Auf dem Karlsruher Marktplatz simulieren Künstlerinnen und Künstler das Leben auf dem Mars. Dazu forschen und leben sie in einer Kuppel - und versprechen sich auch Erkenntnisse für unsere Erde.
Der Karlsruher Marktplatz verwandelt sich bis zum 27. Oktober in den "Marsplatz". Künstlerinnen und Künstler des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) schlüpfen knapp zwei Wochen in die Rollen von Astronauten und leben unter simulierten Marsbedingungen in einer Kuppel.
"Astronauten" schlafen in Kuppel auf Marktplatz in KarlsruheEs ist ein Kunstprojekt mit wissenschaftlichem Hintergrund: Drei Künstler leben als Astronauten zwei Wochen auf 75 Quadratmetern in einer Kuppel auf dem Karlsruher Marktplatz. Sie verbringen dort Tag und Nacht und testen Ideen, die laut dem ZKM gemeinsam mit Künstlern, Experten und Bürgern entwickelt wurden.
Es gibt einen 24- bzw. 36-Stunden-Schichtbetrieb, bei dem sich ihre Einsätze abwechseln. Dazu gehören auch "Außenmissionen", bei denen sie in ihren Raumanzügen die Umgebung erkunden.
Das ZKM bezeichnet das Projekt als "Dauerperformance". Es sollen Ideen getestet werden, die im Rahmen einer Ausstellung für das Leben auf dem Mars entwickelt wurden. Täglich widmen sich die Astronauten jeweils einer Fragestellung, die sie untersuchen. Auch für ihre Nahrungszubereitung und die Wasseraufbereitung sind sie selbst zuständig.

Mit dem Kunstprojekt "MARS!platz: Red Dust City" möchte das ZKM großen Fragen auf den Grund gehen: Wie leben Menschen auf engstem Raum zusammen? Welche Staatsform wählen sie? Wie bleiben sie gesund? Wie gehen sie mit Nahrung, Wasser und anderen Ressourcen um, wenn sie knapp sind?
Sie erhoffen sich auch Erkenntnisse über das Leben auf der Erde. Das Ziel des Projekts: Das ZKM will mit dem Mars-Projekt anregen, sich Gedanken über den Erhalt der Erde und den schonenden Umgang mit Ressourcen zu machen.

Für Passanten ist die Kuppel nicht zugänglich, sie können aber durch ein Fenster teilweise hineinschauen. Es gibt zudem einen nicht einsehbaren Bereich. Wer möchte, kann das Projekt aber auch online verfolgen.
Zu bestimmten Zeiten kann man mit der "Crew" auch vor Ort von außen Kontakt aufnehmen, außerdem über die Internetseite des Projekts. Dort finden sich Daten wie die aktuelle Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in der Kuppel. In einer "Bodenstation" im ZKM können Interessierte auch im Livestream verfolgen, was in der Kuppel passiert.
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