Sie haben viele Milliarden in dem Land investiert. BMW hat sein neuestes Autowerk dort gebaut, Mercedes verdoppelt seine Produktionskapazität in Ungarn. Doch eine Sache passt nicht.

Konzernchef Milan Nedeljković im neuen BMW-Werk in Debrecen. Foto: BMW AG/Daniel Kraus
Immer wieder montags steigen Dutzende BMWler ins Flugzeug Richtung Ungarn. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben: den Fachkräftemangel vor Ort auszugleichen. Die Flüge stehen für ein Versäumnis der deutschen Autokonzerne.
Denn BMW ist damit nicht alleine. Auch von anderen Herstellern hört man, dass es in dem osteuropäischen Land schwierig sei, gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Auch beim Konkurrenten Mercedes bilden viele Deutsche die ungarische Mannschaft aus.
Diesen Aspekt des Standorts Ungarn haben die Topmanager der deutschen Autokonzerne in den vergangenen Jahren gerne verschwiegen. Sie haben viele Milliarden im Land investiert. BMW hat sein neuestes Autowerk dort gebaut, Mercedes verdoppelt seine Produktionskapazität im Land.
Viel mehr war von günstigerer Energie, niedrigeren Steuern und Abgaben und vor allem der billigeren Arbeitsstunde die Rede. All das spricht für die Region – vor allem im Vergleich zu Deutschland. Aber davon alleine lassen sich keine Autos bauen.
Vorteile müssen teuer erkauft werdenDass diese Vorteile zunächst teuer erkauft werden müssen, hat niemand erwähnt. Denn günstig dürfte das für die Hersteller nicht werden: die Flüge, die Aufenthalte, die Zulagen. Die Hersteller müssen mitunter viel Geld in die Hand nehmen, um die personelle Grundlage für ihre Produktion zu schaffen.
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