Eine kranke Leber verursacht zunächst keine Schmerzen. Wichtig sind deshalb acht kurze Checks und sechs Blutwerte.
Eine kranke Leber verursacht zunächst keine Schmerzen. Daher bemerken viele Betroffenen eine Erkrankung erst, wenn das Organ bereits geschädigt ist. Wichtig sind deshalb acht kurze Checks und sechs Blutwerte.
Lebererkrankungen sind weit verbreitet. Laut Deutscher Leberstiftung leiden alleine in Deutschland schätzungsweise über fünf Millionen Menschen an einer Erkrankung des Organs. Weltweit nehmen erhöhte Leberwerte und Lebererkrankungen deutlich zu.
Die Ursachen sind vielfältig:
können dahinterstecken.
Da die Leber selbst keine Schmerzrezeptoren hat und die Symptome teilweise sehr unspezifisch sind, werden Erkrankungen häufig gar nicht erkannt. Bei einem Viertel der Patienten entdecken Ärzte erhöhte Leberwerte rein zufällig während einer Routine-Blutuntersuchung.
Doch es gibt verschiedene Anzeichen , die bei einer geschädigten Leber auftreten und die Sie in jedem Fall mit einem Arzt abklären sollten:
Brauner Urin ist ein Anzeichen dafür, dass die Leber nicht mehr richtig funktioniert. Ursache kann eine Infektion mit einem Hepatitis-Virus sein oder eine Leberzirrhose . Letztere entsteht am häufigsten durch extremen Alkoholkonsum oder eine chronische Erkrankung mit Hepatitis B, C oder D.
Sowohl starker Alkoholkonsum über mehrere Jahre als auch Hepatitis-Viren lassen das Gewebe der Leber mit der Zeit vernarben und schränken so die Funktion des Organs ein. Unbehandelt kann das zu einem tödlichen Leberversagen führen. Achtung, auch ein heller, lehmfarbener Stuhl kann auf eine Lebererkrankung hinweisen.
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Ein gelblicher Augapfel kann ebenfalls ein Hinweis auf eine Hepatitis-Erkrankung sein. Auch eine Fettstoffwechselstörung , die die Leber belastet, kann dahinterstecken. Diese Störung ist harmlos, kann aber dazu führen, dass die Leber manche Medikamente schlecht abbaut – zum Beispiel bestimmte Krebs- oder HIV-Präparate.
Verursacher der gelben Färbung ist das sogenannte Bilirubin, ein Gallenfarbstoff. Bei gesunden Menschen wandelt es die Leber in wasserlösliche Formen um, die dann über Stuhl und Urin ausgeschieden werden. Ist dieser Prozess durch eine kranke Leber gestört, lagert sich der Farbstoff im Gewebe an.
Eine weitere Lebererkrankung, die in den Augen sichtbar wird, ist Morbus Wilson . Bei dieser seltenen Erbkrankheit sammelt sich Kupfer in der Leber an, weil der Körper es nicht ausreichend ausscheidet. Es erscheint ein grünlich bis bräunlicher Ring auf der Hornhaut . Diese Leberkrankheit muss frühzeitig erkannt werden, sonst endet sie meist tödlich.
Verschiedenste schwere Krankheiten können die Form oder Farbe der Fingernägel verändern - so auch eine Leberzirrhose . Sie kann sich in weißlich verfärbten, trüben Fingernägeln äußern. Grund dafür sind Veränderungen der Gefäße im Nagelbett. Solche „Milchglasnägel“ können auch bei Diabetes oder einer Herzinsuffizienz auftreten.
Die Leber liegt zum größten Teil im rechten Oberbauch. Entsteht dort ein Druckgefühl , kann das auf eine Fettleber hindeuten. Bei dieser Erkrankung ist das Organ vergrößert und kann gegen die umliegenden Organe sowie die Bauchwand drücken. Ein Arzt kann eine vergrößerte Leber ertasten oder mittels Ultraschall erkennen.
Der unangenehme Druck oder ein ständiges Völlegefühl treten oft erst bei fortgeschrittener Erkrankung auf. Hinzu kommen meist Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Grund für eine verfettete Leber sind Übergewicht oder starker Alkoholkonsum. Ernsten Schaden richtet sie nur an, wenn sie sich entzündet.
Auch wenn der ganze Körper juckt, kann dies ein Anzeichen für eine Lebererkrankung sein. Ursächlich ist ein Rückstau der Gallenflüssigkeit sowie Gallenbestandteile, die sich im Blut anhäufen und später in der Haut ablagern.
Dieser sogenannte cholestatische Juckreiz tritt bereits in frühen Krankheitsphasen auf und kann unter Umständen sehr quälend sein. Häufig nimmt er am Abend und in der Nacht zu und tritt an Stellen wie Fußsohlen sowie der Innenflächen der Hände. Er kann aber auch den ganzen Körper betreffen.
Bei Lebersternchen, auch Spinnennävus oder Gefäßspinnen genannt, handelt es sich um Gefäßerweiterungen auf der Haut. Dabei bildet sich ein rotes Gefäßknötchen, von dem aus sich kleine Gefäße spinnenartig ausbreiten. Sie können bis zu einem Zentimeter groß werden und treten typischerweise am Kopf, im Gesicht, am Hals, auf den Händen und am Brustkorb auf. Lebersternchen gehören zu den Leberhautzeichen und treten bei chronischen Lebererkrankungen wie Fettleber und Leberzirrhose auf.
Eine geschädigte Leber kann zu blauen Flecken auf der Haut führen. Denn wenn die Leber nicht mehr genügend Blutgerinnungsfaktoren produziert, kann es leichter zu Einblutungen im Gewebe kommen, also zu blauen Flecken. Auch Nasenbluten kann häufiger auftreten.
Gerade bei Leberzirrhose erhöht sich außerdem der Blutdruck in der Pfortader, einer Vene die das Blut in die Leber transportiert. Die Folge: Das Blut staut sich und bildet Krampfadern im Magen und in der Speiseröhre. Platzen diese kommt es zu gefährlichen inneren Blutungen.
Appetitverlust kann ein Symptom für viele Erkrankungen sein, tritt aber auch bei Lebererkrankungen auf. Die Betroffenen verlieren Gewicht. Besteht eine Lebererkrankung schon seit längerer Zeit, kann es trotz Gewichtsverlust zu einer Vergrößerung des Bauches kommen, weil sich Wasser in der Bauchhöhle sammelt.
Bei der Bauchwassersucht, im Fachjargon Aszites genannt, sickert Flüssigkeit von der Leberoberfläche und vom Darm in den Bauchraum. Häufig steht dies in Zusammenhang mit einer Leberzirrhose, die durch hohen Alkoholkonsum verursacht wird. Auch eine chronische Hepatitis kann dazu führen.
Die genannten Symptome können auf eine schwer erkrankte Leber hindeuten, aber auch andere Ursachen haben. Wenn Sie eines oder mehrere Anzeichen bei sich entdecken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Er kann Ihr Blut im Labor untersuchen lassen und so herausfinden, wie es um Ihre Leber bestellt ist.
Wichtig: Trifft keines der Symptome auf Sie zu, bedeutet das nicht automatisch, dass Ihre Leber kerngesund ist. Die genannten Anzeichen und Beschwerden treten häufig erst bei einer fortgeschrittenen Erkrankung auf. Im Anfangsstadium bleiben Lebererkrankungen oft unbemerkt.
Ein Blutbild ist daher auch bei vermeintlich gesunden Menschen sinnvoll, um eine Störung frühzeitig zu erkennen. Welche Werte dabei eine Rolle spielen, hat die Deutsche Leberstiftung in einer Tabelle aufgelistet. Die rechte Spalte zeigt den Bereich, in dem sich der entsprechende Blutwert optimalerweise befinden sollte.
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Die Deutsche Leberstiftung empfiehlt vor allem einen GPT-Test. Er sei „ein gut geeigneter Suchtest, da die GPT mit einer hohen Sensitivität Leberschäden anzeigen kann“. Denn bereits bei einer leichten Schädigung der Leberzellen ist der GPT-Wert im Blut erhöht. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das ins Blut gelangt, wenn der Körper Leberzellen abbaut.
Ähnlich verhält es sich mit dem Enzym GPT. Während ein erhöhter GPT-Wert relativ eindeutig auf einen Leberschaden hindeutet, kann ein hoher GOT-Wert allerdings auch durch eine Muskelerkrankung zustande kommen.
GGT ist ein Enzym, das sowohl in der Leber als auch in den Schleimhäuten anderer Organe vorkommt. Ein Bluttest kann jedoch nur die GGT in der Leber anzeigen. Ein erhöhter Wert spricht dann für eine Lebererkrankung oder einen Gallenstau. Zustande kommen kann ein hoher GGT-Wert unter anderem, wenn der Patient regelmäßig große Mengen Alkohol trinkt.
Das Enzym AP kommt ebenfalls in vielen Organen vor. Ein erhöhter AP-Wert deutet meist auf eine Störung des Gallenflusses hin.
Fresszellen in Milz, Leber und Knochenmark bauen rote Blutkörperchen ab. Dabei entsteht Bilirubin. In einem gesunden Körper wandert das Bilirubin von der Leber in die Galle und den Darm und wird schließlich ausgeschieden. Zeigt ein Bluttest einen erhöhten Bilirubin-Wert, ist dieser Prozess offenbar gestört. Ursache dafür kann eine erkrankte Leber sein.
Neben der Blutuntersuchung gibt es noch weitere Diagnoseverfahren, um die Gesundheit der Leber zu überprüfen.
Eine gesunde Lebensweise hilft auch dabei, die Leber gesund zu halten und Schäden vorzubeugen. Die Bundesärztekammer empfiehlt daher folgende Punkte, um Lebererkrankungen vorzubeugen:
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