht wie bei den Privatkunden auf verschiedene Partnerbanken und Geldmarktfonds aufgeteilt, sondern vollständig in Geldmarktfonds angelegt. Solche Fonds unterliegen nicht der Einlagensicherung, das Geld ist aber als Sondervermögen im Insolvenzfall der Fondsgesellschaft geschützt.
Außerdem können Gelder wie beim Privatkonto ohne Ausführungsgebühr in Sparpläne angelegt werden, Wertpapierorders sind ab einem Euro möglich. Zwischen ihrem privaten Account und dem neuen GmbH-Portfolio können Kunden mit wenigen Klicks hin- und herwechseln.
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Trade Republic betont außerdem einen Steuervorteil, von dem Unternehmen und Trader bei dem neuen Angebot profitieren: Die Aktiengewinne werden unter bestimmten Voraussetzungen nur mit 1,5 Prozent besteuert, wenn die Erträge in der Holding bleiben.
Dass sich Trade Republic nun auch Unternehmenskunden zuwendet, passt zur Expansionsstrategie des Berliner Fintechs. Aus dem ehemaligen Neobroker ist längst eine Neobank mit Vollbanklizenz geworden, die nicht mehr nur Investments in Sparpläne anbietet, sondern auch ein Girokonto, eine Zahlkarte mit 1 Prozent Saveback, Kinderdepots sowie Investitionen in Private Markets, Derivate und Kryptowährungen. Nach eigenen Angaben verwaltet Trade Republic inzwischen ein Vermögen von 150 Milliarden Euro von Privatanlegern.
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Neben neuen Produkten treibt Co-Gründer Christian Hecker die Expansion in Europa voran. Trade Republic ist inzwischen in 18 Ländern vertreten. Zuletzt kam Polen als neuer Markt hinzu.
Kein klassisches GeschäftskontoMit Geschäftskonten, wie sie andere KMU-Fintechs wie Vivid oder Qonto anbieten, sind die Private Holding Accounts allerdings nicht vergleichbar. Denn das Produkt ist ein reines Anlagekonto für vermögensverwaltende Ein-Personen-Holding. Es richtet sich also an eine sehr eng definierte Zielgruppe. Außerdem können darüber keine Rechnungen oder Gehälter gezahlt werden. Konten, über die auch Zahlungen möglich sind, gibt es weiterhin nur für Privatleute.
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Für Firmen und aktive Trader dürfte aber das Versprechen attraktiv sein, ein vergleichsweise günstiges Firmendepot mit attraktiven Konditionen wie dem Zinsversprechen zu eröffnen. Wer so ein Depot bei einer Filialbank will, muss normalerweise viele Belege wie den Handelsregisterauszug, die Gesellschafterliste und Nachweise zum wirtschaftlich Berechtigten mitbringen. Trade Repulic verspricht dagegen eine unkomplizierte, digitale Anmeldung. Mit dem neuen Angebot greift das Fintech daher vor allem Onlinebroker wie Flatex oder die Hausbanken der GmbHs an, die bereits Firmendepots anbieten.
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