Die verdächtigen Aktivitäten in der Nähe des von den USA genutzten Flugplatzes geben weiterhin Rätsel auf. Die Behörden informieren nur bruchstückhaft, sprechen jedoch von einer Rolle Irans.
Die verdächtigen Aktivitäten in der Nähe des von den USA genutzten Flugplatzes geben weiterhin Rätsel auf. Die Behörden informieren nur bruchstückhaft, sprechen jedoch von einer Rolle Irans.
Claudia Wanner, London02.10.2026, 15.42 Uhr
3 Leseminuten

Toby Shepheard / Reuters
Ein 25-Jähriger mit iranischer und britischer Staatsbürgerschaft ist am Donnerstagabend in London wegen der mutmasslichen Vorbereitung eines Terroranschlags festgenommen worden. Die Festnahme steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Vorfall am Militärflughafen Fairford am vergangenen Wochenende. Dabei steht der Verdacht einer iranischen Urheberschaft im Raum.
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Bereits in der Nacht auf Sonntag waren unweit des Stützpunktes fünf Personen unter Terrorverdacht festgenommen worden, nachdem eine Anwohnerin die Polizei gerufen hatte mit dem Hinweis, sie habe mehrere verdächtige, maskierte Männer in der Nähe gesehen. Die fünf Männer, alle wohnhaft in London und zwischen 20 und 30 Jahre alt, waren mit drei Kleinbussen in Richtung des Geländes gefahren. Gegen Kaution wurden sie am Montag aus der Haft entlassen. Das sei unter strengen Auflagen geschehen, betonte die Polizei.
Burnham zeigt auf IranWie Premierminister Andy Burnham am Mittwoch gesagt hat, gibt es starke Hinweise auf eine Verwicklung Irans in den Vorfall. Aber es bleibe eine komplexe und schwerwiegende polizeiliche Ermittlung. Details könne er angesichts der laufenden Untersuchungen nicht nennen. Zuvor hatte auch der amerikanische Aussenminister Marco Rubio betont, dass Washington von einem ausländischen Akteur hinter den Vorfällen ausgehe. Die Luftwaffenbasis Fairford wird von Bombern der USA für Angriffe auf Iran genutzt. Im Sommer hatten iranische Revolutionswächter solche Stützpunkte als legitime iranische Angriffsziele bezeichnet.
Grossbritannien steht schon länger im Fokus: Vor einem Jahr hatte Ken McCallum, der Chef des Inlandgeheimdienstes MI5, in seinem Jahresbericht darauf verwiesen, dass im Land binnen eines Jahres mehr als zwanzig von Iran unterstützte Anschlagspläne aufgedeckt worden seien. Was genau am Wochenende an dem Militärflugplatz passiert ist, bleibt aber weiter unklar. Laut Laurence Taylor, dem Leiter der Anti-Terror-Polizei, wurden in den drei Lieferwagen keine Spreng- oder Brandsätze gefunden. Man habe jedoch eine gewisse Menge Benzin sichergestellt.
Die Entscheidung, die fünf Verdächtigen auf Kaution freizulassen, sei aus ermittlungstaktischen Gründen erfolgt, sagte Taylor. Wäre Sprengstoff entdeckt worden, wäre dieser Schritt nach Angaben von Polizeiexperten nicht erfolgt. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte die Freilassungen umgehend kritisiert. «Das hätten sie nicht machen sollen», sagte er. Die britische Polizei betonte dagegen, die Entscheidung beruhe «auf Erfahrung und einer sorgfältigen Abwägung der polizeilichen Befugnisse».
Mysteriöser Notruf eines der VerdächtigenNeue Erkenntnisse gibt es zum Ablauf der Geschehnisse in der Nacht. Zunächst war der Eindruck entstanden, es sei allein einer aufmerksamen Bäuerin zu verdanken, dass die fünf Männer nahe dem Militärflugplatz gefasst wurden. Wie seither bekannt wurde, hatte aber einer der fünf Festgenommenen bereits eine Stunde zuvor einen Polizeinotruf abgesetzt. Es dauerte jedoch, bis bewaffnete Einsatzkräfte in die entlegene Region kamen.
Beobachter wiesen darauf hin, dass die Situation für die britischen Ermittlungsbehörden besonders herausfordernd sei, nicht zuletzt wegen der Einmischung durch die USA. «Für gewöhnlich würde die Polizei besonnen entscheiden, was an die Öffentlichkeit gegeben werden kann», sagte Dal Babu, ein ehemaliger Kriminalhauptkommissar der Metropolitan Police, gegenüber der «Financial Times». «Stattdessen hat sich Trump eingemischt, ohne Wissen oder Verständnis dafür, wie polizeiliche Ermittlungen ablaufen.»
Die zahlreichen offenen Fragen verunsichern vor allem die Anwohner rings um den Militärflugplatz. Im nahen Dorf Whelford waren 85 Haushalte am Sonntag vorsichtshalber evakuiert worden. Die Betroffenen konnten am Montag in ihre Häuser zurückkehren. Das Gelände rund um den Militärstützpunkt wird weiter streng kontrolliert. Man fühle sich in dieser Situation jedoch hilflos, klagten Anwohner in der ländlichen Gegend. In den kommenden Tagen sollen mehrere Informationspunkte in der Region eingerichtet werden, um Auskünfte zu geben und auf Bedenken der Bevölkerung einzugehen.
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