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BVG | Betriebshof Adlershof auf dem Weg, Ausbau Dörpfeldstraße offen

Дата публикации: 17-10-2026 10:51:00

Bauarbeiten für Straßenbahn-Betriebshof in Berlin-Adlershof starten. Das Verfahren für eine wichtige Strecke in Richtung Köpenick stockt.

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Die Baustelle für die Erneuerung der Wendeschleife Adlershof im September.

Die Baustelle für die Erneuerung der Wendeschleife Adlershof im September.

Foto: Nicolas Šustr

Ohne Zeremonie oder sonstiges Tamtam fiel vor etwas mehr als einem Monat der inoffizielle Startschuss für den Bau des neuen Straßenbahn-Betriebshofs Adlershof. Es war die Sperrung der Wendeschleife am dortigen S-Bahnhof. Noch bis Mitte Dezember wird die von der Linie M17 genutzte Wendemöglichkeit komplett neu gebaut.

Bei dieser Gelegenheit werden bereits die Weichen und Kreuzungen für den Anschluss des neuen Betriebshofs eingebaut, der sich parallel zur Eisenbahnstrecke südöstlich bis kurz vor den Glienicker Weg erstrecken soll. Ursprünglich befand sich auf dieser Fläche ein Kohlebahnhof. Auch die Ende 1992 eingestellte Tramstrecke der Linie 84 nach Altglienicke führte dort entlang.

»Nach aktuellem Stand sollen die Hauptbauarbeiten für den neuen Straßenbahn-Betriebshof im kommenden Jahr beginnen«, erklären die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf Anfrage von »nd«. Bis zu 60 Straßenbahnen sollen künftig dort abgestellt werden können; zudem soll ein Werkstattgebäude errichtet werden.

Automatisches Parken inklusive

Laut BVG soll Adlershof als »Muster-Betriebshof« und Vorbild für weitere Neubauten oder grundlegende Umbauten von Bestandsdepots dienen. Zu den vorgesehenen Innovationen zählt, dass die Bahnen automatisiert ihre Abstellpositionen erreichen und verlassen können sollen.

Laut aktuellem Stand soll der Betriebshof im Jahr 2030 fertiggestellt werden. Ob bereits 2028, wie bisher kommuniziert, auch die Abstellgleise als erste Baustufe in Betrieb gehen werden, ist offen.

Verspätung gehört in Berlin dazu

Das Projekt ist, wie in Berlin üblich, bereits in jahrelangem Verzug. Noch im Jahr 2020 ist vom Erlass des Planfeststellungsbeschlusses im Jahr 2022 ausgegangen worden. Bereits 2025 hätte die Abstellanlage den Betrieb aufnehmen, die Arbeiten 2028 komplett abgeschlossen sein sollen. Doch Baurecht liegt erst seit 2025 vor.

Die Fertigstellung des Betriebshofs Adlershof ist wiederum Voraussetzung für den geplanten Ersatzneubau des Betriebshofs Weißensee der Straßenbahn. Ursprünglich hatte die BVG dort nur eine Modernisierung für die Stationierung der neuen, mit rund 50 Meter besonders langen Urbanliner-Bahnen geplant, die seit einigen Monaten auf der M4 fahren.

»Die Vereinbarung zu Brandschutz und Rettungswegen hat keine Auswirkungen auf das laufende Planfeststellungsverfahren.«

BVG

Nun soll die bestehende Anlage in Weißensee abgerissen und komplett neu gebaut werden, unter anderem um die Lärmprobleme durch in den Kurven quietschende Bahnen besser lösen zu können. Die Unterlagen für das nötige Planfeststellungsverfahren sollen im November bei der zuständigen Behörde eingereicht werden.

Neubau in Weißensee bis 2035

Gebaut werden kann erst nach Fertigstellung des Betriebshofs Adlershof, ansonsten würde die Abstell- und Wartungskapazität für die bestehende Tramflotte nicht mehr reichen. Im Jahr 2035 soll der Standort Weißensee 2.0 dann in Betrieb genommen werden.

Offen ist jedoch, ob bis zur geplanten Fertigstellung des Standorts Adlershof im Jahr 2030 die Netzanbindung ohne Einschränkungen zur Verfügung steht. Richtung Bahnhof Schöneweide durch die Wissenschaftsstadt Adlershof gibt es kein Problem. Anders sieht es in die andere Richtung aus, auf der Strecke in der Dörpfeldstraße, die in Richtung Altstadt Köpenick führt.

Nur alte Bahnen können passieren

Ein Problem ist, dass die Strecke teilweise nur eingleisig benutzt werden kann. Vielleicht noch schwerwiegender ist allerdings der Umstand, dass dort Bahnen vom Typ Flexity nicht passieren dürfen. Diese sind seit 2011 im Einsatz und zehn Zentimeter breiter als das älteste noch im Einsatz befindliche Fahrzeugmodell GT6.

Noch sind im Köpenicker Teilnetz ausschließlich die von 1992 bis 2003 beschafften dreiteiligen Fahrzeuge im Einsatz. Doch ihre Zeit läuft ab. Spätestens 2033 soll der letzte GT6 nach Planungen der BVG außer Betrieb genommen werden.

Neuere Typen als die GT6 dürfen die Dörpfeldstraße nicht passieren.

Neuere Typen als die GT6 dürfen die Dörpfeldstraße nicht passieren.

Foto: Nicolas Šustr

Doch der seit Langem geplante zweigleisige Ausbau in der Dörpfeldstraße hängt im Genehmigungsverfahren. Nach langen Streitigkeiten um die künftige Aufteilung der Verkehrsflächen auf der für Berliner Verhältnisse recht schmalen Straße hat die BVG im Jahr 2020 die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren eingereicht. Erst vier Jahre später sind sie öffentlich ausgelegt worden.

Die Verzögerungen sind inzwischen so groß, dass am Montag Arbeiten zur Instandsetzung von Teilen der maroden Strecke starten. Vom 19. Oktober bis Mitte Dezember sind Gleisbauarbeiten angesetzt, die Sperrung für den Autoverkehr, aber immerhin nicht für die Straßenbahn zur Folge haben.

Ohne Feuerwehr kein Fortschritt

Doch ein Termin für den Planfeststellungsbeschluss, also das Baurecht, ist derzeit nicht absehbar. Den Grund dafür nannte das Unternehmen im August in der Antwort auf eine Schriftliche Anfrage des Linke-Verkehrspolitikers Kristian Ronneburg: »Die BVG befindet sich derzeit mit der Berliner Feuerwehr, dem Senat sowie dem Bezirk in der Abstimmung zur Thematik ›zweiter Rettungsweg‹.« Dies sei aufgrund der teilweise historisch gewachsenen Straßen und in Verbindung mit neuen Vorschriften »ein hochkomplexes Thema, das nur gemeinsam gelöst werden kann«, so die BVG weiter.

Es geht dabei um die Frage, wie die Feuerwehr im Brandfall anleitern kann, ohne dass Spannungsüberschläge von der Oberleitung drohen. Seit vielen Jahren kreist auch das Genehmigungsverfahren für die Neubaustrecke der Linie 21 zum Ostkreuz um diese Frage. Zuletzt wurde bekannt, dass auch bei der geplanten Verlängerung der M10 von der Turmstraße zum Bahnhof Jungfernheide das Problem aufgeploppt ist.

Andernorts klappt es

Dass sich die Thematik in Berlin als schier unlösbar darstellt, ist bemerkenswert. In anderen deutschen Städten sind längst technische Lösungen umgesetzt. Laut Angaben der Berliner Feuerwehr habe sie einem Vorschlag für die Sonntagstraße in Friedrichshain im Zuge der Ostkreuz-Strecke bereits zugestimmt. Allerdings habe die für die Straßenbahn zuständige Technische Aufsichtsbehörde im Anschluss die Zustimmung verweigert.

Am 13. Juli hat es laut »Tagesspiegel« ein Gespräch zwischen Verkehrsverwaltung, Bauaufsicht, BVG und Feuerwehr gegeben, bei dem vereinbart worden ist, dass sich künftig die Hauseigentümer um das Thema zweiter Rettungsweg kümmern müssen. Das entspricht tatsächlich der Rechtslage. Ob damit dem Straßenbahn-Ausbau wegen zusätzlicher kleinteiliger Rechtsstreitigkeiten nicht ein Bärendienst erwiesen worden ist, steht auf einem anderen Blatt.

Für das Projekt in Adlershof ändert das allerdings nichts. »Die Vereinbarung zu Brandschutz und Rettungswegen hat keine Auswirkungen auf das laufende Planfeststellungsverfahren«, schreibt die BVG auf Anfrage von »nd«. »Die Zuständigkeiten für diese Fragen wurden festgelegt, die behördliche Prüfung läuft wie vorgesehen weiter.«

Zwei Baustellen statt einer

Die Verzögerung führt dazu, dass der Bezirk Treptow-Köpenick die Neugestaltung der Dörpfeldstraße unabhängig vom Tramprojekt umsetzen wird, um dafür vorgesehene Fördermittel nicht zu verlieren. Dadurch entstehen Zusatzkosten im Vergleich zur ursprünglich geplanten gleichzeitigen Umsetzung.

»Dies begründet sich daraus, dass Synergieeffekte durch eine gemeinsame Baustellensicherung und Verkehrsführung während der Bauzeit nicht mehr gegeben sind«, heißt es vom Bezirk. Zusätzlich müssen auch Kosten für die Asphaltierung oder Pflasterung von Flächen übernommen werden, die ursprünglich im Bauprogramm der BVG enthalten waren. Wie hoch die Zusatzkosten ausfallen, kann der Bezirk noch nicht sagen.

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