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«Müllermilch»-Erbe blitzt mit Anzeige gegen Komiker Mike Müller ab

Дата публикации: 14-10-2026 14:49:24

Der im Kanton Zürich lebende Sohn des deutschen Unternehmers zeigte den Komiker wegen Verleumdung an. Grund war ein Post in den sozialen Netzwerken.

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Der im Kanton Zürich lebende Sohn des deutschen Unternehmers zeigte den Komiker wegen Verleumdung an. Grund war ein Post in den sozialen Netzwerken.

14.10.2026, 16.49 Uhr

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Mike Müller nimmt auch eine Anzeige wegen Verleumdung mit Humor.

Mike Müller nimmt auch eine Anzeige wegen Verleumdung mit Humor.

Karin Hofer / NZZ

Der Schauspieler und Komiker Mike Müller hat nicht nur auf der Bühne eine scharfe Zunge – auch auf der Plattform X äussert er sich gern und oft zu allen möglichen Themen. Persönliche Ärgernisse, Gesellschaft oder Politik, Mike Müller findet eigentlich jeden Tag etwas.

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So auch, nachdem die AfD bei den Landtagswahlen im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt Anfang September gesiegt hatte: «Was ich nicht so verstehe, warum der Kanzler eines Achtzig-Millionen-Landes wegen einer knappen Million Nazis in einem gescheiterten Gliedstaat zurücktreten soll», schrieb Müller in einem Post. 291 Kommentare löste der Beitrag aus – und gut zehn Tage nach dem Post folgte eine Anzeige.

Was ich nicht so verstehe, warum der Kanzler eines achtzig Mio-Landes wegen einer knappen Million Nazis in einem gescheiterten Gliedstaat zurücktreten soll.

— Mike Müller (@MikeMuellerLate) September 6, 2026

Erstattet hatte diese ein Namensvetter Müllers. Peter Müller, 46, ist ein Sohn des deutschen Molkereiunternehmers Theo Müller. Dieser wohnt in Erlenbach und ist mit der AfD-Chefin Alice Weidel befreundet.

Peter Müller, der wie sein Vater im Kanton Zürich wohnt und AfD-Wähler ist, fühlte sich durch Mike Müllers Post beleidigt. Zudem empfand er ihn als «Relativierung der historischen Verbrechen der Nationalsozialisten in Deutschland», wie er in einem Kommentar zum Post festhielt.

Es ist nicht der einzige Beitrag des Komikers auf X gewesen, den Peter Müller nicht in Ordnung fand. So stiess er sich beispielsweise auch an dem, was Mike Müller Mitte September postete: «In Sachen Antisemitismus hat das BSW der AfD sogar noch ein Stückchen voraus.» Mit BSW ist das Bündnis Sahra Wagenknecht gemeint, ebenfalls eine politische Partei. Zwei Tage später erstattete Müller Anzeige gegen den Komiker wegen Verleumdung, übler Nachrede und Beschimpfung.

Mike Müller liess sich davon nicht aus der Ruhe bringen – und postete munter weiter. Auch zur Müller-Dynastie. In einem Kurzvideo bezeichnete er seine Namensvettern als «deutsche Familie, die Schweizer Komiker verklagt», und sagte, dass sie als «Steuerflüchtlinge» in der Schweiz lebten. Als bekanntwurde, dass die Firma Müller in Sachsen-Anhalt zwei Werke schliesst, schrieb der 63-Jährige: «Hat aber nichts mit den teuren Klagen wegen meiner Posts zu tun, eher damit, dass jetzt nach der Wahl ist.»

Geschadet scheint es nicht zu haben. Wie verschiedene Medien berichten, tritt die Zürcher Staatsanwaltschaft nicht auf die Anzeige ein. Entscheidend sei, dass Müller in seinem Post keine Einzelpersonen als Nazis bezeichnet habe, sondern eine sehr grosse Gruppe beziehungsweise alle AfD-Wähler Sachsen-Anhalts, heisst es in der entsprechenden Verfügung der Staatsanwaltschaft, die der NZZ vorliegt. Peter Müllers Ehre sei durch den Post auch deshalb nicht tangiert worden, weil Müller in Sachsen-Anhalt «soweit ersichtlich» gar nicht wahlberechtigt sei und daher nicht an den Wahlen habe teilnehmen dürfen.

Zu ähnlichen Schlüssen kommt die Staatsanwaltschaft auch bei Mike Müllers BSW-Post. Eine politische Partei könne in der Schweiz keine strafrechtliche Ehrverletzung geltend machen.

Auf X hat Müller zu den jüngsten Entwicklungen im Fall Müller gegen Müller noch nichts gepostet. Er ist in den Ferien.

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In der Schweiz kann jeder jeden anzeigen – und die Justiz mit Lappalien beschäftigen. Medien fördern diesen Volkssport.

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