Das wegen des Nahost-Konflikts abgesagte Bahrain-Rennen wird in Malaysia nachgeholt. Aufgrund einer Hitzewarnung greifen besondere Regeln für Fahrer und Autos.
Vor dem Grand Prix von Bahrain 2026 in Malaysia hat der Automobil-Weltverband (FIA) eine Hitzewarnung ausgegeben. Denn am Rennwochenende werden Lufttemperaturen von über 31 Grad Celsius erwartet.
Grundlage für die Hitzewarnung der FIA sind jedoch nicht allein die Temperaturen: Der Weltverband spricht stattdessen von einem Hitzeindex. Dieser berücksichtigt neben der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit und beschreibt damit, wie heiß die Bedingungen für den menschlichen Körper empfunden werden.
Sagt der offizielle Wetterdienst der Formel 1 für ein Rennwochenende einen Hitzeindex von über 31 Grad Celsius an irgendeinem Zeitpunkt der Veranstaltung voraus, greift Artikel B1.5.10 des Formel-1-Reglements - wie in der Formel-1-Saison 2026 bereits in Spielberg und in Monza.
In Artikel B1.5.10 heißt es: „Zu Beginn eines Sprints oder Rennens, für das eine Hitzewarnung ausgerufen wurde, müssen sämtliche Komponenten des Fahrerkühlsystems eingebaut sein. Das System muss funktionsfähig sein und dem Fahrer zur Nutzung zur Verfügung stehen.“
„Ein Fahrer kann sich jedoch dafür entscheiden, die zur persönlichen Ausrüstung gehörenden Bestandteile des Fahrerkühlsystems nicht zu tragen. In diesem Fall müssen alle übrigen Komponenten des Fahrerkühlsystems einschließlich des Kühlmediums eingebaut sein.“
,regionOfInterest=(478,432)&hash=6ec8f1270e8046bd8bd467c7b87f11d52022daae0862b83d7b3344137f7dc431)
„Zusätzlich muss der Gewichtsunterschied zwischen der normalerweise verwendeten persönlichen Fahrerausrüstung und den zum Kühlsystem gehörenden Ausrüstungsteilen durch 0,5 Kilogramm Ballast im Cockpit ausgeglichen werden.“ Außerdem wird gemäß Artikel C4.6 das Mindestgewicht des Fahrzeugs um fünf Kilogramm angehoben.
ANZEIGE
ANZEIGE
Der entscheidende Punkt ist hierbei die sportliche Chancengleichheit. Denn ohne diese Vorgaben könnte ein Fahrer sagen: „Ich brauche keine Kühlung“, woraufhin sein Team Kühlsystem, Kühlmittel und weitere Komponenten entfernt. Das Auto wäre dadurch leichter - und aus einer Sicherheitsmaßnahme würde ein Leistungsfaktor.
Genau das verhindert das Formel-1-Reglement: Das Auto muss so ausgerüstet sein, als würde das Kühlsystem verwendet.
Eine gewisse Wahlfreiheit bleibt dem Fahrer trotzdem: Er kann auf diejenigen Bestandteile verzichten, die er persönlich tragen müsste. Dann muss aber der Rest des Systems weiterhin vorhanden sein. Die zusätzlichen 0,5 Kilogramm Ballast verhindern außerdem, dass der Verzicht auf die persönliche Kühlausrüstung einen Gewichtsvorteil bringt.
Die Fahrerkühlung funktioniert wie eine kleine Klimaanlage direkt am Körper: Eine Pumpe lässt gekühlte Flüssigkeit durch feine Schläuche in einer feuerhemmenden Weste unter dem Rennoverall zirkulieren. Die Flüssigkeit nimmt Körperwärme auf und soll so verhindern, dass die Körpertemperatur des Fahrers während eines besonders heißen Rennens zu stark ansteigt.
Von Stefan Ehlen