Mehr als zwei Jahrzehnte hat sich Christel Albert als Ortsvorsteherin für ihren Heimatort eingesetzt. Nun zieht sich die Elmerin von ihrem Ehrenamt überraschend zurück. Was ihre Gründe für diesen Schritt sind – und was ihre Wahl vor über 27 Jahren so besonders machte.
Elm · Mehr als zwei Jahrzehnte hat sich Christel Albert als Ortsvorsteherin für ihren Heimatort eingesetzt. Nun zieht sich die Elmerin von ihrem Ehrenamt überraschend zurück. Was ihre Gründe für diesen Schritt sind – und was ihre Wahl vor über 27 Jahren so besonders machte.
30.09.2026 , 13:01 Uhr
Sie galt über zwei Jahrzehnte als die Stimme ihres Ortes: Elms Ortsvorsteherin Christel Albert hört nach über 20 Jahren nun auf.
Foto: Tom PetersonOb überquellende Mülleimer, das nächste Vereinsfest oder einfach nur so – für die Menschen in ihrem Ort war Christel Albert über mehr als 20 Jahre die Hauptansprechperson. Doch jetzt ist die langjährige Ortsvorsteherin des Schwalbacher Gemeindebezirks Elm von ihrem Ehrenamtsposten aus familiären Gründen zurückgetreten – und beendet damit gleichzeitig eine durchaus beeindruckende Karriere einer Lokalpolitikerin, die gewissermaßen auch als Pionierin fungierte.
Als Albert 1999 erstmalig zur Ortsvorsteherin ihres Heimatortes gewählt wurde, war dies nicht nur ein persönlicher großer Schritt für die heute 75-Jährige. Denn Albert zählte damals zu den ersten weiblichen Ortsvorstehern im Saarland überhaupt. „Das war damals schon sehr ungewöhnlich, dass eine Frau gewählt wurde“, erinnert sie sich. Zudem hätte man sich damals vieles erkämpfen müssen, da man „ja nur eine Frau war“. Seitdem habe sich jedoch viel geändert und auch als Frau in diesem politischen Ehrenamt würde man heute mehr Beachtung erhalten.
Schwalbachs Bürgermeister Markus Weber würdigte zum Ende der jüngsten Gemeinderatssitzung das langjährige Engagement von Christel Albert als Elmer Ortsvorsteherin.
Foto: Tom PetersonIhren männlichen Amt-Kollegen stand Albert – die nach einer fünfjährigen Pause seit 2009 erneut als Ortsvorsteherin von Elm fungierte – zumindest in nichts nach. So belebte sie etwa das Mühlenfest im Ort wieder, an dem sich mittlerweile über ein Dutzend Vereine beteiligen. Zudem kämpfte sie erfolgreich mit dem früheren Schwalbacher Bürgermeister Eberhard Blaß für die Errichtung des Senioren-Pflegeheims im Ort und beteiligte sich auch am Erhalt des Elmer Gaudiwurms. 2016 wurde sie vom Land für ihr kommunalpolitisches Engagement zudem mit der Freiherr-vom-Stein-Medaille ausgezeichnet. Eines ihrer „Herzensprojekte“, der zentrale Verkehrskreisel in Elm, sei zwar auf gutem Weg, in naher Zukunft realisiert zu werden. Dass sie dies jedoch nun nicht mehr als Ortsvorsteherin erleben wird, erfülle sie auch etwas mit Wehmut.
Gleichzeitig sei sie aber auch jemand, der etwas immer mit vollem Einsatz angehe, sagt Albert. Und so scheint ihre Antwort auf die Frage, warum sie nun ihr langjähriges Ehrenamt niederlegt, nur folgerichtig zu sein: „Wenn man die Arbeit nicht mehr zu 100 Prozent leisten kann, sollte man aufhören“, begründet die 75-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung ihren jetzigen Schritt.
Und auch wenn Albert im Gespräch nicht als die Art Mensch wirkt, die gerne das große Rampenlicht sucht, so war sie zum Ende der jüngsten Gemeinderatssitzung doch für kurze Zeit im Zentrum der Aufmerksamkeit, als Bürgermeister Markus Weber sie für ihr langjähriges Engagement als Ortsvorsteherin ehrte. Dieser betonte, dass Albert nicht nur ein „wichtiger und bürgernaher Ansprechpartner für die Menschen in Elm“ sei, sondern hob auch deren langjährigen Verdienste um die Elmer Vereinslandschaft und insbesondere ihre „besonderen Verdienste“ als langjährige Vorsitzende des TuS Elm-Sprengen hervor.
Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht Albert wiederum ihr ganz persönliches Resümee: „Generell habe ich immer versucht, das dörfliche Leben und die Vereine hochzuhalten.“ Und auch wenn der Elmer Ortsrat erst auf einer seiner kommenden Sitzungen darüber entscheidet – für ihren Nachfolger hat die 75-Jährige bereits jetzt einen Ratschlag: „Wenn man eine gute Idee hat, sollte man die auch umsetzen.“ (cbe)
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