Drei Tage lang verwandelt sich das Gelände der Bettinger Mühle in Schmelz wieder in einen historischen Mittelaltermarkt. Die Veranstalter setzen dabei auf ein abwechslungsreiches Programm und Familienfreundlichkeit, kämpfen aber gleichzeitig mit zunehmenden Herausforderungen – und den Folgen eines Unwetters von vor zwei Jahren.
Schmelz · Drei Tage lang verwandelt sich das Gelände der Bettinger Mühle in Schmelz wieder in einen historischen Mittelaltermarkt. Die Veranstalter setzen dabei auf ein abwechslungsreiches Programm und Familienfreundlichkeit, kämpfen aber gleichzeitig mit zunehmenden Herausforderungen – und den Folgen eines Unwetters von vor zwei Jahren.
17.09.2026 , 13:52 Uhr
An der Bettinger Mühle in Schmelz laufen derzeit die letzten Vorbereitungen für den Mittelaltermarkt. Drei Tage lang wollen die Veranstalter den Besuchern ein abwechslungsreiches und spektakuläres Programm bieten.
Foto: Tom PetersonEin paar Hammerschläge, dazu einige geübte Handgriffe – und schon steht wenige Minuten später das mittelalterliche Wikingerzelt auf der großen Wiese hinter der Bettinger Mühle. Noch ist es zwar leer, in wenigen Tagen wird es jedoch als einer von mehreren Händlerständen dienen, die die Besucher des diesjährigen Mittelaltermarktes in Schmelz erwarten wird. Und der verspricht, das Gelände der Bettinger Mühle drei Tage lang in ein ganz besonderes Spektakel zu verwandeln.
„Wir planen am Samstag beispielsweise einen großen Fackelumzug um das Veranstaltungsgelände“, verrät Frank Peter Alt, Vorsitzender des Illinger Vereins Historische Märkte und Feste, dessen Mitglieder den Mittelaltermarkt in Schmelz bereits zum vierten Mal organisieren.
Stecken jede Menge Herzblut und Arbeit in die Vorbereitungen: Bereits zum vierten Mal organisieren die Mitglieder des Illinger Vereins Historische Märkte und Feste und dessen Vorsitzender Frank Peter Alt (dritter von rechts) den Mittelaltermarkt an der Bettinger Mühle in Schmelz.
Foto: Tom PetersonEin weiterer Höhepunkt soll die Besucher zudem schon einen Tag zuvor – aber auch am Samstag selbst – nach Einbruch der Dunkelheit erwarten. Denn jeweils ab 22 Uhr ist eine große Feuershow von „Perzys Oregon“ geplant, bei der Flammen, Bewegung und spektakuläre Inszenierung aufeinandertreffen. Aber auch tagsüber wollen die Veranstalter den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm voller Musik, Gaukelei, Zauberei, Tanz, Feuer, Handwerk und historischem Lagerleben bieten – wie natürlich dazu auch passende Speisen und Getränke und verschiedene Mitmachaktionen für Kinder.
Das Team um Alt will mit dem Mittelaltermarkt vor allem aber eines erreichen: „Neben der Brauchtumspflege wollen wir den Menschen ein Erlebnis und einen Ausgleich zum sonst so stressigen Alltag ermöglichen“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Und auch wenn man sehr auf eine familienfreundliche Preisgestaltung achte – gleichzeitig solle sich die Veranstaltung auch für die teilnehmenden Händler lohnen. Denn dass diese oft nicht nur viel Herzblut, sondern auch Geld in ihre Stände stecken, ist Alt nur allzu bewusst. Zusammen mit seinem Mann ist er selber seit über 15 Jahren hauptberuflich als Händler in der Mittelaltermarktszene aktiv.
Gleichzeitig steigen die Herausforderungen für den Verein. „Von außen können viele nicht sehen, wie viel Aufwand in so einer Veranstaltung tatsächlich steckt“, erklärt Alt. Zumal er und sein Team darauf achten, dass der Mittelaltermarkt insgesamt ein „passendes Erscheinungsbild“ hat, damit sich die Besucher auch tatsächlich ins Mittelalter zurückversetzt fühlen. Neben steigenden Kosten würden aber auch eine geringe Zahl an Helfern und eine zunehmende Bürokratie bei den im Vorfeld notwendigen Genehmigungen die Vorbereitungen zunehmend erschweren. Darüber hinaus spüren die Veranstalter noch immer die Folgen eines Unglücks aus der Vergangenheit.
Vor zwei Jahren hatte ein Hochwasser in Folge von schweren Regenfällen dafür gesorgt, dass der Mittelaltermarkt kurzfristig abgesagt werden musste. Und dass, obwohl bereits ein großer Teil der Vorbereitungen abgeschlossen sowie mehrere Zelte aufgebaut waren. Nicht nur wirtschaftlich ein Rückschlag für den Verein – im Nachgang hätte die Absage für einige Kritik im Netz und Vorbehalte in Teilen der Mittelaltermarkt-Szene gesorgt, schilder Alt. „Unser Markt wächst zwar stetig. Doch uns eilt immer noch ein schlechter Ruf wegen des damaligen Hochwassers voraus.“ Dies würde auch die Suche nach neuen Händlern merklich erschweren.
Alt und die Vereinsmitglieder machen im Gespräch dennoch deutlich, dass sie sich davon nicht unterkriegen lassen wollen – und dass sie für ihren Mittelaltermarkt regelrecht brennen. Und so scheint schon wenige Tage vor dem eigentlichen Start klar zu sein, dass den Menschen in Schmelz auch in diesem Jahr wieder drei ganz besondere Tage voller Mittelalter-Feeling an der Bettinger Mühle bevorzustehen werden. (leis)
Der Mittelaltermarkt an der Bettinger Mühle in Schmelz läuft von Freitag bis Sonntag, 18. bis 20. September. Geöffnet ist am Freitag von 17 bis 23 Uhr, am Samstag von 11 bis 23 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Weitere Informationen zum Programm und den Ticketpreisen gibt es auch unter www.historischefeste.de