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Homburg: Patientin wartet zehn Stunden in der Notaufnahme – Uniklinikum erklärt lange Wartezeit

Дата публикации: 10-10-2026 06:40:00




Zehn Stunden in der Notaufnahme warten, bis man irgendwann freiwillig nach Hause geht. So erging es einer Leserin am 3. Oktober in der Notaufnahme in Homburg. Das Universitätsklinikum erklärt sein Vorgehen – und beschwichtigt.



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Homburg Patientin wartet zehn Stunden in der Notaufnahme – Uniklinikum erklärt lange Wartezeit

Homburg · Zehn Stunden in der Notaufnahme warten, bis man irgendwann freiwillig nach Hause geht. So erging es einer Leserin am 3. Oktober in der Notaufnahme in Homburg. Das Universitätsklinikum erklärt sein Vorgehen – und beschwichtigt.

10.10.2026 , 08:40 Uhr

Überfüllte Notaufnahmen – kein seltenes Bild in Deutschland. Hier am Universitätsklinikum in Homburg sah sich eine Leserin der SZ damit konfrontiert. Sie wartete zehn Stunden lang.

Foto: Eric Kolling

Mit gesundheitlichen Beschwerden stundenlang sorgenvoll im vollen Wartezimmer oder in Fluren der Notaufnahme zu sitzen, kann sehr unangenehm frustrierend sein – und im Zweifel auch panisch machen. Regelmäßig wenden sich Menschen an unsere Zeitung, die von solchen Erfahrungen berichten.

Das berichtete eine Patientin unserer Zeitung

Kürzlich kontaktierte uns eine Leserin wegen eines Erlebnisses in der Notaufnahme des Universitätsklinikums in Homburg am Tag der Deutschen Einheit. Sie sei nach dem Besuch des ärztlichen Bereitschaftsdienstes um 16.15 Uhr in der Notaufnahme aufgenommen worden. Sie habe ein Engegefühl in der Brust und Oberbauchschmerzen gehabt und sei kurzatmig gewesen. Dort sei ihr bereits eine Wartezeit von drei bis sechs Stunden angekündigt worden. Nachdem ihr relativ schnell Blut abgenommen, der Blutdruck gemessen und ein EKG gemacht wurden, habe man ihr gesagt, dass die Befunde unauffällig seien. Die Beschwerden hätten aber angehalten. Anschließend sollte die Leserin auf eine ärztliche Untersuchung warten, schreibt sie.

Patientin verlässt Klinik nachts auf eigenen Wunsch hin

Es habe sogar ein Arztgespräch begonnen, das aber wegen eines Notfalls unterbrochen werden musste, so die Leserin; danach habe sie weiter gewartet. Gegen 2 Uhr – fast zehn Stunden nach der Aufnahme – habe sie dann die Notaufnahme auf eigenen Wunsch hin verlassen, ohne dass eine weiterführende ärztliche Abklärung der Beschwerden erfolgt sei. Es seien lediglich die Ergebnisse von EKG und Blutuntersuchung ausgehändigt worden. Ein Ultraschall sei nicht gemacht worden.

Sie wolle mit dem Bericht nicht einzelne Mitarbeiter angreifen, schreibt die Leserin. Sie erklärt ihr Anliegen so: „Es werden Notaufnahmen und Krankenhäuser geschlossen, gleichzeitig werden die verbleibenden Einrichtungen immer stärker belastet. Für mich stellt sich deshalb die Frage: Wie soll dieses System langfristig funktionieren?“

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Saar-Klinik in neuer TV-Staffel „Notaufnahme: Samstagnacht“ zu sehen

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Foto: Klinikum Saarbrücken gGmbH

Wie sind eigentlich die genauen Abläufe in der Notaufnahme?

Mit den Vorwürfen der Leserin konfrontiert, weist der Pressesprecher des Universitätsklinikums darauf hin, dass aus datenschutzrechtlichen Gründen nichts zum konkreten Fall gesagt werden könne.

„Die Abläufe in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) des UKS sind standardisiert“, heißt es vom Klinikum. Das grundlegende Prinzip bei der Versorgung von Notfällen dabei: die sogenannte Triage, das heißt, eine Einordnung nach Fallschwere. Am UKS werde nach dem gängigen Manchester Triage System verfahren. Dabei werden Patienten in fünf Kategorien eingeteilt. Bestehe beispielsweise akute Lebensgefahr nach einem schweren Verkehrsunfall, dann entspreche das der Kategorie rot. Diese Patienten würden möglichst direkt behandelt. Stelle sich ein Patient mit einem verstauchten Knöchel in der Notaufnahme vor, würde man diesen in die grüne Kategorie einordnen und mit einer niedrigeren Behandlungspriorität einplanen. Dazwischen gebe es weitere Abstufungen. Um das einordnen zu können, mache das Team eine Erstbegutachtung.

Wann man in die Notaufnahme gehen sollte

Eine Notaufnahme sollte man bei akuten, möglicherweise lebensbedrohlichen Beschwerden aufsuchen, schreibt der UKS-Sprecher. Dazu zählen zum Beispiel starke Brustschmerzen, Atemnot, Bewusstlosigkeit, plötzlich auftretende Lähmungen oder Sprachstörungen, schwere Verletzungen oder starke Blutungen. Bei unmittelbarer Lebensgefahr sollte man den Notruf unter der Durchwahl 112 wählen, so das UKS.

So kommt es zu mitunter langen Wartezeiten

Die Situation in einer Krankenhausnotaufnahme sei „immer dynamisch“, schreibt der Pressesprecher. Die Gründe dafür seien vielschichtig und in der Regel nicht zu steuern. Auch nach der Anmeldung könne sich die Situation weiter verändern.

Was die Leserin wohl hautnah miterlebte, beschreibt der Sprecher im Folgenden: „Zu Randzeiten, wie nachts, am Wochenende oder an Feiertagen stehen ambulante medizinische Angebote wie die Hausarztpraxen nicht zur Verfügung und mehr Menschen kommen in die Notaufnahme.“

Sind lange Wartezeiten in der Notaufnahme normal?

Eine Behandlung rein nach Anmeldezeitpunkt sei nicht sinnvoll, so das Klinikum. Das Team behandele und informiere die Patienten „bestmöglich“, schreibt der Sprecher. Extrem lange Wartezeiten für nicht lebensgefährlich verletzte Patienten seien nicht der Standard – sie könnten aber auch nicht vermieden werden.

Der Pressesprecher gibt unserer Zeitung gegenüber außerdem zu bedenken, dass die Diagnostik oft Zeit brauche, auch wenn es in der Notaufnahme in der Regel schneller gehe als beim Hausarzt. Manchmal sei zudem eine Verlaufskontrolle notwendig. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt beispielsweise gebe es über Stunden hinweg mehrere Kontrollen.

Der Leserin geht es derweil weiter nicht gut. Die Beschwerden seien noch da, erzählt sie auf Nachfrage. Nach dem Wochenende sei sie noch zu anderen Fachärzten gegangen. Doch bisher habe niemand herausgefunden, was ihr fehlt. (pn)

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