Menschen trinken immer weniger Wein. Deswegen bringen viele Betriebe alkoholfreie Weine und sogenannte Proxy-Weine, kurz Proxys, auf den Markt. Kann das die Weinbranche retten?
Nicht nur in Deutschland, weltweit hat es Wein derzeit schwer. Nach Angaben der "Internationalen Organisation für Rebe und Wein" (OIV) wurde im vergangenen Jahr weltweit so wenig Wein getrunken wie seit 1957 nicht mehr. Als Gründe gelten die schlechte wirtschaftliche Lage, die Überalterung der Gesellschaft, vor allem aber eine wachsende Skepsis gegenüber Alkohol.
Doch viele Weingüter und Kellereien haben längst auf diese Entwicklung reagiert: In den letzten Jahren ist das Angebot an alkoholfreien Weinen und Sekten immer größer geworden.
Alkoholfreie Weine – wachsender Markt, aber immer noch NischeEinem alkoholfreien Wein wird der Alkohol nachträglich entzogen, deswegen spricht man auch von "entalkoholisierten Weinen". In der Regel wird der Wein dafür in einem Vakuum destilliert, also bei niedrigem Druck erhitzt. Der Vorteil dieser Technik: In einem Vakuum verdunstet Alkohol bereits bei Temperaturen um 30 Grad. Das schont die empfindlichen Aromen im Wein.
Dennoch schmecken alkoholfreie Weine anders als der Ursprungswein. Denn Alkohol ist ein wichtiger Geschmacksträger, und außerdem wichtig für das Mundgefühl. Einem direkten Vergleich mit einem "echten" Wein können alkoholfreie Varianten in den Augen vieler Weintrinker deshalb nicht standhalten.
Das ist allerdings auch gar nicht das primäre Ziel. Denn sie sollen vor allem auch eine Alternative für jene Menschen sein, für die herkömmlicher Wein ohnehin nicht mehr infrage kommt. Und weil diese Gruppe wächst, wird auch das Angebot stetig größer – allerdings noch auf einem niedrigen Niveau. So liegt der Umsatzanteil der alkoholfreien Weine am gesamten Weinmarkt in Deutschland derzeit bei gerade mal zwei Prozent. Beim Sekt sind es immerhin schon sieben Prozent.
Doch alkoholfreie Weine gelten nicht nur als Hoffnungsträger. Ihnen schlägt auch viel Ablehnung entgegen. Denn der Prozess der Entalkoholisierung ist energieaufwendig und teuer. Und viele Winzerinnen und Winzer möchten ihren Wein, den sie mühevoll hergestellt haben, nicht nachträglich verändern.
Hohe USA-Zölle und weniger Alkoholkonsum setzen die deutsche Weinbranche unter Druck. Viele Winzerinnen und Winzer im Südwesten setzen auf neue Märkte und alkoholfreie Proxy-Weine.
Deswegen kam zuletzt eine neue Kategorie von Weinalternativen auf: die sogenannten "Proxy-Weine". Das ist keine rechtliche Bezeichnung, sondern lediglich so etwas wie ein Sammelbegriff für Getränke, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind für Anlässe gedacht, an denen sonst Wein oder Sekt getrunken wird. Und sie sind von vornherein als alkoholfreies Getränk konzipiert, eine nachträgliche Entalkoholisierung ist also nicht notwendig.
Mit Säften, Kräuterauszügen, Tees – bei Proxy-Weinen ist die Vielfalt ProgrammDas war es dann aber auch schon an Gemeinsamkeiten. Ansonsten lassen sich Proxy-Weine kaum über einen Kamm scheren. Denn bei den Zutaten sind den Produzenten keine Grenzen gesetzt: Ob Obst- oder Gemüsesäfte, Kräuterauszüge, fermentierter Tee oder Kaffee, Weinblätter, mit zugesetzter Kohlensäure oder ohne … Die Zutatenlisten können lang sein. Deswegen lassen sich auch kaum allgemeine Aussagen über den Geschmack treffen.
Klar ist nur: Zu einem Massenphänomen werden diese Getränke wohl nicht werden. Schon allein wegen der Preise, die meist im Bereich zwischen 10 und 20 Euro pro Flasche liegen. Zum Vergleich: Der Durchschnittspreis, den die Deutschen für eine Flasche "echten" Wein ausgeben, liegt zwischen 3 und 4 Euro.
Trotzdem können die Proxies für einige Winzerinnen und Winzer zu einer lukrativen Nische werden: dann, wenn sie als Kunden die gehobene Gastronomie gewinnen. Dort nämlich sind die Proxies sehr gefragt. Viele Gastronomen suchen händeringend nach alkoholfreien Alternativen für Gäste, die sich nicht mit Wasser und Saftschorlen abspeisen lassen möchten.
Alkoholfreie Weine und Proxies – das FazitMit entalkoholisierten Weinen und Proxy-Weinen gibt es auch in Krisenzeiten die Möglichkeit für Winzerinnen und Winzer, Geld zu verdienen. Für einzelne Betriebe dürfte das bereits heute eine lukrative Nische sein. Das ist aber zu wenig, um die Krise der gesamten Branche abzufedern. Dafür ist der Nachfrage-Rückgang beim herkömmlichen Wein derzeit einfach zu stark.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Trendsetter: 5 Gründe, warum Sie alkoholfreien Wein probieren sollten | 0 | 11.94 | 29-07-2026 |
| 2 | "Полный бокал лучше, чем пустой": безалкогольное вино как новый тренд? | 0 | 0 | 14-02-2023 |
| 3 | Зумеры в России переключились на безалкогольное вино | 0 | 5 | 13-07-2026 |
| 4 | Notre sélection de six boissons sans alcool et artisanales | 0 | 7.81 | 26-07-2026 |
| 5 | Weniger Wein im Restaurant: Trend setzt Spitzengastronomie unter Druck | 0 | 7.72 | 20-10-2026 |
| 6 | Shandy sales are surging - why is there a sudden revival of this nostalgic British classic? | 0 | 11.54 | 25-07-2026 |
| 7 | Эксперт: производство игристых вин в РФ в 2018 году может вырасти на 2% | 0 | 0 | 06-10-2018 |
| 8 | Доля отечественного вина в российских магазинах выросла | 0 | 10 | 28-08-2026 |
| 9 | Wine experts take note of evolving tastes in Las Vegas | 0 | 6.31 | 20-09-2026 |