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Die wichtigsten Informationen zur Turn-Weltmeisterschaft

Дата публикации: 16-10-2026 09:27:36

Bei der Turn-WM werden erste Qualifikations-Punkte für Olympia 2028 vergeben. Haben die Deutschen Medaillenchancen und warum darf die russische Titelverteidigerin nicht starten?

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Es ist eine Mega-WM. 14 Weltmeistertitel werden vergeben, im Teamwettbewerb, im Einzel-Mehrkampf und jeweils an den einzelnen Turngeräten. Die WM dauert neun Tage und findet nach 1987 und 2010 zum dritten mal in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam statt. Dieses Mal geht es nicht nur um Titel und Medaillen, die Turn-WM gilt als erster Wettbewerb zur Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.

Welche Geräte und Wettbewerbe gibt es?
  • Frauen: Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken, Boden
  • Männer: Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprung, Barren, Reck

Bei der Turn-WM geht es zum einen um Titel im Team. Die Nationen treten gegeneinander an und die Wertungen der einzelnen Turnerinnen und Turner werden addiert. In der Qualifikation turnen zunächst alle teilnehmenden Länder gegeneinander. Das Teamfinale erreichen die acht besten Mannschaften.

Zum anderen werden Medaillen für einzelnen Sportlerinnen und Sportler vergeben. Im Mehrkampf gewinnt, wer addiert aus allen Geräten die meisten Punkte gesammelt hat. Hier schaffen es 24 Turnerinnen und Turner mit maximal zwei Startplätzen pro Land ins Finale. Für die Finals an den einzelnen Geräten starten acht besten Turnerinnen und Turnern aus der Qualifikation - auch maximal zwei pro Land.

Wie ist Team Deutschland aufgestellt?

Bei Frauen und Männern haben es jeweils fünf Turnerinnen und Turner ins WM-Aufgebot geschafft. Das Team von Frauen-Bundestrainer Gerben Wiersma wird von der erfahrenen Karina Schönmaier (TuS Chemnitz-Altendorf) und Helen Kevric (MTV Stuttgart) angeführt. Für Kevric, die bei den Olympischen Spielen in Paris turnte und bei den Europameisterschaften im August am Stufenbarren gewann, ist es die ersten WM-Teilnahme. Karina Schönmaier zählt beim Sprung zu den weltbesten Turnerinnen. Bei der WM 2025 in Jakarta wurden ihr im Finale zwei Punkte abgezogen, weil sie nur mit einer Hand den Sprungstisch berührte - dennoch Platz 5. Das wird ihr in Rotterdam nicht mehr passieren.

Turnerin Helen Kevric aus Deutschland freut sich über ihre Goldmedaille bei der EM in Zagreb.

Hoffnungsträgerin im deutschen Team: Helen Kevric gewann im August EM-Gold am Stufenbarren, jetzt feiert sie ihre Premiere bei der WM. IMAGO Pixsell

Das deutsche Frauenteam: Emma Malewski, Karina Schönmaier, Lea Quaas (alle TuS Chemnitz-Altendorf). Wie Helen Kevric trainiert auch die erst 16-jährige Madita Mayr in Stuttgart. Jesenia Schäfer, die als Reserveathletin nominiert wurde, verletzte sich beim Training in Rotterdam und wird durch Charleen Pach ersetzt.

Männer-Bundestrainer Jens Milbradt nominierte ebenfalls fünf Turner. Timo Eder vom MTV Ludwigsburg stand als erster im Kader, der 21-Jährige machte 2025 mit dem Europameistertitel im erstmals ausgetragenen Mixed Wettbewerb auf sich aufmerksam. Durch Krankheiten und Verletzung wurde die weiteren Athleten verspätet nominiert. Es schafften: Radomyr Stelmakh, Glenn Trebing, Lucas Kochan und Nils Dunkel. Hier ist Alexander Kunz aus dem bayrischen Pfuhl der Ersatzathlet.

Wie stehen die Chancen für die deutschen Turnerinnen und Turner?

Nach ihren Medaillen bei der EM in Zagreb, werden sich Karina Schönmaier und Helen Kevric auch in Rotterdam Hoffnungen auf ein Erfolgserlebnis machen. Schönmaier wurde bereits Europameisterin am Sprung und ließ im August EM-Silber folgen. Eine WM-Medaille wäre bei beiden dennoch eine Überraschung. Bundestrainer Wiersma sagt: "Unser Ziel ist es individuell mindestens ein Mehrkampf- und ein Gerätefinale zu erreichen." Etwas anders stehen die Chancen im Team: In einer Medienrunde vor dem Turnier ordnete Wiersma sein Team zwischen dem achten und dreizehnten Platz ein, also an der Schwelle zum Erreichen des Finals.

Stuttgart
Helen Kevric am Stufenbarren
Vor Turn-WM in Rotterdam WM-Premiere für Turn-Europameisterin Helen Kevric

Stufenbarren-Europameisterin Helen Kevric (MTV Stuttgart) wird ebenso wie Madita Mayr, die am Kunst-Turn-Forum in Stuttgart trainiert, erstmals an einer Turn-WM teilnehmen.

Bei den Männern sieht ist die Konkurrenz um den Einzug in die besten Acht nochmal enger beisammen. Bis zum 16. oder 17. Platz sei es sehr knapp, so Jens Milbradt. Eine Herausforderung stelle zudem die sehr kurze Vorbereitungszeit nach der EM dar. Immerhin seien die Wertungen zuletzt wieder besser gewesen, nachdem die WM-Qualifikation auch durch Verletzungen und Krankheiten nicht zufriedenstellend lief. "Wir hoffen, die Restzeit nutzen zu können, um die Stabilitätsquote zu erhöhen“, berichtet der Bundestrainer.

Ohne Titelverteidigerin Melnikova - wie sieht die internationale Konkurrenz aus?

Zu den Favoriten bei den Frauen-Teams gehören an erster Stelle die USA als Serien-Weltmeister, aber auch China und Japan. Brasilien baut auf seine Weltklasse-Turnerin Rebeca Andrade, die Algerierin Kaylia Nemour hat gute Chancen auf Mehrkampf-Gold. Derweil muss Russland auf eine Gold-Kandidatin verzichten. Die aktuelle Weltmeisterin im Mehrkampf, Angelina Melnikowa, hat wie zwei weitere Russinen kein Visum für die Niederlande erhalten. Schon bei der EM in Zagreb hatte es Visa-Probleme gegeben, Melnikowa und Co. durften aber letztendlich antreten.

Turner Timo Eder vom MTV Ludwigsburg bei einer Übung an den Ringen.

Die Nummer 1 bei den Herren: In Rotterdam turnen Timo Eder vom MTV Ludwigsburg und die deutschen Männer um einen Platz im Teamfinale. IMAGO Grubisic

Bei den Männer-Teams gehören für Milbradt Japan als Titelverteidiger und Olympiasieger, China, die USA und auch Großbritannien zu den Favoriten. Im Mehrkampf sind die beiden Japaner Daiki Hashimoto und Shinnosuke Oka das Maß aller Dinge, unter anderem auch Zou Jingyuan am Barren und Jake Jarman am Boden sind heiße Gold-Kandidaten.

Wie sieht der Zeitplan aus?

17. Oktober ab 10 Uhr: erster Teil der Männer-Qualifikation
18. Oktober ab 10 Uhr: zweiter Teil der Männer-Qualifikation und erster Teil der Frauen-Qualifikation

  • ab 12.10 Uhr turnen die deutschen Männer
  • ab 16 Uhr turnen die deutschen Frauen

19. Oktober ab 9.30 Uhr: zweiter Teil der Frauen-Qualifikation
20. Oktober ab 19.30 Uhr: Teamfinale Männer
21. Oktober ab 19.30 Uhr: Teamfinale Frauen
22. Oktober ab 19.30 Uhr: Mehrkampf-Finale Männer
23. Oktober ab 19.30 Uhr: Mehrkampf-Finale Frauen
24. Oktober ab 14 Uhr: erster Teil der Gerätefinals

  • Männer: Boden, Pauschenpferd, Ringe
  • Frauen: Sprung, Stufenbarren

25. Oktober ab 14 Uhr: zweiter Teil der Gerätefinals

  • Männer: Sprung, Barren, Reck
  • Frauen: Schwebebalken, Boden

Vor jeder der insgesamt zwölf Turn-Sessions wird es eine fünfminütige Eröffnungs-Show geben. Zu Beginn der WM gibt es zusätzliche eine 20-minütige Zeremonie (17.10. / 9.35 Uhr).

Stuttgart
Janoah Müller steht nicht im WM-Kader
Turn-WM 2026 Traum geplatzt: Janoah Müller ohne Platz im WM-Kader

Es war Janoah Müllers großer Traum, bei der Turn-WM 2026 an den Start zu gehen. Trotz ordentlicher Wettkampfleistungen muss sie aber weiter auf ihre erste WM-Teilnahme warten.

Wo finden die Weltmeisterschaften statt?

Austragungsort der Turn-WM in Rotterdam ist die Ahoy Arena. Das Veranstaltungszentrum mit sechs Hallen bietet Platz für 16.000 Menschen und beherbergt neben Sportevents auch Konzerte und Kongresse. Der niederländische Bundestrainer der deutschen Frauen, Gerben Wiersma, beschreibt die WM in seinem Heimatland als "etwas Besonderes". Die Ahoy Arena sei "sehr schön und groß" und die deutsche Auswahl dürfe sich auf eine "großartige Atmosphäre" freuen: "Ich glaube, das niederländische Publikum ist sehr enthusiastisch beim Turnen.“

Wo werden die Wettkämpfe übertragen?

Wer die Weltmeisterschaften in Rotterdam nicht vor Ort verfolgen kann, hat die Möglichkeit alle Wettkämpfe kostenlos auf der Plattform Eurovision Sport anzuschauen. Ab Dienstag überträgt zudem der SWR live und kostenlos die Finals. Im Free-TV wird die ARD ausgewählte Gerätefinals am 24. und 25. Oktober zeigen. Konkrete Angaben gibt es bislang nicht.

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