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Unterwegs mit Harry Regin: Auf der Suche nach den Saprobionten

Дата публикации: 13-10-2026 14:14:38




Die Trockenheit des Sommers machte es den Teilnehmern der Nabu-Pilzwanderung an der Kugelfanghütte nicht leicht. Die meisten Pilze, die gefunden wurden, benötigen keine Feuchtigkeit, denn sie wachsen auf Holz.



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Unterwegs mit Harry Regin Auf der Suche nach den Saprobionten

Zweibrücken · Die Trockenheit des Sommers machte es den Teilnehmern der Nabu-Pilzwanderung an der Kugelfanghütte nicht leicht. Die meisten Pilze, die gefunden wurden, benötigen keine Feuchtigkeit, denn sie wachsen auf Holz.

13.10.2026 , 16:14 Uhr

Harry Regin (rechts) bestimmte Pilze, die von den Teilnehmern gefunden wurden.

Foto: Susanne Lilischkis

An der Kugelfanghütte in Wattweiler startete die diesjährige Pilzwanderung des Naturschutzbunds (Nabu) Zweibrücken. Mit dabei war Harry Regin, seit 1983 Sachverständiger für Pilze und Ehrenvorsitzender der Pilzfreunde Saar-Pfalz in Bexbach. „Die Situation ist dieses Jahr äußerst schlecht“, informierte er die Teilnehmer, „wegen der zurückliegenden Trockenheit und dem andauernden Wind. Eigentlich wäre jetzt sechs Wochen durchgehender Regen nötig, um die normale Bodenfeuchte wieder herzustellen.“ Und so wunderte es keinen, dass die Teilnehmer fast ausschließlich Pilze fanden, die an Holzstämmen wachsen. Diese sogenannten Saprobionten helfen organisches Material wie Totholz aufzuschlüsseln und es wieder in den natürlichen Kreislauf zu bringen. „Die Pilze verdauen Cellulose zu Zucker und gewinnen so ihre Kohlenhydrate. Das Holz zerfällt und bildet Humus. Pro Jahr muss etwa vier Tonnen organisches Material pro Hektar verwertet werden“, erklärte Harry Regin.

Der erste Pilz, den die Teilnehmer fanden, war ein Saitenstieliger Knoblauchschwindling, der – wie der Name schon sagt – getrocknet als Knoblauchersatz dienen kann. Weiter ging es mit dem Brennenden Rübling, der einen scharfen Geschmack hat, über den Rädchentintling zum Nitrathelmling, der durchdringend nach Chlor riecht. Ein besonderer Fund war ein Erdstern. Dieser Pilz wächst zunächst kugelförmig, um sich dann sternartig zu öffnen.

Weltweit entstünden 50 Millionen Tonnen Pilzsporen pro Jahr, so Regin, das Gewicht entspreche etwa 250 000 ausgewachsenen Blauwalen. Bei der Frage, wie man Pilze am besten ernten soll, plädierte der Sachverständige für Abschneiden oder Herausdrehen: „Wenn man den Pilz nicht kennt, ist herausdrehen besser, denn einige Bestimmungsmerkmale können im Boden stecken.“ Verschimmelte oder sehr alte Pilze könne man nicht mehr sicher bestimmen. „Das ist etwas für die Ahnenforschung“, sagte Regin trocken.

Der Erdstern platzt sternförmig auf. Zwar sind die meisten Arten in Europa nicht klassisch giftig, ihr Fleisch besitzt jedoch eine extrem zähe, holzige oder lederartige Konsistenz - nicht für die Küche geeignet.

Foto: Susanne Lilischkis

Der nächste Pilz, den die Teilnehmer entdeckten, war der Grünblättrige Schwefelkopf, der schwach giftig ist und sehr bitter schmeckt. Deswegen sei eine Geschmacksprobe sinnvoll, wenn man sich nicht sicher ist – allerdings soll der Pilz auf jeden Fall wieder ausgespuckt werden.

So mancher Pilzfreund kann die eigene Ernte, wenn er sie dann zuhause zubereitet hat, nur schwer verdauen. Das liege an der besonderen Eigenart der Zellen in den Pilzen, sagte Regin, jede dieser Zellen sei von einem Chitinpanzer umgeben. Unverdaulich sei für manche Menschen auch der Hallimasch, ein sehr schmackhafter Speisepilz. Roh ist dieser Pilz giftig, er muss mindestens 20 Minuten gekocht werden.

Ein anderer richtig leckerer Speisepilz wurde auf einem Baumstumpf gefunden: das Echte Stockschwämmchen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Das Stockschwämmchen kann nämlich leicht mit dem tödlich giftigen Gifttäubling verwechselt werden, denn die beiden sehen sich sehr ähnlich. Manchmal wachsen sie sogar auf dem gleichen Stamm.

Mit dem Austernseitling wurde ein weiterer Speisepilz entdeckt. Und auch hier konnte Harry Regin sein breites Wissen anbringen. Dieser Pilz hat nämlich einen eingebauten Frostschutzmechanismus. Wenn es friert und Steinpilz und Pfifferling eingehen, lebt der Austernseitling weiter, sogar wochenlang.

Die Vielfalt der Pilze war, schaute man erst einmal genauer hin, beinahe unendlich. Die Teilnehmer entdeckten die Große Gallertträne, den Rosafarbenen Weichporling, den Rosshaarschwindling oder die umbrabraune Borstenscheibe.

Wer von Pilzen nicht genug bekommen kann, den laden die Pilzfreunde Saar-Pfalz am Samstag und Sonntag, 17. und 18. Oktober, zur großen Pilzausstellung in die Bliestalhalle in Niederbexbach ein. Der Eintritt ist frei, die Ausstellung ist samstags 13 bis 18 Uhr und sonntags von zehn bis 18 Uhr geöffnet.

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