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Mythen, Muskeln und Missverständnisse: Zehn Gewichtheber-Vorurteile im Check

Дата публикации: 06-10-2026 18:00:00

Zum Bundesliga-Start der SGV Böbingen räumt Trainer Karsten Kluge mit den zehn größten Irrtümern rund ums Gewichtheben auf.

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Stand: 06.10.2026, 20:00 Uhr

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Gewichtheber sind Einzelkämpfer und brauchen möglichst viel Kraft? Karsten Kluge Trainer des SGV Böbingen und Vater von Athlet Fabian Kluge (im Bild) räumt mit zehn Mythen über das Gewichtheben auf.

Gewichtheber sind Einzelkämpfer und brauchen möglichst viel Kraft? Karsten Kluge Trainer des SGV Böbingen und Vater von Athlet Fabian Kluge (im Bild) räumt mit zehn Mythen über das Gewichtheben auf. © Oliver Giers

Zum Bundesliga-Start der SGV Böbingen räumt Trainer Karsten Kluge mit den zehn größten Irrtümern rund ums Gewichtheben auf.

Böbingen. Am Samstag startet die SGV Böbingen in ihre erste Saison in der 1. Gewichtheber-Bundesliga – auswärts beim Athletik-Club Potsdam. Zum Auftakt räumt Trainer Karsten Kluge im Gespräch mit den zehn größten Mythen rund um den Gewichthebersport auf.

1. Gewichtheben ist ein reiner Männersport.

Falsch!

„Mittlerweile ist Gewichtheben fast ein 50:50-Sport. Ich glaube, wir sind die einzige Sportart, in der Frauen und Männer gemeinsam in einer Mannschaft starten können“, sagt Kluge. Die Wertung ist so gestaltet, dass beide Geschlechter fair beitragen können – auch wenn die Männer auf höchstem Niveau oft noch etwas dominieren.

2. Kraft ist alles – Technik ist Nebensache.

Falsch!

„Technik ist alles – und Kraft ist eigentlich Nebensache“, betont Kluge. Eine gute technische Ausbildung bringt einen sehr weit. Die Kraft kommt mit der Zeit, aber ohne Technik geht es nicht: „Die Schnellkraft und die richtige Ausführung stehen im Mittelpunkt.“

3. Gewichtheben ist schädlich für Rücken und Gelenke.

Nicht pauschal!

„Ein gesundes Krafttraining von Kindesalter an, mit guten Übungsleitern, sorgt dafür, dass die Gelenke geschont werden. Die Muskulatur stützt und schützt“, erklärt Kluge. Natürlich gibt es wie in jedem Leistungssport Risiken, aber richtig betreut bleibt Gewichtheben gesund. Im absoluten Leistungssport würde Gewichtheben allerdings, wie alle anderen Sportarten auch, seine Opfer bringen. 

4. Gewichtheber essen nur Fleisch und Proteinshakes.

Falsch!

Kluge widerspricht: „Eine ausgewogene Ernährung ist das A und O. Proteine, Kohlenhydrate – und vor allem Regeneration durch Schlaf sind entscheidend.“ Auch Fastfood ist mal erlaubt, solange das Körpergewicht passt: „Jeder gönnt sich mal einen Burger.“ Das Einhalten des Gewichts in der eigenen Gewichtsklasse sei in der Verantwortung aller Athletinnen und Athleten. 

5. Im Gewichtheben geht es nur um Einzelkämpfer – Teamgeist spielt keine Rolle.

Stimmt nicht!

„Wir sind wie im Fußball: Im Team lässt sich am besten trainieren. Man motiviert und pusht sich gegenseitig“, sagt Kluge. Jeder ist für sich selbst verantwortlich, aber das Teamumfeld ist enorm wichtig, besonders in schwierigen Trainingsphasen.

6. Gewichtheben macht unbeweglich und langsam.

Im Gegenteil!

„Zu 1000 Prozent widerspreche ich! Beweglichkeit spielt bei uns eine große Rolle, etwa im Sprunggelenk oder Schulterbereich“, betont Kluge. Viele Gewichtheber sind beweglicher als Fußballer und absolvieren regelmäßig Gymnastik und Dehnübungen.

7. Gewichtheber trainieren jeden Tag mehrere Stunden.

Falsch!

Auf Bundesliga-Niveau trainieren die meisten drei bis viermal pro Woche, manche fünfmal – aber nicht täglich. „Dreimal Training hält die Leistung, viermal bringt Fortschritt“, so Kluge. 

8. Gewichtheben ist langweilig und immer gleich.

Stimmt nicht!

„Natürlich wiederholen sich Grundübungen. Aber das Training ist abwechslungsreich – von Technik über Kraft bis zur allgemeinen Athletik, gerade bei Kindern“, so der Trainer. Auch die Wettkämpfe seien, gerade in Böbingen, mit einem Rahmenprogramm und Wiederholungen auf einer LED-Leinwand so gestaltet, dass die Halle regelmäßig bei Heimwettkämpfen voll sei.

9. In der Bundesliga sind alle Athleten Profis und leben vom Sport.

Falsch!

„Schön wär’s! Es gibt niemanden, der in der Bundesliga wirklich vom Gewichtheben leben kann." Lediglich absolute Ausnahmen wie Olympiasieger Matthias Steiner konnten davon leben.

10. Talent ist alles – Training bringt wenig, wenn man nicht die Gene hat.

Jein, aber relativiert!

„Ein gewisses Talent, Disziplin und Ehrgeiz sind wichtig. Aber auch Sportler mit weniger Talent können national weit kommen. Für die Weltspitze braucht es dann noch das gewisse Quäntchen mehr“, sagt Kluge ehrlich.

Fazit:Viele Vorurteile halten sich hartnäckig – doch der Blick hinter die Kulissen zeigt: Gewichtheben ist vielseitig, teamorientiert und verlangt weit mehr als nur Kraft. Wer sich selbst ein Bild machen will, kann am 24. Oktober (19 Uhr) beim Heim-Auftakt der Saison gegen den TB Roding in der Böbinger Römerhalle dabei sein. 

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