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Waschbären in SH: Warum die invasive Art zum großen Problem wird

Дата публикации: 29-09-2026 18:24:27

Waschbären breiten sich in Schleswig-Holstein immer weiter aus. Hotspots sind Lübeck und der Kreis Herzogtum Lauenburg.

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Stand: 29.09.2026 20:24 Uhr

Waschbären sind ursprünglich nicht in Schleswig-Holstein heimisch. Aktuell breiten sich die Tiere hier aber massiv aus - 2.925 Tiere wurden im Jagdjahr 2024/25 gefangen. Laut Landesjagdverband sind sie ein Problem.

Waschbären haben niedliche Knopfaugen und sehen süß aus - werden aber immer mehr zum Problem. Die Geschichte des Waschbären in Schleswig-Holstein beginnt ganz offiziell im Jahr 1982. Damals wurde hier das erste Tier gefangen.

Waschbären: Invasive Art vermehrt sich rasant

Heute ist die invasive Art ein großes Problem, das nur schwer in den Griff zu bekommen ist. Wie viele Waschbären genau im Land leben, ist nicht bekannt. Fest steht: Die Waschbären vermehren sich rasant. Die Situation ist laut Landesjagdverband alarmierend.

Tiere sind sehr anpassungsfähig

Die Tiere haben hier keine natürlichen Feinde. "Waschbären sind sehr anpassungsfähig, auch in urbanen Gebieten - und sie fressen alles, finden in Wohngebieten im Müll eine Menge Nahrung. Sie sind ein Problem für die Artenvielfalt", sagt René Hartwig vom Landesjagdverband in Schleswig-Holstein. Die Lösung sei eine konsequente Bejagung der Tiere - die ist aber nicht immer einfach.

Problem in Schleswig-Holstein wächst

Das Problem mit den Waschbären wird in Schleswig-Holstein laut Landesjagdverband immer größer und ist laut René Hartwig vielschichtig. Die Tiere, die eigentlich in Nord- und Mittelamerika zu Hause sind, verursachen zum einen erhebliche Schäden an und in Häusern, zum anderen sind sie demnach eine große Gefahr für die Biodiversität.

"In Hessen zum Beispiel ist der Waschbär dabei, Frösche auszurotten. Ähnliche Entwicklungen könnten uns hier auch bevorstehen", sagt Hartwig. Unsere Natur hier in Schleswig-Holstein sei nicht auf solche Räuber vorbereitet. Deshalb müssten vor allem Vögel und Bodenbrüter geschützt werden.

Waschbären breiten sich nach Norden aus

Waschbären können Krankheiten übertragen. Die Stadtjäger sind in der Verantwortung, die Bestände zu regulieren.

Bislang waren Lübeck und das Herzogtum Lauenburg die Waschbären-Hotspots, nach und nach breitet sich die invasive Art aber auch Richtung Norden des Landes aus. Ein weiteres Problem sieht Hartwig darin, dass Waschbären verschiedene Krankheiten übertragen können - sogenannte Zoonosen - wie zum Beispiel den Waschbärspulwurm, der auch für den Menschen hochansteckend ist.

"Vor dem Hintergrund haben wir das Erregermanagement im Auge und müssen die Bestände konsequent reduzieren. Das ist in Wohngebieten aber nicht immer einfach", sagt René Hartwig vom Landesjagdverband. Das sei Aufgabe der örtlichen Stadtjäger, die laut Hartwig einen wichtigen und guten Job machen.

Lübecker Stadtjäger fast täglich im Einsatz

Die Zahl der gefangenen Waschbären ist in den vergangenen Jahren rapide gestiegen. Während es im Jahr 1982 ein Tier war, wurden im Jagdjahr 2024/25 in ganz Schleswig-Holstein 2.925 Tiere gefangen. Alleine im Kreis Herzogtum-Lauenburg waren es 1.850, im Stadtgebiet Lübeck waren es 327 - ein Anstieg um fast 600 Prozent in den vergangenen vier Jahren. In der Hansestadt habe sich eine regelrechte Reservoirpopulation entwickelt, die nur schwer einzudämmen sei.

Ein junger Marderhund in der Wiese.
Waschbären richten Schäden an Häusern an

Das bedeutet: Der Lübecker Stadtjäger Christoph Benett hat viel zu tun. Er ist fast jeden Tag unterwegs und hat im Schnitt 15 Fallen gleichzeitig in der Stadt stehen. "Das Problem hier in Lübeck ist richtig groß geworden. Die Tiere sind sehr schlau. Wenn sie irgendwo rein wollen, dann kommen sie auch da rein", sagt Benett.

Nicht selten richten die Waschbären an Häusern erhebliche Schäden an. "Sie reißen die Dämmung von Dächern raus und decken zum Teil auch Dachpfannen ab", erklärt der Stadtjäger. Alleine am vergangenen Sonntag hat er sechs Waschbären gefangen. Im Schnitt sind es zur Zeit zehn bis fünfzehn Tiere in der Woche. Vor allem nachts ist er oft unterwegs, weil die Tiere dann aktiv sind.

Stadtjäger ist verpflichtet Waschbären zu erschießen

Wenn Benett einen Waschbären fängt, muss er ihn töten. "Ich bin verpflichtet, die Tiere zu erschießen. Da gibt es keine Diskussion", sagt er. Allerdings gibt es auch bei Waschbären den Mutterschutz. Das bedeutet: Eine Bärin mit Jungen darf Benett nicht fangen.

Der ehrenamtliche Stadtjäger rät Menschen dazu, Mülltonnen mit Spanngurten zu sichern und Gelbe Säcke erst kurz vor der Abholung herauszustellen. Außerdem warnt Benett vor Fallobst und Vogel- und Katzenfutter, das draußen steht - besondere Verlockungen für die Tiere. Er wird auch in den kommenden Tagen und Wochen in Lübeck unterwegs sein und Waschbären fangen.

Schlagwörter zu diesem ArtikelTiereLübeckNaturKreis Herzogtum Lauenburg

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Классификация: Санкт Петербург. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 12. Источник: www.ndr.de.