Nach den Zinserhöhungen der EZB verlangen Banken für den Dispo wieder mehr Geld, doch das teure Minus lässt sich mit wenigen Schritten deutlich günstiger finanzieren.
Stand: 15.10.2026, 13:36 Uhr
Nach den Zinserhöhungen der EZB verlangen Banken für den Dispo wieder mehr Geld, doch das teure Minus lässt sich mit wenigen Schritten deutlich günstiger finanzieren.
15,39 Prozent Zinsen im Jahr: So viel verlangt laut Stiftung Warentest die teuerste Bank in Deutschland, wenn Ihr Girokonto ins Minus rutscht. Im Schnitt sind es 10,99 Prozent. Täglich verfügbare Einlagen bringen laut Bundesbank dagegen im Mittel nur 0,50 Prozent. Wer regelmäßig überzieht, sollte die Konditionen seiner Bank deshalb genau prüfen. Im Girokonto-Vergleich sehen Sie, welche Konten günstigere Dispozinsen bieten.
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Und der Dispokredit wird gerade wieder teurer. Seit die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni und September die Leitzinsen angehoben hat, ziehen die Banken nach. Die DKB etwa erhöhte den Dispozins zum 1. Oktober 2026 um 1,15 Prozentpunkte, beim Girokonto Aktiv von 7,91 auf 9,06 Prozent. Am 29. Oktober tagt die EZB erneut, Händler rechnen bis Jahresende mit einem weiteren Zinsschritt.

Die Bank berechnet Dispozinsen taggenau, also nur für den Betrag und die Tage im Minus, und rechnet meist vierteljährlich ab. Die Formel lautet: überzogener Betrag mal Zinssatz mal Tage, geteilt durch 100 mal 360. Was das bedeutet, zeigt ein Beispiel mit 2.000 Euro Minus über ein ganzes Jahr:
Zwischen günstiger und teurer Bank liegen also schnell mehr als 120 Euro im Jahr. Die Bundesbank weist für August 2026 einen niedrigeren Schnitt von 9,46 Prozent aus, weil sie nach Kreditvolumen gewichtet. Vom Rekord von 12,01 Prozent aus dem Oktober 2008 ist das noch entfernt. Betroffen sind viele: Laut einer Civey-Umfrage im Auftrag von Smava lagen im April 2026 rund 12,5 Prozent der erwachsenen Kontoinhaber im Minus.
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Noch teurer: die geduldete ÜberziehungÜberschreiten Sie den vereinbarten Rahmen, spricht man von einer geduldeten Überziehung (§ 505 BGB). Dafür verlangen viele Banken einen Aufschlag auf den Dispozins. Den genauen Satz finden Sie im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank. Duldet die Bank die Überziehung nicht, platzen Lastschriften, und der Empfänger stellt Ihnen womöglich zusätzlich Gebühren in Rechnung.
Ihre Bank muss Ihnen eine Beratung anbietenNutzen Sie den Dispo sechs Monate ununterbrochen und im Schnitt zu mehr als 75 Prozent des Rahmens, muss Ihnen die Bank ein Gespräch über günstigere Alternativen anbieten. Das schreibt § 504a BGB vor. Annehmen müssen Sie das Angebot nicht. Bei einem Dauerminus lohnt sich der Termin aber fast immer, denn viele Banken bieten dann einen Ratenkredit zu deutlich besseren Konditionen an.
So kommen Sie aus dem teuren Dispo💡 Reicht das Geld am Monatsende regelmäßig nicht, hilft ein Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang: Schon 50 Euro im Monat auf ein separates Konto ergeben nach einem Jahr 600 Euro Reserve.
Fazit: Der Dispo ist für Notfälle gedachtFür ein paar Tage im Minus ist der Dispo praktisch, als Dauerlösung gehört er zu den teuersten Kreditformen überhaupt. Prüfen Sie Ihren Zinssatz auf dem Kontoauszug oder im Preisverzeichnis. Liegt er deutlich über dem Schnitt von 10,99 Prozent und rutschen Sie öfter ins Minus, sollten Sie umschulden oder die Bank wechseln. Da die EZB die Zinsen weiter anheben könnte, lohnt sich der Schritt eher jetzt als später.
Stand der Angaben: 15. Oktober 2026. Grundlage sind Erhebungen von Stiftung Warentest (Mai 2026), der Deutschen Bundesbank und konto.org sowie das Bürgerliche Gesetzbuch und das Zahlungskontengesetz. Zinssätze können sich jederzeit ändern. Dieser Beitrag stellt keine Finanzberatung dar.
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