Bürgerinitiative Landschaftsschutzgebiet Königshöhe reagiert auf Buga-Förderverein.
Wuppertal · Bürgerinitiative Landschaftsschutzgebiet Königshöhe reagiert auf Buga-Förderverein.
20.10.2026 , 08:51 Uhr
So zeigt die VR-Brille derzeit den Blick von der Hängebrücke.
Foto: Stadt WuppertalIn der öffentlichen Diskussion über die Bugaprojekte Hängebrücke und Seilbahn beziehungsweise die Auswirkungen dieser Bauten auf die Königshöhe hat sich die Bürgerinitiative Landschaftsschutzgebiet Königshöhe erneut zu Wort gemeldet. Und widerspricht dem Buga-Förderverein. Die Initiative bleibt dabei: „Angesichts der ökologischen Bedeutung der Königshöhe ist der Verzicht auf die geplanten Bauwerke aus unserer Sicht unverzichtbar.“
Die Bürgerinitiative hat am 3. September auf dem Internetportal Openpetition eine Online-Petition auf den Weg gebracht, die bisher mehr als 1500 Personen unterzeichnet haben. Diese richtet sich an den Stadtrat und an die Verantwortlichen der Buga 2031 (die WZ berichtete). Sie fordert darin, weder die Hängebrücke zwischen Königshöhe und Kaiserhöhe noch die Seilbahn bis auf die Königshöhe zu bauen. Ihr Argument ist die Schützwürdigkeit der Königshöhe als Landschaftsschutzgebiet, das durch diese Bauten erheblich geschädigt würde: „Der Schutz eines Landschaftsschutzgebietes muss ernst genommen werden.“ Sie fordern eine Buga ohne diese Bauten und die zugehörigen Eingriffe in die Natur.
Holger Bramsiepe, Vorsitzender des Vereins „Freunde und Förderer der Bundesgartenschau Wuppertal 2031 e.V.“, hat den Initiatoren der Petition energisch widersprochen (die WZ berichtete). Er weist auf die Bedeutung der beiden Projekte hin: Brücke und Seilbahn gehörten zum „Kern der Bundesgartenschau, über die Wuppertal 2022 abgestimmt hat“. Axel Sindram, Mitglied des Vereins, hat es so formuliert: „Ohne Seilbahn und Hängebrücke würden die Kernareale Zoo, Königshöhe und Kaiserhöhe für die Buga entfallen. Eine auf das Kernareal Tesche beschränkte Ausstellung würde als Blümchenschau kaum Besucher anziehen.“
Dirk Spiecker und Werner Stommel von der Bürgerinitiative sehen das genau anders: „Angesichts der ökologischen Bedeutung der Königshöhe ist der Verzicht auf die geplanten Bauwerke aus unserer Sicht unverzichtbar“, erklären sie in einer erneuten Stellungnahme. Sie erinnern an die Entstehung des Naherholungsgebiets, das durch gezielte Anpflanzungen von August von der Heydt entstanden sei – in einer Zeit, in der großflächig Brennholz gerodet worden sei. Es gehe nicht nur darum, touristische Attraktionen zu schaffen, „es geht ebenso um den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur“.
Bramsiepe hat argumentiert, die Buga erschließe mit Seilbahn und Hängebrücke die Königshöhe für mehr Menschen, auch die, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind: „Ein Landschaftsschutzgebiet zu schützen heißt, es für alle zu bewahren. Nicht, es für wenige zu reservieren.“
Das lässt die Bürgerinitiative nicht gelten: „Bevor ein millionenschweres Infrastrukturprojekt mit erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft als unverzichtbar dargestellt wird, muss nachvollziehbar geprüft werden, welche barrierefreien Alternativen bereits bestehen und wie sie verbessert werden können.“ Sie verweisen auf vorhandene Buslinien, die Zugang zur Königshöhe ermöglichten. Das wichtige Ziel der Inklusion dürfe „nicht als pauschale Rechtfertigung für ein bestimmtes Großbauprojekt dienen“.
Beim Thema Bürgerbeteiligung gehen die Ansichten weit auseinander. Die Bürgerinitiative betont, der Bürgerentscheid von 2022 bedeute nicht automatisch, dass die Bürger mit Hängebrücke und Seilbahn einverstanden sind, diese Ideen seien erst nach dem Bürgerentscheid weiterentwickelt worden.
Die Initiative fordert, dazu jeweils die Meinung der Bürger zu hören. Der Förderverein zählt dagegen zahlreiche Möglichkeiten auf, bei denen Bürger bisher informiert wurden oder sich in die Planung einbringen konnten wie öffentliche Info-Abende, das Buga-Lokal, ein Thementag, die VR-Simulationen, auch bei der anstehenden Offenlegung der Planung vom 16. November bis 23. Dezember im Rathaus könnten Bürger Einwände erheben. Daher sei die Forderung nach einem Stopp des Verfahrens nicht sinnvoll.
Dazu stellt die Bürgerinitiative klar: „Eine Beteiligung an der Ausgestaltung eines bereits geplanten Vorhabens ist etwas anderes, als eine offene Diskussion darüber zu führen, ob das Vorhaben grundsätzlich verwirklicht werden soll.“ Es gebe auch Bürger, die zwar grundsätzlich für die Buga sind, aber die Hängebrücke und die Seilbahn ablehnten.
Die Initiatoren fordern weiterhin, dass bei den Planungen nach Alternativen gesucht wird. Sie seien als Bürgerinitiative nicht verpflichtet, gleich selbst Alternativen zu nennen: „Es ist ihr gutes Recht (der Initiative, die Red.) und ihre Aufgabe, auf die aus ihrer Sicht unverhältnismäßigen Eingriffe in Natur und Landschaft hinzuweisen und deren Vermeidung einzufordern.“ Die Verantwortung für eine gute auch naturverträgliche Planung liege bei den Fachplanern und den zuständigen Entscheidungsträgern.
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