Papst Leo XIV. wird am Dienstag in die Gemelli-Klinik in Rom aufgenommen. Ein bei einer Routineuntersuchung entdeckter Lungenknoten soll entfernt werden. Nach der aktuellen Planung soll der Papst etwa eine Woche in der Klinik bleiben.
12.10.2026 · 15:20 Uhr
Papst Leo XIV. spricht auf dem Petersplatz im Vatikan das Angelusgebet.
Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa/Gregorio BorgiaRom · Papst Leo XIV. wird am Dienstag in die Gemelli-Klinik in Rom aufgenommen. Ein bei einer Routineuntersuchung entdeckter Lungenknoten soll entfernt werden. Nach der aktuellen Planung soll der Papst etwa eine Woche in der Klinik bleiben.
Papst Leo XIV. soll an diesem Dienstag im Laufe des späten Vormittags für eine Operation an der Lunge in die Gemelli-Klinik in Rom aufgenommen werden. Dies teilte der Heilige Stuhl mit. Dort soll Leo ein bei Untersuchungen entdeckter Knoten in der Lunge entfernt werden. Ob die Operation noch am selben Tag stattfindet, blieb zunächst offen.
Trotz des bevorstehenden Eingriffs nahm das Oberhaupt der katholischen Kirche am Montagvormittag mehrere geplante Privataudienzen sowie eine Gruppenaudienz im Vatikan wahr.
Der 71-Jährige hatte am Sonntag nach dem Angelus-Gebet bekanntgegeben, dass bei ihm ein „Knoten in der Lunge“ entdeckt worden sei. Dieser sei bei Kontrollen in einem „sehr frühen Stadium“ entdeckt worden. Leo fügte hinzu: „Die Ärzte halten einen Eingriff für angebracht.“ Ihrem Rat folgend habe er sich entschlossen, sich operieren zu lassen, um den Knoten entfernen zu lassen.
Weitere medizinische Details wurden zunächst nicht bekannt. Vatikan-Sprecher Matteo Bruni erklärte auf Nachfrage, der Eingriff sei für die ersten Tage dieser Woche geplant. Der anschließende Krankenhausaufenthalt in der Gemelli-Klinik werde voraussichtlich etwa eine Woche dauern, hieß es.
In dem Krankenhaus am Rande der italienischen Hauptstadt gibt es einen extra für Aufenthalte von Päpsten vorgesehenen Trakt. In der Gemelli-Klinik war bis kurz vor seinem Tod im April 2025 auch Leos Vorgänger Franziskus behandelt worden. Dem Argentinier fehlte bereits seit jungen Jahren ein Teil seiner Lunge.
Ein Knoten in der Lunge kann sehr unterschiedliche Ursachen haben: zurückliegende Entzündungen oder Infekte, gutartige Wucherungen - aber auch Lungenkrebs oder Metastasen eines Tumors an anderer Stelle im Körper. Endgültige Klärung bringt oft erst eine Gewebeprobe oder die operative Entfernung. Viele zufällig entdeckte Knoten sind nicht krebsartig.
Aus dem Vatikan hieß es, der Knoten sei bei einer Routineuntersuchung entdeckt worden. Mit seinen 71 Jahren gilt Leo als vergleichsweise jung im Amt des Pontifexes. Er hält sich mit Tennis, Schwimmen und regelmäßigen Übungen fit. Bislang waren keine gesundheitlichen Probleme öffentlich bekannt.
Die angekündigte Lungen-Operation bei Papst Leo XIV. ist nach Einschätzung eines deutschen Lungenkrebs-Experten ein „Routineeingriff“, wie er häufig zur Beseitigung von Tumoren erfolge. „Trotzdem schickt man einen Menschen nicht leichtfertig in den Operationssaal“, sagte Bernd Schmidt, Leiter des Lungenkrebszentrums der DRK Kliniken Berlin, am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
„Normalerweise entfernen wir einen solchen Knoten nur chirurgisch, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen bösartigen Tumor besteht“, fügte er hinzu. Jemand, der so fit sei wie der Papst, würde diesen Eingriff aber voraussichtlich gut überstehen und keine Schäden davontragen.
Papst Leo XIV. hatte am Sonntag nach dem Mittagsgebet auf dem Petersplatz überraschend angekündigt, sich „in den kommenden Tagen“ einer Lungen-Operation zu unterziehen. Ärzte hätten bei ihm einen „begrenzten Knoten“ in der Lunge festgestellt und hielten einen Eingriff für „angebracht“. Der Knoten sei in einem „sehr frühen Stadium“ entdeckt worden und sei gut lokalisiert, so der Papst.
Dem Experten zufolge wird bei einem solchen Eingriff in der Regel ein Lungenlappen entfernt. Er macht rund ein Drittel eines Lungenflügels aus. Zudem würden üblicherweise zugehörige Lymphknoten entfernt. Das entfernte Lungengewebe wie auch die Lymphknoten würden dann im Nachgang untersucht. Dabei könne man feststellen, ob der Knoten gut- oder bösartig ist und ob Lymphknoten bereits von einem etwaigen Krebs befallen sind.
Der Papst hat am Montag an seinem hohen Arbeitspensum festgehalten: Allein am Vormittag absolvierte er sieben Audienzen, wie der Vatikan mitteilte. „Das spricht dafür, dass er aktuell keine schwerwiegenden Beschwerden hat“, sagte Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, der KNA.
Der Ärztin zufolge wird der Befund eines „Knotens“ meist mithilfe eines bildgebenden Verfahrens festgestellt, also beim Röntgen, bei der Magnetresonanztomografie (MRT) oder der Computertomografie (CT). Die Entdeckung des Knotens könne ein Zufallsbefund gewesen sein, sofern nicht akute Beschwerden Auslöser für die Untersuchungen gewesen seien.
„So oder so ist es notwendig, den Knoten weiter abzuklären“, ergänzte Weg-Remers. Gewebeveränderungen wie ein Knoten seien häufig auch gutartig und harmlos.
Meistgelesen
Aktuell wichtig