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Schweizer Imker jagen die asiatische Hornisse mit Hightech-Methoden

Дата публикации: 18-09-2026 11:05:39

Die invasiven Insekten breiten sich schweizweit rasant aus und gefährden ganze Bienenvölker. Ihre versteckten Nester werden von Hornissen-Scouts mit Apps und Funksendern gesucht.

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Schweizer Imker jagen die asiatische Hornisse mit Hightech-Methoden

Die invasiven Insekten breiten sich schweizweit rasant aus und gefährden ganze Bienenvölker. Ihre versteckten Nester werden von Hornissen-Scouts mit Apps und Funksendern gesucht.

Yanis Herforth18.09.2026, 13.05 Uhr

4 Leseminuten


Gefährlich für das Ökosystem: die Asiatische Hornisse.

Gefährlich für das Ökosystem: die Asiatische Hornisse.

Christophe Geyres / Imago

Insekt anlocken, Insekt fangen, das Insekt mit einem Peilsender ausstatten. Dann die Flugrichtung des Insekts verfolgen, das Nest aufspüren, das Nest vernichten: So funktioniert die Eindämmung der Asiatischen Hornisse.

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Die Asiatische Hornisse ist eine der invasivsten Insektenarten, die die Schweiz je gesehen hat. Sie breitet sich im Land rasant aus. Sie ist zwar keine Gefahr für den Menschen, aber für die europäischen Honigbienen. Die Asiatischen Hornissen machen Jagd auf Honigbienen, um ihren Nachwuchs zu füttern. Und bedrohen so ganze Bienenvölker und damit unser Ökosystem.

Christof Lüthi ist einer derjenigen, die sich auf die ungewöhnliche Jagd nach der Asiatischen Hornisse begeben. Er ist Imker und einer der sogenannten Hornissen-Scouts im Naturpark Thal im Kanton Solothurn. Mit seiner Familie betreut er bis zu sechzig Bienenvölker. Der Begriff «to scout» kommt aus dem Englischen und bedeutet «erkunden» oder «auskundschaften». Das trifft die Aufgabe von Christof Lüthi gut. Wenn ein Nest der Asiatischen Hornisse in der Region gemeldet wird, spürt er es auf. Das kostet ihn Ausdauer und Geduld, weil die Nester stets gut versteckt sind.

Lüthi stellt Lockstellen auf und fängt einzelne Hornissen mit einem Kescher, einer Art Netz an einem Stiel. Danach lässt er die Tiere frei und schaut, in welche Richtung sie fliegen. In der App Vespa Finder zeichnet er die Flugrichtungen ein und stoppt die Zeit. Lüthi wartet, bis die Hornissen an der von ihm installierten Lockstelle auf einem Parkplatz wieder auftauchen. So kann er ungefähr einschätzen, in welcher Richtung und Entfernung das Nest liegt.

Im besten Fall braucht Lüthi fünf bis zehn Stunden für ein Nest, erzählte er der «Solothurner Zeitung». In einem Waldstück bei Mümliswil suchten er und seine Mutter sogar fünfzig Stunden, ohne das Nest zu finden.

Infografik Anja Lemcke / NZZ

Auch im Kanton Waadt wird mit Lockstellen dieser Art gearbeitet. Der Biologe Daniel Cherix erklärt der NZZ, dass die Hornissen dafür markiert und an eine Lockstelle «gewöhnt» werden. Anschliessend messen die Fachkräfte, wie lange die Tiere für den Hin- und Rückflug brauchen. So lässt sich die Entfernung zum Nest immer weiter eingrenzen.

Im Kanton Waadt werden zudem neue Funksender eingesetzt. Diese werden an einzelnen Hornissen befestigt. Mit einer Mini-Antenne können die Fachleute das Signal verfolgen, wenn das Tier zu seinem Nest fliegt.

Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde 2004 in Südwestfrankreich erstmals in Europa gesichtet. Seit 2016 steht diese Unterart in der Liste der unerwünschten Spezies, da sie inzwischen etabliert invasiv ist. Als invasiv gelten Tiere oder Pflanzen, die aus fremden Gebieten eingeschleppt wurden und sich derart ausbreiten, dass sie einheimische Arten oder die Natur schädigen. 2017 wurden die Asiatischen Hornissen erstmals in der Schweiz gesichtet.

Man erkennt die Hornisse an ihrer schwarzen Grundfarbe, ihrem schwarzen Hinterleib mit gelben Streifen und orangem Ende oder an ihren schwarzen Beinen mit gelben Enden.

Die Asiatische Hornisse wird in der Schweiz besonders von den Imkern gefürchtet. Sie tötet Honigbienen, indem sie ihnen den Kopf abtrennt und den Körper mitnimmt – als Nahrung für ihren Nachwuchs. Da die Asiatische Hornisse in Europa keine natürlichen Feinde hat und von anderen Tieren nicht gejagt wird, kann sie sich sehr leicht ausbreiten.

Es ist ein Krampf, sie zu jagen: die Asiatische Hornisse.

Es ist ein Krampf, sie zu jagen: die Asiatische Hornisse.

Christophe Geyres / Imago

Aktuelle Schätzungen sagen, dass sich dieses Jahr die Anzahl der Nester in Bern mindestens verdreifachen wird. Letztes Jahr wurden 257 Nester gemeldet. Dieses Jahr werden es voraussichtlich mindestens 770 sein. Mit diesem gewaltigen Anstieg an Nestern steigen auch die Kosten der Eindämmung.

Eine vollständige Beseitigung eines Nests kostet laut dem Experten Daniel Cherix etwa 400 bis 500 Franken. Die Frage ist also oft nicht, wer das Nest bekämpft, sondern wer dafür bezahlt.

Auf Privatgrundstücken muss meistens der Eigentümer für die Kosten der Beseitigung aufkommen. Zwischen den Kantonen gibt es dabei Unterschiede. Laut Daniel Cherix ist die Bekämpfung in Genf beispielsweise besser organisiert, wobei wiederum in Freiburg etwa nicht die gleichen finanziellen Mittel vorhanden sind. Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind gross.

Für die Tötung der Hornissen verwenden die Fachkräfte Schwefeldioxid, ein farbloses, hochgiftiges und nicht brennbares Gas mit einem scharfen, beissenden Geruch, der oft mit jenem von brennenden Streichhölzern verglichen wird. Die Verwendung von Schwefeldioxid eignet sich besser als pulverförmige Insektizide, da es keine Rückstände im Nest und in der Umgebung hinterlässt. Die Larven können diese Behandlung überleben, weshalb man das Nest anschliessend entfernt und beispielsweise einfriert. Die Fachkräfte müssen bereits früh um 5 bis 7 Uhr mit ihrer Arbeit anfangen, da die Arbeiterinnen später nicht mehr im Nest sind. Laut Daniel Cherix dauert der Einsatz mit dem Gas nicht länger als 30 Sekunden.

Die Entfernung einzelner Nester löst das Problem der Invasion der Asiatischen Hornisse jedoch nicht. Daniel Cherix sagt, dass sich die Situation nächstes Jahr nicht bessern werde und die Imkergesellschaft sich neue Strategien ausdenken müsse, um die bedrohten Bienen zu schützen.

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