Der FC gewinnt Spiele durch Momente, Führungen hält der Verein selten. Trainer René Wagner sieht das gelassen. Reicht das in Frankfurt?
Stand: 15.10.2026 • 21:59 Uhr
Das Derby ist gewonnen, doch auch gegen Gladbach gab der FC eine Führung wieder her – nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Trainer René Wagner nimmt das erstaunlich gelassen und hat für die große Lösung einen eigenen Zeitplan.
Von Nesrin Elnabolsy
Manchmal braucht der 1. FC Köln nur einen Moment. Einen Lauf, einen Abschluss, ein Tor. Gegen Gladbach reichte beispielsweise Said El Mala, um ein Derby zu entscheiden.
Dass es diesen Moment überhaupt brauchte, hat sich die Mannschaft offenbar selbst zuzuschreiben. Zuvor gab sie eine Führung aus der Hand, und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Spiele auf ihre Seite ziehen, können die Kölner. Mit dem Festhalten tun sie sich noch schwer.
Wenn aus Angreifen Verteidigen wirdDas Muster dahinter ist schnell erzählt. Gegen Bremen führte Köln durch Linton Maina, gegen Gladbach brachte Ísak Jóhannesson den FC nach vorn. Beide Male schien die Mannschaft mit dem Erreichten erst einmal zufrieden und überließ dem Gegner die Initiative. Bremen nahm die Einladung an und glich aus, dabei blieb es. Gladbach nahm sie ebenfalls an, nur fanden die Kölner diesmal noch eine Antwort.
Tom Krauß saß gegen Gladbach zunächst auf der Bank und sah es kommen. "Ich habe auf der Bank gesagt: Es ist leider nur eine Frage der Zeit, bis wir das 1:1 kassieren", erzählte er nach dem Spiel. "Und fünf Sekunden später fällt’s."
Dass es auch andersherum geht, zeigte Köln gegen Hoffenheim: zweimal zurück, am Ende ein 3:2. Rückstände scheinen diese Mannschaft derzeit mehr zu beflügeln als Führungen. In Stuttgart half beim 1:4 allerdings weder das eine noch das andere, und beim HSV hatte Köln mehr vom Spiel, ohne daraus genug zu machen.
Fünf Spiele, fünf Verläufe, und dazwischen die Erkenntnis, dass der FC vieles kann: zurückkommen, Spiele entscheiden, phasenweise überzeugen. Nur selten alles in derselben Partie.
Ein Tor mehr reichtDass es mit der Verlässlichkeit haperte, lag allerdings nicht nur am Verhalten nach Führungen. Die Abwehr wackelte auch dann, wenn es noch gar nichts zu verteidigen gibt. Nach fünf Spieltagen stehen zehn Gegentore zu Buche. Dass es nicht mehr sind, hatte der FC nicht zuletzt Marvin Schwäbe zu verdanken. Auf den Außenbahnen wurde immer wieder rotiert, auch verletzungsbedingt.
Torwart Schwäbe (r.) diskutiert mit Innenverteidiger Lochoshvilli
Konstant ist nur das Zentrum mit Luka Lochoshvili und Jahmai Simpson-Pusey, zumindest auf dem Aufstellungsbogen. Simpson-Pusey setzte sich in der vergangenen Saison mit erstaunlicher Abgeklärtheit durch, in dieser wirkt er oft verunsichert, wie zuletzt beim Ausgleich gegen Gladbach, als er eine Flanke am ersten Pfosten in die Mitte verlängert.
René Wagner nahm auf der Pressekonferenz die beiden in Schutz, ein neues Innenverteidiger-Paar müsse sich erst finden. Und überhaupt: "Wenn wir eins mehr schießen als der Gegner, gewinnen wir trotzdem Spiele."
Wenn Bayern München ein Spiel nicht über 95 Minuten dominiert, muss sich der Rekordmeister das vermutlich schon vorhalten lassen, sagte Wagner. Für den FC gilt ein etwas großzügigerer Zeitplan: "Wenn man in zehn Jahren irgendwo dasteht und sagen kann, wir können jetzt jedes Spiel 95 Minuten lang dominieren, dann sind wir, glaube ich, an einem sehr, sehr, sehr, sehr guten Ort." Viermal sehr. Wagner strahlte. Dann: "Aktuell sind wir noch da, wo wir es schaffen müssen, diese Phasen gemeinsam zu überstehen."
Tom Krauß wird immer mehr zum Führungsspieler beim 1. FC Köln
Dass Krauß gegen Gladbach überhaupt auf der Bank saß, war eine kleine Überraschung. In den vier Spielen zuvor stand er jedes Mal in der Startelf, räumte vor der Abwehr ab und schaltete sich auffällig oft nach vorn ein. An zehn Torschüssen war er in dieser Saison schon beteiligt. Für das Derby setzte Wagner auf eine offensivere Mitte. "Heute kam ich mal von der Bank. Das ist für mich auch absolut in Ordnung", sagte Krauß hinterher.
Nach der Pause durfte er dann ran, für den verletzten Ellyes Skhiri. "Dann kommt Tom aufs Feld und drückt uns nach vorn", sagte Wagner auf der PRessekonferenz vor dem Frankfurt-Spiel. "Genau die Charaktere brauchen wir in dem Moment."
Vielleicht braucht es gegen die SGE nicht den einen, der das große Ganze trägt. Sondern alle, die im richtigen Moment übernehmen.
Wagners zweite LuftFür Wagner kam der Derbysieg zur rechten Zeit. Seit Mittwoch hängen in der Schuhschleuse zwei neue Fotos, eines vom Derbysieg, eines von Jóhannessons Standardtor. Erfolgserlebnisse solle man "jeden Tag auch wieder sehen", sagte Wagner. Tragen lassen will er sich davon trotzdem nicht. Er wolle sich "im Mittel bewegen" und sich von großen Wellen weder nach oben noch nach unten ziehen lassen.
Nun führt ihn der Weg ausgerechnet nach Frankfurt, wo seine Zeit als Interimstrainer beim FC mit einem 2:2 nach 0:2-Rückstand begonnen hat. Geblieben ist die Frage, was er aus diesem Kader macht.
Leichter wird die Antwort nicht. Skhiri, weniger Abräumer als Ruhepol, fällt nach seiner Verletzung im Derby länger aus. Bemerkenswert war, was danach passierte: Köln wurde nicht schwächer, sondern druckvoller. "Jetzt müssen andere Spieler in die Bresche springen", sagte Wagner über diesen Aspekt.
Mehr als ein guter NachmittagDieser FC ist besser darin, Spiele zu entscheiden, als darin, sie zu beherrschen. Sollte er in Frankfurt in Führung gehen, beginnt die eigentliche Prüfung erst. Denn die Qualität dieser Mannschaft zeigt sich weniger darin, wie sie gewinnt, als darin, was passiert, wenn ihr ein Spiel zu entgleiten droht.
Eine neue Mannschaft muss Wagner dafür nicht erfinden. Die Stärken sind da. Sie müssten sich nur mal für 95 Minuten verabreden. Zehn Jahre muss das ja nicht dauern. Ein Freitagabend in Frankfurt wäre schon ein Anfang.
Unsere Quellen::Sendung: WDR.de, Köln auf der Suche nach Konstanz, 15.10.2026, 11:19 Uhr
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Eintracht Frankfurt - Köln, en directo | Bundesliga | 0 | 5.97 | 16-10-2026 |
| 2 | Анвар Гатиятулин: «Понимаем эмоции болельщиков и склоняемся к более закрытой игре» | 0 | 10 | 12-10-2026 |
| 3 | RWE: Emotionales Spiel für Koschinat – „werde Fortuna Köln immer im Herzen tragen“ | 0 | 13.58 | 13-10-2026 |
| 4 | Präsident von RWE-Gegner über Koschinat: „Verstehe, wenn er dünnhäutig reagiert...“ | 0 | 21.85 | 12-10-2026 |
| 5 | Хомуха: футболисты "Зенита" имеют больше шансов на победу в матче с ЦСКА | 0 | 0 | 28-11-2021 |
| 6 | Силкин: тренеру ФК "Динамо" Хохлову нужно доверие руководства и время | 0 | 0 | 25-09-2019 |
| 7 | Eintracht denkt bei Wahi um - Diese Streich-Stars stehen vorm Absprung | 0 | 12.49 | 11-08-2026 |
| 8 | Es geht um die Torhüter - Überraschende Entscheidung bei Eintracht gefallen | 0 | 10.41 | 11-08-2026 |
| 9 | Николич: "Локомотив" в матче с ЦСКА не показал всего, что тренировал на сборах | 0 | 0 | 27-02-2021 |
| 10 | Fußball-Bundesliga: Freiburgs Trainer hadert mit Niederlage und Fan-Protest | 0 | 9.83 | 19-10-2026 |