Wer richtig in den Tag startet, schützt langfristig sein Herz-Kreislauf-System. Damit das gelingt, verrät der Kardiologe Sanjay Bhojraj 5 Dinge, die er vor 9 Uhr nie tut.
Wer richtig in den Tag startet, schützt langfristig sein Herz-Kreislauf-System. Damit das gelingt, verrät der Kardiologe Sanjay Bhojraj fünf Dinge, die er vor 9 Uhr niemals tut.
Der Kardiologe Sanjay Bhojraj legt viel Wert darauf, mit dem richtigen Fuß aufzustehen – im übertragenen Sinne. „Was Sie morgens essen, trinken und emotional verkraften müssen, ist wichtiger, als den meisten Menschen bewusst ist”, schreibt der Herz-Experte in einem Gastbeitrag auf dem US-Portal „CNBC make it”.
Denn besonders in den frühen Morgenstunden sei das Herz am stärksten beansprucht. Während sich der Körper nach der nächtlichen Ruhe langsam aktiviert, steige der Cortisolspiegel sowie der Blutdruck an. Die Herzfrequenzvariabilität hingegen sinke. Im Vergleich zu späteren Stunden seien außerdem die Gefäße weniger elastisch und das Blut dicker. Jeder Morgen werde so zu einem echten Belastungstest.
Um das Herz-Kreislauf-System nicht noch weiter zu stressen, vermeide der Mediziner deswegen vor neun Uhr fünf ganz konkrete Dinge.
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Sie liefern schnell Energie, bringen aber auch ein Problem mit sich: Genauso rasant wie der Blutzucker und die verfügbare Energie in die Höhe schnellen, fallen sie auch wieder ab. Sind wie bei Gebäck außerdem kaum Ballaststoffe oder Eiweiße enthalten, die den Verdauungsprozess verlangsamen könnte, kann das zu Heißhungerattacken und und dauerhaft erhöhten Insulinspiegeln führen.
„Dein Herz kann solche Schwankungen um 7:15 Uhr morgens nicht gebrauchen”, sagt dazu Bhojraj.
Wer auf ein herzhaftes Frühstück setzt, um der Gebäck-Versuchung zu widerstehen, sollte ebenfalls auf die Nährstoffe achten. Besonders verarbeitetes Frühstücksfleisch steht deswegen auf der No-Go-Liste des Mediziners, darunter etwa
Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung ergab, dass 39 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer mehr als zehn Gramm Speisesalz pro Tag zu sich nehmen. Bei 15 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer sind es sogar über 15 Gramm.
Hinzu kommt meist ein hoher Gehalt an gesättigten Fettsäuren und Konservierungsstoffen. Ganz darauf verzichten muss niemand, sagt Bhojraj. Auch in seiner eigenen Morgenroutine setze er nicht auf Perfektion, dafür aber auf Beständigkeit. „Das Problem entsteht erst, wenn man es jeden Morgen isst.”
Auch bei den Getränken behält der Kardiologe den Blutzucker im Blick. Denn beliebte Frühstücksgetränke sind teilweise so kalorienreich, dass sie fast als eigene Mahlzeit gelten. „Ein großer aromatisierter Latte kann schon 30 bis 50 Gramm Zucker enthalten, noch bevor Sie überhaupt eine richtige Mahlzeit zu sich genommen haben”, warnt der Mediziner.
Genau wie beim Frühstücksgebäck verweist er auch hier auf den rasant steigenden Blutzucker- und Insulinspiegel durch den Zuckeranteil. Und genau wie beim zuckrigen Gebäck droht auch nach einem Doppel-Schoko-Erdbeer-Frappee eine Heißhungerattacke.
Auch von Energy Drinks als Kaffee-Ersatz rät der Mediziner dringend ab: „Das ist für mich ein absolutes No-Go”, schreibt Bhojraj bei „CNBC make it”.
Die Kombination aus Koffein, Zucker und weiteren Stimulanzien können Bluthochdruck und Herzfrequenz erhöhen. Das belastet das Herz-Kreislauf-System stark und kann in einigen Fällen sogar Herzrhythmusstörungen auslösen.
Bei all den Dingen, von denen Bhojraj abrät, könnte der Eindruck entstehen, dass „Nichts-Essen” die beste Option am Morgen sei. Für Personen, die bewusst fasten, viel trinken und ruhig in den Tag starten sei das durchaus ein guter Weg, sagt der Kardiologe.
Kritisch hingegen sieht er Praktiken, die nur auf dem Papier wie Fasten anmuten. „Ich habe so viele Patienten gehabt, die einfach nur auf Adrenalin laufen, auf nüchternen Magen Kaffee trinken, ihre E-Mails abarbeiten und Medikamente ohne Essen einnehmen.” Noch bevor der Tag richtig starte, sei das Nervensystem auf diesem Weg bereits überreizt und der Blutzuckerspiegel alles andere als stabil.
Um dem Herzen schon in der Früh etwas Gutes zu tun, empfiehlt Bhojraj eine Morgenroutine, die Flüssigkeitszufuhr, Nahrung und ein paar ruhige Momente priorisiert. In seinem eigenen Alltag bedeute das Nährstoffe wie Eiweiß und Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Auf dem Plan stehen dann Lebensmittel wie Eier, Obst, Hüttenkäse und Nüsse.
„Vor allem sage ich all meinen Patienten, dass ein hektischer, chaotischer Morgen ihre Physiologie verändert”, warnt der Kardiologe. Schon einige Minuten Ruhe oder ein kleiner Spaziergang können helfen, den Tag mit dem richtigen Fuß zu starten.
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