Nach Darstellung des Senders hat Trump einen vereinbarten Termin in dieser Woche unter Berufung auf „Angelegenheiten von nationaler Bedeutung“ abgesagt. Die BBC-Anwälte haben ein Gericht in Florida gebeten, den Präsidenten zur Aussage zu verpflichten.
15.10.2026 · 21:39 Uhr
US-Präsident Trump hat den britischen Rundfunksender BBC wegen Verleumdung verklagt. (Symbolfoto)
Foto: AP Photo/Julia Demaree Nikhinson/Julia Demaree NikhinsonNew York · Nach Darstellung des Senders hat Trump einen vereinbarten Termin in dieser Woche unter Berufung auf „Angelegenheiten von nationaler Bedeutung“ abgesagt. Die BBC-Anwälte haben ein Gericht in Florida gebeten, den Präsidenten zur Aussage zu verpflichten.
Die BBC wirft US-Präsident Donald Trump vor, seine Aussage im Verleumdungsprozess gegen den britischen Rundfunksender hinauszuzögern. In einem Schriftsatz forderten die Anwälte des Senders ein Gericht in Florida auf, Trump zur Aussage in dem Verfahren zu verpflichten. Nach Darstellung der BBC hatte der Präsident einen vereinbarten Termin für seine Aussage in dieser Woche unter Berufung auf „Angelegenheiten von nationaler Bedeutung“ abgesagt.
„Zwei Monate vor Ablauf der Beweisaufnahmefrist ist es der BBC immer noch nicht gelungen, die Aussage der zentralsten Figur in diesem Fall – des Klägers selbst – einzuholen, und es gibt noch nicht einmal einen Termin dafür“, schrieb Rechtsanwalt Charles Tobin in dem Schriftsatz, der in dieser Woche eingereicht wurde. Die Verzögerungen hätten die BBC daran gehindert, die notwendigen Beweise zu beschaffen, um ihre Verteidigung fundiert vorzubereiten.
Der Sender räumte ein, dass die Filmemacher Zitate aus Abschnitten der Rede, die Trump am 6. Januar 2021 vor dem Sturm auf das US-Kapitol vor seinen Anhängern gehalten hatte, zusammengeschnitten hatten. So sei der Eindruck entstanden, er habe direkt zu Gewalt aufgerufen.
Der Sender entschuldigte sich bei Trump für den Schnitt. Der Chef der BBC und der oberste Nachrichtenverantwortliche traten zurück. Der Sender weist jedoch Trumps Vorwurf zurück, er habe ihn diffamiert.
In dem Schriftsatz erklärten die Anwälte der BBC, sie hätten bereits im Juli erstmals Termine für die Zeugenaussage angefragt und wiederholt nachgehakt. Beide Seiten hätten sich schließlich auf den 16. Oktober geeinigt. Dann habe der Anwalt des Klägers jedoch am 28. September mitgeteilt, dass der Präsident aufgrund anderer Angelegenheiten von nationaler Bedeutung für seine Zeugenaussage am 16. Oktober nicht mehr zur Verfügung stehe.
Ihnen sei in der vergangenen Woche mitgeteilt worden, dass Trump keine Zeit für eine Zeugenaussage habe, bevor die Beweisaufnahme am 18. Dezember ende, erklärten die BBC-Anwälte. Man habe ihnen mitgeteilt, dass Trump stattdessen in der zweiten oder dritten Januarwoche zur Verfügung stehen werde.
In einer Stellungnahme als Reaktion auf den Schriftsatz ging ein Sprecher von Trumps Anwaltsteam nicht auf die Gründe für Trumps Verzögerung ein. Er wiederholte jedoch die Vorwürfe gegen die BBC und erklärte, der Präsident ziehe den Sender für seine Verleumdung und seine rücksichtslose Einmischung in den Wahlkampf zur Rechenschaft.
Trump zog freiwillig eine Klage in Höhe von 500 Millionen Dollar zurück, die er 2023 gegen seinen ehemaligen Anwalt Michael Cohen eingereicht hatte. Das geschah nur wenige Tage, bevor dieser in diesem Verfahren eine eidesstattliche Aussage hätte machen sollen.
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