Der Messenger-Dienst plant offenbar einen deutlichen Eingriff in die Menüstruktur. Wer die App zur rein privaten Kommunikation nutzt, wird sich an eine veränderte Sortierung der Nachrichten auf dem Bildschirm gewöhnen müssen.
Wie das auf Vorabversionen spezialisierte Blog WABetaInfo berichtet, arbeitet Whatsapp intern daran, die sogenannten Kanäle künftig im primären Chats-Tab anzuzeigen, auch wenn die Funktion in den aktuellen Beta-Versionen für externe Tester:innen noch nicht freigeschaltet ist. Bislang waren diese rein sendebasierten Nachrichtenströme von Organisationen strikt von den privaten Unterhaltungen getrennt und in einem separaten Reiter ausgelagert.
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Dem Bericht zufolge erprobt Meta aktuell drei unterschiedliche Konfigurationen für diese strukturelle Integration. Ziel der Entwickler:innen ist es offenbar, anhand der laufenden Tests die präferierte Nutzerführung zu ermitteln.
Whatsapp-Beta: Drei verschiedene Ansichten im internen TestlaufIn der ersten Variante tauchen die abonnierten Kanäle direkt in der allgemeinen Chat-Liste auf, wo sie sich zwischen die regulären Unterhaltungen einreihen. Um die Übersicht zu behalten, können die Einträge in diesem Szenario über einen speziellen Filter am oberen Bildschirmrand sortiert werden.
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Die zweite Option wählt einen zurückhaltenderen Ansatz, bei dem die Kanäle erst nach der aktiven Anwahl des erwähnten Filters auf dem Display erscheinen. In der Standardansicht des Posteingangs bleiben die Unternehmensnachrichten bei dieser Konfiguration folglich verborgen.
In der dritten Konfiguration integriert das Entwicklerteam einen separaten Ordner für Kanäle direkt innerhalb der Haupt-Chat-Übersicht. Diese Variante würde eine Premiere darstellen, da Whatsapp bislang keine Ordnerstrukturen innerhalb der primären Chat-Liste anbietet.
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Unabhängig von der letztlich gewählten Ansicht würde der bisherige Aktuelles-Tab durch den Umzug der Kanäle seinen primären Zweck verlieren. Bisher finden Nutzer:innen dort neben den Kanälen lediglich die Status-Updates ihrer gespeicherten Kontakte.
Beobachter:innen gehen daher davon aus, dass der Reiter im Zuge der Umstellung durch einen neuen Kontakte-Tab ersetzt wird. In diesem neuen Bereich sollen nach aktuellem Kenntnisstand dann Statusanzeigen und Geburtstagserinnerungen gebündelt werden.
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Der mögliche Umzug der Kanäle markiert dabei eine konzeptionelle Kehrtwende in der bisherigen Produktstrategie des Messengers. Bei der Einführung der Broadcast-Funktion hatte Meta noch explizit eine andere Herangehensweise kommuniziert.
Meta-Strategie: Abkehr von der strikten TrennungDer US-Konzern hatte stets versprochen, dass die persönliche Kommunikation mit dem direkten Umfeld strikt von den gewerblichen Inhalten getrennt bleibe. Eine Zusammenlegung in einer einzigen Übersicht bricht diese Grenze nun auf und ordnet die private Kommunikation im selben Reiter wie die Unternehmensnachrichten ein.
Für Betreiber:innen der Kanäle dürfte dieser Schritt die Sichtbarkeit ihrer Inhalte spürbar erhöhen, da Nutzer:innen den primären Chat-Tab weitaus häufiger öffnen. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass die private Chat-Übersicht für Anwender:innen dadurch an Übersichtlichkeit einbüßt.
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Diese Entwicklung steht im Kontrast zu den bisherigen Aussagen von Meta, den Messenger für den privaten Austausch möglichst werbefrei zu halten. Wie das Unternehmen in seinem hauseigenen Blog erklärte, seien Neuerungen wie beworbene Kanäle und kostenpflichtige Abonnements ganz bewusst in den separaten Aktuelles-Tab ausgelagert worden.
Business-Fokus: Monetarisierung rückt an private Chats heranMit dem nun getesteten Umzug rücken die Monetarisierungsfunktionen des Dienstes unweigerlich näher an die private Kommunikation heran. Das Unternehmen hatte zuvor drei neue Einnahmequellen vorgestellt, die auf dem Wachstum der Kanäle basieren.
Dazu gehören Kanalabonnements gegen eine monatliche Gebühr sowie beworbene Kanäle, mit denen Administrator:innen ihre Reichweite gegen Bezahlung erhöhen können. Ergänzt wird dieses Modell durch Anzeigen im Status, die den direkten Kontakt zwischen Nutzer:innen und Unternehmen fördern sollen.
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Trotz dieser kommerziellen Ausweitung bleiben die grundlegenden Datenschutzmechanismen der Kanäle, wie sie in den offiziellen Support-Dokumenten beschrieben sind, unangetastet. Die Telefonnummern und Profilbilder der Abonnent:innen sind für die Kanal-Administrator:innen und andere Follower:innen weiterhin nicht sichtbar.
Ebenso bleibt die Kommunikation auf den Kanälen vorerst eine Einbahnstraße, bei der lediglich der Absender Inhalte publiziert. Die Empfänger:innen können weiterhin nur über Emojis oder die Teilnahme an Umfragen auf die gesendeten Textnachrichten, Fotos und Videos reagieren.
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