Bärbel Bas hat überraschend ihren Rücktritt als Bundesarbeitsministerin und SPD-Parteichefin erklärt. Vorausgegangen war ein schwerer Trauerfall: Der Tod ihrer Stieftochter, wegen dem sie in der vergangenen Woche alle Termine abgesagt hatte. In ihrer Begründung spricht Bas davon, Zeit zur Trauerbewältigung zu brauchen – und kritisiert, dass öffentliche Angriffe auf sie, auch aus den Reihen des Koalitionspartners Union, in dieser Phase weiter forciert worden seien. Vize-Kanzler Lars Klingbeil bezeichnet die Attacken gegen Bas als unanständig. Generalsekretär Tim Klüssendorf fordert einen menschlicheren Umgang in der Politik. Zugleich sagen selbst einige aus der SPD: ein längerer Ausfall einer Ministerin sei in einer entscheidenden Phase der Koalition besonders problematisch. Der Rückzug von Bas wirft die grundsätzliche Frage auf, wie lange Spitzenpolitiker aus persönlichen Gründen fehlen dürfen, ohne dass politische Verantwortung leidet.