Jürgen Grünauer aus Schwäbisch Gmünd entdeckte Discgolf 2020 für sich – heute spielt und trainiert er auf Top-Niveau und organisiert Turniere auf der Ostalb.
Stand: 15.10.2026, 17:02 Uhr

Jürgen Grünauer aus Schwäbisch Gmünd entdeckte Discgolf 2020 für sich – heute spielt und trainiert er auf Top-Niveau und organisiert Turniere auf der Ostalb.
Schwäbisch Gmünd. Zwischen seinen ersten Würfen und dem Kauf eigener Scheiben vergeht bei Jürgen Grünauer nicht einmal eine Woche. An Neujahr 2020 probiert der Gmünder Discgolf erstmals aus. „Ab dem Zeitpunkt war ich Feuer und Flamme“, erzählt er. Mittlerweile bestreitet Grünauer um die 20 Turniere pro Jahr und organisiert auch selbst Wettbewerbe. Seinen größten Erfolg feierte der 59-Jährige zuletzt im sächsischen Sallgast bei Finsterwalde: Bei den Deutschen Meisterschaften Ende September belegte er dort den siebten Platz in seiner Altersklasse.
„Es ist unheimlich faszinierend, wie unterschiedlich Scheiben fliegen können.“ – Jürgen Grünauer (59), Discgolfer beim WSCA
Dass Grünauer so schnell ein spielerisches Topniveau erreichen konnte, liegt zu einem großen Teil an seinem Talent und der Begeisterung für den Sport, ist aber auch ein Stück weit dem ersten Lockdown während der Pandemie zu verdanken. Damals übt er fast täglich auf weiten Wiesen und macht sich mit den Scheiben und Wurftechniken vertraut – zunächst nur in der Gesellschaft seines Hundes. Als er den Parcours in Söhnstetten entdeckt, wird er dort zum regelmäßigen Gast und findet im WSCA, dem Wintersportclub Albuch, seine Sportliche Heimat.
Discgolf mit TraditionTrotz seiner sportlichen Fortschritte und Erfolge steht für Grünauer jedoch viel eher die Freude am Spiel als die persönliche Leistung im Vordergrund: „Ich sehe mich nicht als allzu ehrgeizig an. Es macht mir einfach Spaß. Ich finde, da liegt ein Unterschied.“ Gerade die Bewegung in der Natur und die Kombination aus Geschick und absoluter Konzentration in Spielform bilden einen wichtigen Ausgleich zu seinem beruflichen Alltag, zumal das Discgolf-Gelände in der Söhnstettener Karstlandschaft überaus abwechslungsreich ist. Auf dem früheren Skiareal geht es steil bergauf und -ab, was die Spielenden während der Runden zwar immer wieder ins Schwitzen bringt, diese dafür aber mit sehenswerten Panoramablicken entschädigt. Gerade das reizt Grünauer: „Es gibt weitaus langweiligere Parcours als hier. Ich finde, unsere Anlage ist absoluter Luxus.“ Diese hat mit ihren 18 Bahnen seit drei Jahrzehnten ihren festen Platz in Söhnstetten.
Scheiben mit CharakterDas Spielprinzip ist rasch erklärt: Wie beim Golf soll das Ziel mit möglichst wenigen Versuchen erreicht werden, nur dass man beim Discgolf mit speziellen Wurfscheiben in einen hüft- bis schulterhohen Metallkorb treffen muss. Je nach Spielsituation nutzt Grünauer für weite Würfe, mittlere Distanzen oder das Einlochen unterschiedliche Scheiben und angepasste Abwurfwinkel: „Es ist unheimlich faszinierend, wie unterschiedlich Scheiben fliegen können und was für Lösungen sich manchmal im Spiel dadurch anbieten.“ Rund 50 besitzt er, höchstens die Hälfte ist jedoch regelmäßig im Einsatz.
Fokus und TechnikWer das Werfen für eine lockere Handbewegung hält, unterschätzt den Sport. Zwar seien Konzentration und der absolute Fokus auf die aktuelle Problemstellung im Spiel äußerst wichtig, doch die Koordination und eine saubere Technik sind ebenso entscheidend. Während seiner Trainingseinheiten filmt sich Grünauer deshalb oft selbst, um Fehler zu erkennen und seine Abläufe optimieren zu können. „Natürlich mache ich immer noch Fehler“, gibt er zu. „Doch irgendwann sollte die Bewegung wie von selbst fließen.“ Denn mit roher Gewalt kommt man beim Discgolf nicht weit. Viel eher verleiht der Scheibe eine ebene und geschmeidige Abwurfbewegung eine saubere und kontrollierte Flugphase, ohne zu einer Seite auszubrechen.
Seit 2023 ist Jürgen Grünauer auch als Trainer im Einsatz, um seine Begeisterung für den Discgolf teilen zu können. Dazu bietet er von März bis Oktober sonntags ein offenes Training an, auch ohne Vereinsmitgliedschaft. Zudem setzt er sich für den Ausbau von Parcours auf der Ostalb ein, da sich diese leicht und umweltschonend installieren lassen. Aktuell bieten sich neben dem Skigebiet in Söhnstetten unter anderem auf dem Moldenberg in Schnaitheim und Dewangen Spielmöglichkeiten.
Weißwurst-TurnierAm Sonntag, den 25. Oktober 2026, lädt der WSCA zum Weißwurst-Turnier auf den Discgolf-Parcours in Söhnstetten ein.
Gespielt wird in Zweierteams; gerade Einsteiger sind herzlich willkommen.
Das Startgeld beträgt 15 Euro pro Person; ein Kaltgetränk sowie ein Paar Weißwürste mit Brezel sind enthalten.
Die ersten Scheiben sollen ab 9.30 Uhr fliegen.
Weitere Informationen und Onlineanmeldung unter: discgolfmetrix.com/3767042
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