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AfD | Brandenburg-Umfrage: Woidke ist gut, die AfD viel besser

Дата публикации: 13-10-2026 12:52:00

Für Berlin zeigt die Meinungsforschung wenig Bewegung an, für Brandenburg dafür umso mehr.

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Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ist in der Bevölkerung weiter beliebt, seine SPD allerdings kaum noch.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ist in der Bevölkerung weiter beliebt, seine SPD allerdings kaum noch.

Foto: dpa/Carsten Koall

Vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September ist die Öffentlichkeit mit Meinungsumfragen geradezu überfüttert worden. Innerhalb von acht Monaten sind die Ergebnisse von 18 verschiedenen Umfragen veröffentlicht worden, davon sieben in den drei Wochen vor dem Wahltermin. Dabei bewegten sich die Zustimmungswerte kaum. Überraschend war am Wahlabend dann nur noch, wie deutlich der Wahlsieger Linke die CDU distanzieren konnte.

Interessanter als alle Umfragen vorher ist vielleicht die bisher einzige danach. Wie die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Pollytix zeigte, hat die Kampagne gegen die Linke der Partei nicht geschadet. 25 Prozent der Wähler in Berlin würden sie erneut ankreuzen. Am 20. September hatten das 25,7 Prozent getan.

Die CDU, die behauptet, SPD und Grüne dürften keinesfalls eine Koalition mit den Linken aushandeln, würden 18 Prozent wählen. Am Wahltag waren es 18,7 Prozent. SPD und Grüne stehen unverändert bei zwölf beziehungsweise 14 Prozent. Die AfD, die 16,3 Prozent der Stimmen erzielt hatte, würden dieser jüngsten Umfrage zufolge 17 Prozent ankreuzen. Das BSW, mit 4,7 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, steht bei fünf Prozent.

Anders sieht es in Brandenburg aus. Da hier erst wieder im Jahr 2029 Kommunal- und Landtagswahlen anstehen, hält sich das Interesse in Grenzen, Meinungsumfragen zum Wahlverhalten in Auftrag zu geben. In diesem Jahr sind nur vier veröffentlicht worden: eine im Januar, eine im März, eine im Juni und die jüngste am 9. Oktober. Die AfD, die bei der Landtagswahl 2024 mit 29,2 Prozent knapp hinter der SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke gelandet war, hat sich von 34 Prozent im März zu jetzt 40 Prozent aufgeschwungen. Es ist der beste von der AfD in Brandenburg jemals erzielte Umfragewert.

Damit genießt die AfD nun exakt doppelt so viel Zuspruch wie die SPD (20 Prozent). Die CDU wurde im März ohne Neuwahlen neuer Koalitionspartner der SPD, nachdem Woidke die Koalition mit dem BSW im Januar aufgekündigt hatte. Sie ist auf neun Prozent abgesackt. Es ist der niedrigste von der CDU in Brandenburg jemals erzielte Umfragewert.

Linke und Grüne, 2024 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, liegen mit derzeit neun beziehungsweise sieben Prozent auf Kurs, 2029 den Wiedereinzug in den Landtag zu schaffen. Das zwischenzeitlich von 13,5 Prozent bei der Landtagswahl auf vier Prozent in der vorletzten Umfrage abgestürzte BSW hat sich stabilisiert und bewegt sich jetzt mit sieben Prozent wieder im grünen Bereich. Von 14 BSW-Abgeordneten haben inzwischen sechs die Landtagsfraktion verlassen, der letzte Ende September.

Die Umfrage war von der »Märkischen Allgemeinen«, der »Märkischen Oderzeitung« und der »Lausitzer Rundschau« beim Institut Insa in Auftrag gegeben worden. Keine Überraschung war, dass Dietmar Woidke, der seit 2013 im Amt und damit der zurzeit dienstälteste Ministerpräsident der Bundesrepublik ist, der bekannteste und beliebteste Politiker in Brandenburg ist. 92 Prozent der Brandenburger kennen ihn und immerhin 46 Prozent bewerten seine Arbeit als sehr gut oder eher gut. Bestimmt nicht mehr herankommen wird Woidke an den Rekordhalter Johann Peter Altmeier (CDU), der von 1947 bis 1969 und damit stolze 22 Jahre lang Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz war. Mittlerweile ist Woidke 64 Jahre alt. Es wird bereits geraume Zeit gerätselt, wer sein Nachfolger werden könnte. Vielleicht Sozialminister René Wilke (SPD), der eine Vergangenheit in der Linken hat und dessen Arbeit von 21 Prozent der Bevölkerung als mindestens gut bewertet wird. Das ist kein berauschender Wert, aber der zweitbeste unter allen Brandenburger Politikern.

»40 Prozent sind ein gewaltiger Vertrauensbeweis und zeigen, wie groß der Wunsch nach einem politischen Neuanfang in Brandenburg ist.«

René Springer AfD-Landesvorsitzender

Mit AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt dagegen sind einem Bericht der »Märkischen Oderzeitung« zufolge sogar nur 18 Prozent der AfD-Wähler zufrieden. Der »Tagesspiegel« schlussfolgert daraus, dass Bernd wohl kaum 2029 noch einmal als Spitzenkandidat aufgestellt werde, und spekuliert, dass es auf den Landesvorsitzenden René Springer zulaufe. Der hat zu der Umfrage erklärt: »40 Prozent sind ein gewaltiger Vertrauensbeweis und zeigen, wie groß der Wunsch nach einem politischen Neuanfang in Brandenburg ist.« Springer bekräftigte das Ziel seiner Partei, 2029 die absolute Mehrheit zu schaffen und Brandenburg dann allein regieren zu können. Ministerpräsident Woidke sagt am Dienstag: »Die Umfragen sind Umfragen, uns interessieren die Wahlen.«

Als die AfD erstmals 2014 in den Landtag einzog, war ihre Fraktion stark von Menschen geprägt, die nach der Wende aus dem Westen nach Brandenburg zugezogen waren. Inzwischen hat sich das geändert und die AfD-Landtagsfraktion besteht ganz überwiegend aus gebürtigen Brandenburgern und Ostberlinern. 36 Prozent der Befragten meinen, die AfD vertrete am ehesten ostdeutsche Interessen. Von der Linken, die einmal die Partei der Ostdeutschen schlechthin war, sagen das nur 13 Prozent.

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