Hunderte Lastwagen rollen täglich durch ein Dorf bei Toulouse und missachten das Durchfahrtsverbot. Die Bürgermeisterin fotografiert die Kennzeichen und leitet dann Bußgelder ein.
Hunderte Lastwagen rollen täglich durch ein Dorf bei Toulouse und missachten das Durchfahrtsverbot. Die Bürgermeisterin fotografiert die Kennzeichen und leitet dann Bußgelder ein.
Im südfranzösischen Saint-Sulpice-sur-Lèze nahe Toulouse geht die Bürgermeisterin höchstpersönlich gegen Lkw vor, die unerlaubt durch das kleine Örtchen rauschen. Laut dem französischen Radiosender RTL fotografiert Sylvette Condis die Kennzeichen der Brummis und schickt die Aufnahmen an die zuständige Behörde, die dann Bußgeldbescheide verteilt.
Laut RTL fahren täglich rund 350 Lastwagen durch die Gemeinde mit rund 2000 Einwohnern. Viele Fahrer wollen damit Staus und Mautgebühren umgehen. Dabei ignorieren sie die geltenden Durchfahrtsbeschränkungen.
Die Gemeinde sperrt bestimmte Straßen für Lastwagen zwischen 7 und 10 Uhr, von 11.30 bis 14 Uhr sowie von 16 bis 19 Uhr. Condis sieht trotz anhaltendem Problem Erfolge in ihrem Vorgehen. „Es funktioniert!“, erklärt die Bürgermeisterin gegenüber RTL.
Der Lärm und die Schäden, die durch den Schwerlastverkehr entstehen, belasten die Einwohner von Saint-Sulpice-sur-Lèze so sehr, dass sogar eine Initiative namens „Stop Poids Lourds“ („Schwerlastverkehr stoppen“) gegründet wurde. Auf der dazugehörigen Facebook-Seite zeigen Fotos, wie die Bürger auf der Straße demonstrieren.
Ein Hauseigentümer erklärte gegenüber dem TV-Sender TF1 das Ausmaß der Schäden: „Der Lkw, der die Fassade streift, die Beschädigung der Regenrinnen – manchmal kommt es sogar vor, dass die Höhe der Lkw die Verkabelung durchtrennt.“
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Das Dorf Saint-Sulpice-sur-Lèze besitzt laut der Webseite „saintsulpicesurlezepatrimoine.com“ einen historischen Ortskern, dessen Ursprünge auf eine im Jahr 1257 gegründete mittelalterliche Bastide zurückgehen.
Charakteristisch sind die rechtwinklig angeordneten Straßen, Häuser mit Arkadengängen und Fachwerkelementen sowie die gotische Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert. Im März 2026 wurde der historische Bereich vom französischen Kulturministerium offiziell als schützenswertes Kulturerbe eingestuft.
Bereits 2025 warnte die Gemeinde vor den Folgen der Verstöße gegen das Durchfahrtsverbot. Sie verwies auf beschädigte Gebäude, kaputte Straßenrinnen und umgestürzte Verkehrsschilder. Zudem überschritten Lastwagen laut Gemeinde häufig das Tempolimit von 30 km/h.
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