Wo werden die meisten Eigentumswohnungen angeboten? Eine Auswertung aller 400 Regionen zeigt, wo Käufer die größte Auswahl haben.
Nach Angaben des Mieterbundes fehlen bundesweit 1,4 Millionen Wohnungen. Überraschenderweise werden aber besonders in den Großstädten viele Objekte angeboten.
1,4 Millionen Wohnungen fehlen in Deutschland nach Angaben des Deutschen Mieterbundes. Diese Zahl greift der Verband in seinem diese Woche veröffentlichten Mietenreport erneut auf. Das Pestel-Institut berechnet das Defizit aus dem Verhältnis von Wohnungsbestand, Bevölkerungsentwicklung und Haushaltsbildung. Dabei nimmt es unter anderem an, dass lange leerstehende Wohnungen dem Markt nicht mehr zur Verfügung stehen.
Die Zahl von 1,4 Millionen gilt aber für ganz Deutschland Ende 2024. Das bedeutet aber nicht, dass die Situation in München gleich schlimm ist wie in der Uckermark. Wir versuchen deswegen im Folgenden, genauer darzustellen, wo es mehr und wo es weniger freie Wohnungen gibt. Als Grundlage dafür dient der Postbank Wohnatlas 2026. Die Autoren konzentrieren sich in diesem mehr auf Wohnungskäufe als auf Mieten. Sie zeigen auch, wie viele Eigentumswohnungen in den einzelnen Regionen angeboten werden. Diese Zahl lässt sich wiederum auf die Einwohner einer Region umrechnen, sodass Regionen miteinander vergleichbar sind.
Die höchste Angebotsdichte gibt es in Baden-Baden. Hier wurden Ende vergangenen Jahres 14,6 Wohnungen je 1000 Einwohner angeboten. Auf Platz zwei dahinter folgt der Landkreis Ostholstein in Schleswig-Holstein mit 10,8 vor der Grenzstadt Passau in Bayern mit 10,8 Wohnungen. Mit Leipzig, Ingolstadt, München, Augsburg, Nürnberg, Regensburg, Trier, Düsseldorf und Stuttgart sind neun Großstädte in den Top 20 vertreten.
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Das liegt an der Struktur des deutschen Wohnungsmarktes. So werden in Städten tendenziell mehr Mehrfamilienhäuser und damit auch mehr Eigentumswohnungen gebaut, um viele Menschen auf wenig Platz unterbringen zu können. In ländlichen Gegenden dominieren hingegen Ein- oder Zweifamilienhäuser. Ein- und Zweifamilienhäuser erfasst diese Statistik nicht. Gerade auf dem Land machen sie aber einen großen Teil des Wohnungsbestands aus.
Am anderen Ende der Statistik liegen daher der Statistik auch viele ländliche Gegenden. Schlusslicht ist der Landkreis Eichsfeld in Thüringen, wo zuletzt nur 0,4 Wohnungen pro 1000 Einwohnern auf dem Markt waren. Ähnlich schlecht schneiden die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster in Brandenburg ab. Immerhin 0,5 Wohnungen pro 1000 Einwohner gibt es im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt sowie im Landkreis Prignitz in Brandenburg.
Der bundesweite Durchschnitt liegt hingegen bei 3,5 Wohnungen pro 1000 Einwohner. Die Big Seven – Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt, Köln und Düsseldorf – liegen mit 6,8 Wohnungen deutlich darüber. Alle anderen Großstädte kommen auf einen Wert von 5,1 Wohnungen. Das entspricht in etwa dem Wert von Mittelstädten, der bei 5,3 Wohnungen liegt. Landkreise hingegen ziehen den Durchschnitt mit ihren 2,9 Wohnungen pro 1000 Einwohner nach unten. Ferienregionen ausgenommen sind es sogar nur 2,6 Wohnungen.
Die gute Nachricht dabei: Damit wurden mehr Eigentumswohnungen angeboten als noch 2024. Damals lag der bundesweite Durchschnitt noch bei 3,2 Wohnungen. Er hat sich also in einem Jahr um rund acht Prozent erhöht. Der Anstieg zeigt sich bei fast allen Regionstypen, fällt aber unterschiedlich stark aus. Die Big Seven gehen auch hier mit plus 13 Prozent deutlich voran. In Mittelstädten stieg das Angebot hingegen nur um fünf Prozent.
Dass es in Großstädten mehr Wohnungen auf dem Markt gibt als anderswo, gilt aber ebenfalls nicht überall. Schlusslicht ist Hamm in Nordrhein-Westfalen mit nur 1,8 Wohnungen pro 1000 Einwohner. Auch Bottrop (NRW), Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt, beide 2,5 Wohnungen), Jena (Thüringen, 2,9) und Dortmund (NRW, 3,0) liegen deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.
Auf der anderen Seite gibt es Landkreise mit einem hohen Angebot. Neben dem bereits erwähnten Ostholstein gilt das etwa für den Landkreis Goslar in Niedersachsen mit 9,1 Wohnungen pro 1000 Einwohner. Dahinter folgen der Landkreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein mit 8,8 Wohnungen und der Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg mit 8,1 Wohnungen. Zu Nordfriesland gehört die Ferieninsel Sylt, die den Schnitt mit ihren Ferienwohnungen nach oben ziehen dürfte.
Bei einer Aufteilung nach Bundesländern ist es vor allem der Süden, in dem das Angebot an Eigentumswohnungen am höchsten ist. Baden-Württemberg bietet im Schnitt 5,6 Wohnungen pro 1000 Einwohner. Die Stadtstaaten Berlin (7,5), Bremen (4,7) und Hamburg (4,3) liegen ebenso über dem Durchschnitt wie Bayern und Schleswig-Holstein (je 4,1). Die wenigsten Bestandswohnungen im Angebot gibt es in Sachsen-Anhalt und Brandenburg (je 1,5) sowie in Thüringen (1,7).
Wichtig dabei: Es geht hier um Eigentumswohnungen, die zum Verkauf angeboten werden. Damit ist nicht gesagt, dass diese auch für neue Mieter frei sind oder der Mietmarkt ebenso viele Angebote hat. Das Pestel-Institut hat eine eigene Karte entworfen, die zeigen soll, wo die größten Defizite an Wohnraum herrschen. Hier ist es so, dass lediglich einige ländliche Regionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Bayern, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt aufweisen. Gerade im Osten verbessert sich die Lage ungemein unter der Annahme, dass ein Großteil des Leerstandes dem Mietmarkt zur Verfügung gestellt werden könnte.
Die im Postbank Wohnatlas abgebildete Angebotsseite ist eben auch nur ein Teil der Gleichung. So können zum Beispiel in Berlin und München viele Wohnungen von ihren Besitzern angeboten werden. Gleichzeitig wollen sehr viele Menschen dorthin ziehen. Andere müssen wegen eines neuen Jobs umziehen. Dann kann die Nachfrage das hohe Angebot trotzdem deutlich übersteigen.
So zeigt unsere Karte nicht, wo derzeit ein entspannter Markt für Mieter herrscht. Vielmehr können Sie daran erkennen, in welchen Regionen das Angebot hoch ist. Prinzipiell sollte es dort für Sie leichter sein, eine Wohnung zu finden. Um die für Sie passende Region zu finden, müssen Sie dies aber mit anderen Indikatoren, etwa zur Nachfrage und natürlich den Preisen, verbinden.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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